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Volksseuchen im 7. Jahrhundert.
In der Legende des li. Columban (f 597) gescbielit Erwäh-nung einer in Irland verbreiteten P ockenepidemie.*)
In der vierzig Bände umfassenden medizinischen Bibliothek,welche auf Befehl des Kaisers Kien-Long verfasst wurde, ge-schieht der Pocken als einer vom Himmel geschickten Beuleerst vom 7. Jahrhundert an Erwähnung. (Gerson und Jul. Mag.1828, H. 3.)
Siebentes Jahrhundert n. Chr.
Im Jahre 601 ist die grosse Pestzeit, welche vor etwa60 Jahren begonnen hatte, noch nicht zu Ende. In diesem Jahre(oder schon 600) starben sehr viele der Avaren an der Bubonen-pest, und an einem Tage gingen 6 Söhne des Khans an solchermit Hitze und Entzündung verbundenen Krankheit zu Grunde,(ßoußüici rcspiTu-ßravouai; Theophan. VII, 15, Anast. H. E.) In Ober-italien war wieder im Jahre 2 eine sehr heftige Pest.**) Nachder allgemeinen Tlieuerung des Jahres 4 (Palmer.), wohl Eolgedes Getreidebrandes, der im Jahre vorher alle Saaten vernichtete(Sigon.), war im Herbste 605 an manchen Orten ein grossesSterben (Ann. Saxo); auch gegen das Jahr 6 werden Hungers -notli und Seuchen im Orient erwähnt, (Regin. Ann. Mogunt.)Aehnlich war es 7 und 8 in Italien.***)
An conlluirende Pocken erinnert eine im Jahre 615 inItalien herrschende, Eleplianten-Krätze genannte Seuche, die dasGesicht arg verunstaltete.|) Angeblich war sie auch in Frank-reich. In Konstantinopel starben Viele daran. (Niceph.) ZweiJahre später treffen wir in Rom Seuche mit Hungersnoth . ver-bunden. Ebenso entstanden, als Chosroe das Land verheerte(gegen 618), im Oriente Theuerung und Seuche (Glyc.). Paponsetzt auf 618 eine Seuche in Deutschland.
*) „Haec nübes valde nocua hominibus et pecoribus erit . . . velociustransvolans super Scotiae portum , . . purulenta humanis in corporibus etin pecorum uberibus nasci faciet ulcera . . . rumor per totam illammorbo pestilentiore vastatam regionem omnem morbidum ad Columbaelegatum invitavit populum . . homines cum pecudibus salvati.“ Adamm. 11,7.
**) 602. „Ravennates et ceteros qui oram maris accolunt, rursus gra-vissima pestilentiae lues incessit eademque longius lapsa proximo mag-nam hominum stragem in urbe agroque Veronensi edidit. Tum quoquesanguineae hastae in coelo visae (Nordlicht) et per noctem lux clarissimafulgens mirifi.ee pavida . . . Italorum corda concusserunt.“ Sigon.
***) 607. „Farnes et pestilencia et inundatio aquarum immensa.“ Herrn. C.„Italia annonae inopia, aquarum illuvie et morborum vi gravissime fati-gata.“ Sigon.
f) „Terrae motum foedissima lues consecuta. Hoc erat scabiei genusElephantiae nomine appellatum quod affectorum ora adeo lacerabat, utviventes, nedum mortui, haud possent dignosci.“ Sigon. „Post terrae motumsecuta est clades in populo, i. e. percussio scabiarum (scabierum nachSigeb.) ita ut nullus mortuum suum cognoscere posset.“ (Warnfried setzthinzu: propter inflationem tumorum.) Mar. Scot. Cf. Anast. vit. pont.,c. 69. Dasselbe soll aber Paul Warnefr. im Tr. de gestis Long. in die Zeitversetzen, wo die Schlacht zwischen Rotari und den Römern statt-fand (637).