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Volksseuclien im 9. Jahrhundert.
heiten gleichzeitig. Auch unter den Thieren herrschten mörde-rische Seuchen. (Sigeb., Ann. Fuld.) Im nächsten J. herrschenMenschen- und Viehseuche noch stark.*) 878 erlangte dieRinderpest eine ungewöhnliche Verbreitung in Deutschland .(Röll.) Die Rückkehr des baierischen Heeres im J. 81 ist voneiner verheerenden Pest in ganz Noricum gefolgt,**) welche sich imnächsten J. auch auf Italien ausgedehnt haben soll. „Pestilentiaexercitum in Italia vexat“ notirt Herrn C. beim J. 83. Es sollenRühren gewesen sein. (A. Fuld.) Im J. 83 war eine entsetzlicheHungersnoth in Italien . (Palmer.) In England ging im J. 84viel Vieh an der Seuche zu Grunde. (Anglo-Saxon. Chron.) 87nach einem harten Winter herrschte in Frankreich eine grosseRindvieh- und Schafseuche.***) Gleichfalls war unter den Pferdendes in Italien operirenden Heeres im J. 88 eine ungeheuereSeuche. (Herrn. C.) Das italienische Hustenfieber erscheintwieder im J. 891). Auf dies Jahr setzt Papon eine mit Kriegund Hungersnoth verbreitete Pest in Italien . Im f. J. soll Pest mit Hunger in Rom und Bergamo gewesen sein. (Maurit., Morig.)Im J. 92 Pest in Konstantinopel . 896 war eine solche Seuche,(Rotz?) unter den Pferden, dass man beim Heere statt solcherOchsen nehmen musste. (Ann. Fuld. Cf. Sprengel II, 319).
Im J. 96 war eine solche Hungersnoth, dass Menschenfleischgegessen wurde. (Palmer.) Diese war auch 97 in Frankreich und Deutschland , besonders in Baiern . (Staind. Chron.) Einedreijährige Viehseuche begann 897 in England und war mitPest unter den Menschen verbunden. (Anglo-Saxon. Chron.)898 war eine grosse Sterblichkeit unter allen Thieren in Irland ;es soll das einzige Jahr dieses Jahrhunderts sein, dass Vieh-seuche in Irland erwähnt wird. 98 war Pest in Konstantinopel .
Zehntes Jahrhundert n, Chr.
Die ersten Decennien dieses Jahrh. sind verhältnissmässigarm an Seuchen. Im J. 903 war in Irland Viehseuche. 907überstand die verheirathete Prinzessin Elfriede in Flandern die
*) „877 Febris italica tussis et dolor ooulorum et pestilentia multosgraviter vexavit et extinxit“ (Herrn. 0.). „Febris italica dolorque oculorumGermanum populum graviter vexavit maxime circa Khenum habitantes.Pestilentia quoque ingens secuta est, exercitum Carlmanni ex Italia redeun-tem, ita ut plurimi tussiendo spiritum exhalarent.“ Ann. Fuld. „878 magnahominum et boum pestilentia“ (Herrn. C.). „Mortalitas hom. et pecorummagna.“ M. G. Scr. XIII.
**) „881 Hedeuntibus Bojoariis domum magna et immanis pestilentiain tota Norica excrevit, ut saepe duo cadavera in uno tumulo sepelirentur.“Ami. Fuld.
***) „87 Hiems aspera et solito prolixior, boum quoque et ovium pesti-lentia supra modum grassata est in Francia ita ut pene nullum ejusdemgeneris animal relinqueretur. Ann. Fuld.
f) „889 Italica febris tussiendo perplurimos vexat, inundatio aquarumplus solito excrevere.“ Ann. Fuld.