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werden, ist bei uns erst seit etlichen Jahren bekannt;wurde zu Roggwyl 1828 sehr anständig, im I. daraufaber mit Lärm und Zank gefeiert. Gefärbte Eier und das„Tupfen" an der heil. Ostern find den Kindern ihre Freude.Der Sanicklaus, das Weihnacht- und Neujahr-Kindli brin-gen denselben Geschenke und find die Freudentage derselben,von denen die größere Schuljugend mit Armbrustschicßenund militärischen Aufzügen, mit baden, stöckeln, platzgen,spicken, stelzenlaufen, mit Maultrumme und Mundharfesich ergötzt. DaS Schul-Examen ist die Freude Aller. DcSSommers laufen die jungen Buben den Vogelnestern nach,des Winters der Schlier - und Schlcifbahn, an der Fastnachtmachen ste „Rärren" und die Faßnachtfeuer find für diesel-ben ein Jubel. 1826 haben die Roggwyler Schulbubenden Wilhelm Tell gespielt. Geschenke unter Erwachsenenam Neujahrs- oder NamenS-Tag find nicht üblich. Ehemals,wenn ein neues Haus aufgerichtet werden sollte, wurde zu-vor noch öffentlich ein Gebet gehalten; jetzt glaubt man,»Sorg ha feig besser, als beten." Abends wird „Fürobe"gedoppelt, und bei Aufricht-Mahlzciten (die man wohl nichtso bald außer Uebung kommen läßt) geht cS meist bunt zu,und dem, so da spart, denkt man „str Lebtig dra."
Freud- und Leidbezeugungcn find keine üblich. Ist einarmer Mensch krank, den man unterstützen sollte, oder sonstJemand, der nicht mehr viel verrichten kann, dem wünschtman: »wenn du nur bald könntest sterben!" Zu Leichen-begängnissen, wo gewöhnlich vom Schulmeister eine Leichen-rede gehalten wird, geht wer will; da grüßt man auch mit:»Der lieb Gott wöll euch trösten in eue'm Leid!" — „ESist ihm wohl g'scheh; wir müßen alle do durhe;" oder: »eSist wohl erzogen," — find die gewöhnlichen Trost-Sprüche.Am Ncujahrstag, beim Begegnen (expreß lauft man Nie-mand nach): »Jg wünschen ech au eS guetS, glückhaftigSneuö Johr, das ihr mit Gsundheit und Freuden möget er-leben, und daß ech Gott z'Hus und z'Hei wöll bewahren vorUnglück; kurz, was ig mir selber wünsche a Lib und Seel,das wünschen ig ech au!" Beim Eintritt in einen Stall,wo etwa eine neue Kuh ist, oder wo man ein junges Kalb