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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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16. Jahrhundert.

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Eichstet. cont. SS. VII, 253) sind pestbefallen. 1397 grosses-Sterben in Münstereifel im Sommer; es starben an 600.

1398 war die Pest zu Nordhansen, Mühlhausen, Eisleben ,Sangershausen etc. (Spangenberg Mansfeld. Chr.) In Städtenund Dörfern Preussens grassirt sie ausserordentlich; 80 Herrenaus dem deutschen Orden sterben daran.

98 und 99 ist die Pest in Genua und der Lombardei . (DieGeisslerUmzüge wurden Sept. 99 in der Lombardei verboten.)99 Fünfte Epidemie in Arezzo . 99 (wenn nicht schon 98) istsie in Flandern allgemein. In Spanien wurde ihretwegen dasGesetz, wonach Wittwen sich nicht vor Ablauf des Trauerjahresverheirathen durften, aufgehoben. Im Herbst 99 ist Wien nochnicht frei; selbst noch um 1400 waren die Vorlesungen deshalbausgesetzt.

Sechszehntes Jahrhundert

Der Matlazahuatl herrschte schon lange vor Ankunft derCortes in Neuspanien und wüthete fast periodisch unter denMexikanern; er befällt nur die kupferfarbene Pace, keine Creo-len, während das gelbe Fieber Weisse, wenig Mulatten, keineSchwarzen trifft. Der M. herrscht auf dem Centralplateau vonMexiko . Den davon Befallenen dringt Blut aus Nase und Mund(schwarzes Erbrechen).

Bereits im Jahr 1500 wird das Vorkommen der Pest er-wähnt. (Von Hier. Braunschweig erschien in diesem Jahre:über pestilent. de venenis epidem. Das Buch der vergift derpestilenz, de genent ist der gemein sterbent der trüsen Blattern.Mit Holzschn.) In Irland und England herrschte dieses Jahr dieRindviehseuche. 1501 Pest in Italien (Cap.); nach Papon aufUeberschwemmung schon im Jahr vorher; namentlich in Modena nach einem Erdbeben. Von Pest und Erdbeben spricht aucheine Inschrift dieses Jahres im Kloster von Meiningen . Trotz-eines vorausgegangenen sehr kalten Winters, und wohl durchden sehr heissen Sommer begünstigt, sind pestartige Krankheitenin Sachsen, Thüringen und Meissen im Jahre 2 allgemein; eswar nachVoclis die caeca et not-ha pestilentia, nicht die legitima.Die Landshuter Rathschronik erwähntein gemain Prechen derHaubtwehen, als die jetzt waren, Apostem und pestilentzischeFieber. Auch in Italien herrscht Petechialfieber, in den Nieder-landen und in der Mark Brandenburg die Pest. (Angel. Leu-thringer.) In Köln war es ohne Zweifel die Bubonenpest; dasSterben dauerte hier vom 8. Juli bis 25. Dezember,ind starf eingros mortlich volk, alt und jung, rieh ind arm, an der pesti-lenzie. Der Chronikschreiber Hilbrant zählt eine Reihe naherVerwandten auf, die er daran verlor; zu St. Margareth starbenwohl 3037 Jungfrauen, in den Klöstern der Augustiner undFrauenbrüder viele Herren. Den Beguinen und Schwesternward am 1. November verboten:up den grelleren zo leigen.