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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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Tolksseuclien von 1180 vor Chr. G-.

erkrankten sie; nach der unsicheren Angabe bei Joseplms (VI, 1)wurden sie von heftigem Bauchgrimmen befallen und gingenihnen vor dem Tode die brandig gewordenen Eingeweide ab.

In den heiligen Schriften der Juden linden wir nicht nur,dass den Uebertretern der göttlichen Gebote die Pest, öfters nochin Verbindung mit Viehseuche und Hungersnoth, als Strafe an-gedroht wurde, sondern auch die Ausführung dieser Drohung.(Num. 16,46; 25,9; Sam. 2,24.) Die grosse Zahl der Todten,einmal 14 700, das andere Mal 24 000 (hier sind freilich auchnicht an der Pest Gestorbene gezählt), ja 70 000 in nur 3 Tagendurch die im ganzen Lande zur Zeit Davids (etwa 1070 v. Chr.)wüthende Pest zeigen 8 heftige Epidemien an, deren Natur abernicht näher beschrieben ist. Uber die Seuche, die als Strafefür die Volkszählung auf Davids Geheiss unter den Hebräernauftrat, schrieb Joseplrus:Man konnte nicht erkennen, welcheine Seuche es eigentlich war. Denn die Plage war wohl dienämliche, sie raffte aber die einzelnen in den verschiedenstenArten und Gestalten dahin, so dass man gar keine Vorsichts-massregeln dagegen ergreifen konnte. Einer starb nach demAndern, und so unbemerkt die Krankheit auftrat, ebenso schnellführte sie zum Tode. Die Einen erlagen plötzlich unter denheftigsten Schmerzen und Peinen; Andern wurden durch dieKrankheit so abgezehrt, dass fast nichts mehr übrig blieb, wasman nach ihrem Tode hätte begraben können! Einigen ver-finsterte sicli plötzlich das Gesicht, und sie erstickten untergrossem Wehklagen; Andere, die einen ihrer Angehörigen be-graben wollten, starben, noch ehe sie mit dem Begräbniss zuEnde waren. Als so die Pest erst vom Morgen bis zum Mittagunter dem Volke gewüthet hatte, waren 70 0Ö0 Menschen dahin-gerafft. (Antiqu. VII, 13.)

Zur Zeit des Kekrops (vor 1400) soll das heilige Feuer inÄthiopien geherrscht haben (tum sub Phaethonte Aethiopiaardentis ignis furore correpta est: Euseb.)

Gegen 1270 v. Chr. herrschte eine Seuche auf Keos. (Eurip.Bacch. 335, Apollo Rhod. Argon. III,4 , Diod. S. V). 2 Menschen-alter vor Trojas Untergang soll eine mörderische Pest auf nginagewesen sein. Die Beschreibung dieser Seuche bei Ovid (Metam. VII, 523660) hat wohl kaum eine historische Be-deutung, da sie, wenigstens tlieilweise, der Schilderung, welcheThukydides von der spätem atlieniensischen Pest macht,nachgebildet zu sein scheint. Als Symptome der Krankheit gibtOvid an: heftige Hitze im Innern, trockene Zunge, schwerenAthem, unersättliches Trinken, plötzlichen Tod (Hinfallen desOpfernden mit dem Opferstiere, dessen Blut sich geronnen zeigte).Krankenpfleger wurden angesteckt. Der Pest ging eine allge-meine Thierseuche voraus (strage canum primo, volocrumqueoviumque boumque). Bei Homer erscheint die im Heere(geg. 1194) herrschende Pest, welche -während 9 Tagen dieÄchaier haufenweise zu Boden streckte, als das Werk des Sonnen-