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Fremdenbuch für Heidelberg und die Umgegend / von K.C. Leonhard
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Kleidungsstück«) fremdländischer Völkerschaften, Türken, Mon-golen, Tartaren, Japanesen so wie eine Sammlung von Hirsch-Geweihen vom Spisser an, bis zum stattlichen Zweiunddreissig-Ender, endlich einig'e Naturalien und die vom Grafen Franz selbstverfertigten Drechsler-Arbeiten in Elfenbein und Horn. Auch eineAegyptische Mumie zeigt man, die einen besonders schauderhaftenEindruck macht so wie eine ganze Papyrus-Rolle, das Frag-ment einer andern mit zwei Kolumnen Aegyptischer Schrift u. s. w.Der Sarg ist im reinsten Alt - Aegy ptischen Style ausSykomorholz gearbeitet.

Eine der vorzüglichsten Zierden des Schlosses aber sind dieAntiken, in den ehemaligen Wohnzimmern des Grafen Franz,die Römischen und Griechischen Kunstwerke, die Statuen, Büsten,Gefässe mannigfaltiger Art u. s. w. Als besonderer Beachtungwerth nennen wir die Etrurischen Vasen; über einige dermerkwürdigsten gab Creuzer nähere Nachricht *. Graf Franzschrieb mehrere Kataloge über seine verschiedene Sammlungen, dieer meistens selbst mit Zeichnungen und in Farben gemalten Ein-fassungen versah.

Im alten Theile des Städtohens Erbach sieht man ein von denTemplern herrührendes Gebäude; eines der Fenster diesesTem-pelhauses weiset sehr unzweideutig auf seinen Ursprung hin. Dass ein unterirdischer Gang von jenem Hause nach dem Stein-bacher Kloster unfern Fürstenau geführt habe, ist Tradition;mehrere genauere Nachforschungen, die angestellt worden, be-weisen dies unläugbar.

Freunde der Kunst werden von Erbach nicht scheiden, ohneden berühmten Thiermaler Kehrer begrüsst zu haben.

Michelstadt.

In geringer Entfernung von Erbach in reizendem Wiesenthaleliegt das alte Städtchen. Wie glaubwürdige Urkunden aussagen,so erhielt Eginhard 815 Michelstadt von Ludwig dem, Frommenzum Geschenk. Die Gothische Kirche hat mehrere Alabaster-Grab-steine Erbachischer Grafen aufzuweisen, welche leider, dadurchdass man sie übertvinehte, gänzlich verunstaltet wurden. Aucheine Bücher-Sammlung, ein Geschenk des Doctor Niklas Matzzu Speyer aus dem Jahre 1499, darunter manche höchst seltenealte Drucke, befindet sich hier. Gasthaus zum Löwen.

" Symbolik. Zweite Aufl. III. Th. S. 490 ff. und die Abbildungenim Bilderheft dazu. Tab. VIII. ff. Eine andere Erbachische Vase ist be-schrieben von Demselben in den Annali del Insliluto Archcologico di lloma.