29
Regenten/ welcher die Liebe und das Vertrauen seiner Un-terthanen verscherzt hat! Eine weise Regierung hat nichtsBesseres zu thun, als zeitig den billigen und gerechten Wün-schen des Volks zu entsprechen; diese darf vorzüglich nievergessen/ daß sie um des Volkes willen da ist. Für einVolk endlich ist keine größere Schmach/ als in der Anfech.tuiig ohne tapfern Widerstand zu erliegen und sein Leben alsGnade aus der Hand seines Feindes zu empfangen. Einsolches Volk hat die Verpflichtung auf sich/ durch Eintrachtund Anregung aller seiner Kräfte/ sich zu erhebe»/ und durchhohes Streben und edle Thaten daS Vertrauen und die Ach-tung der Völker wieder zu erwerben/ und zu beweisen/ daßwahrhaftes Leben noch in ihm sei.
Don den Noggwylern war Peter Hönger/ UriS/ 35I. alt/ als Kanonier das Opfer seiner Treue im Dienstedes Vaterlandes (eine Kanonenkugel hatte ihn den 4. Mär;bei dem Gefechte im Grauhol; getödet); Samuel Grüter/WirthS/ Ioh. Jakob Koller und Joh. Jakob Glur wurdenverwundet; Mehrere wurden gefangen und während 13 Wo-chen in der Festung zu Bcsanyon enthalten. Im Jahr 1825hat die Berner-Regierung die Namen der für daö VaterlandGefallenen 702 Berner/ auf 6 Marmor-Tafeln neben demGrabstein des Schultheiß Steiger im Münster zu Bern / denNachkommen zum Andenken/ einschreiben lassen.
Revolution S-Chronik.
Schon 1612 hatte die Regierung ReiSgeld in denAemtern anzulegen anbefohlen.
1792. Mit den Aufruhren im Wclschland ficngcnwegen den Feldzügen die Kriegskosten für die Gemeinde an.
1794 — hatte die Regierung durch den damaligenLandvogt Müller auf Aarwangen / zu Handen der GemeindeRoggwyl daö ihr beziehende ReiSgeld mit Krön. 436. 15.gegen i °/a Zins zurückgegeben/ daS nun zu Kriegskostenverwendet wurde.
Der unbillige Verlurst des ZchntprozcsseS hatte diehiesige Gemeinde gegen die Regierung sehr gereizt; daher