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Volksseuchen im 5. Jahrhundert nach Chr. G.
(Ambros.*) Es ist die von Kircher auf 377 gesetzte Epidemie.Eine grässliche Pest-Epidemie, auf Heuschrecken-Züge folgend,suchte unter Theodosius (379—395) Judäa heim. Wie manchegrosse Seuche dieses Jahrhunderts mag hier noch nicht verzeichnetsein! Gegen Ende desselben Säculums klagte ja Hieronymus(IV, 413), dass das Menschengeschlecht fast ausgerottet und dieErde in Wüsteneien und Wälder umgewandelt sei.
Fünftes Jahrhundert nach Chr.
Im Anfänge des Jahrhunderts zog Heron sich beim coituseinen „anthrax “ zu, durch welchen ihm in 6 Monaten die Zeu-gungstheile wegfaulten (Palladius ). Im ersten Decennium des5. Jahrhunderts, etwa 409, war auch die von Beda (Hist. gent.Angl. I, c. 14) erwähnte mörderische Pest.**)
Die Einfälle der Barbaren waren von schrecklichen Folgenfür das westliche Europa begleitet; was das Schwert nicht hin-raffte, wurde von Hunger und Pest bedroht. Letztere herrschtenamentlich im Jahre 408 in Rom (Papon), das im Jahre 410von Alarich eingenommen wurde. Auch wieder gegen 418,nach Erwähnung der Sonnenfinsterniss vom 19. Juli diesesJahres, berichtet Philostorgius Oapad. (Eccl. Hist. XII, 8.):Siccitas secuta, sic ut multorum hominum aliorumque anima-lium insuetam ubique mortem inferret.***) Auf 420 setztWebster eine europäische Seuche. 424 unter Papst Felixund Kaiser Zeno nach einer sehr grossen Hungersnoth wüthetedie Pest in Afrika. Im Heere der Hunnen, das von Thracien aus Konstantinopel bedrohte, brach 425 eine böse Epidemie aus,die Viele hinraffte und es zum Rückzüge nöthigte. (Theod.H. E. V, 36.) Ins Jahr 430 soll das erste bekannte Auftretender Pest in England fallen (Smith). Auf einen Kometen imDezember 442 folgte die Pest (Idat.), wohl dieselbe, welche mit
*) Bei der Bindviehseuche des Jahres 376 suchte man die Thiere durchdas auf der Stirn angebrachte Kreuzzeichen zu schützen, über welchesPräservativ ein von Paulin. ep. 9 angeführtes altes christliches Gedichthandelt. Cf. Lancisi de bov. peste III.
Severi S. de mortibus boum:
Haec jam dira lues serpere diciturPridem Pannonios Illyricos quoqueEt Beigas graviter stravit: et impioCursu nos quoque nunc petit:
Hoc signum mediis frontibus additumCunctarum pecudum certe salus fuit.
**) Subito corruptae mentis homines acerba pestis corripuit, quae inbrevi tantam ejus multitudinem stravit, ut ne sepeliendis quidem mortuisvivi sufficerent.
***) Auf den Anfang dieses Jahrhunderts, 400—418, scheinen die Wortevon Nikeph. H. E. XIII, 36 zu gehen: „Tanta hominum caedes facta est,quantam aetas nulla a saeculo condito novit. . Non enim milites tantuminteriere, nec in aliqua orbis parte mala haec constitere, sed omne genushominum concisa est et tota prope periit Europa“. (Am meisten litt dasrömische Asien , besonders Lybien.) „Interitus multitudinem hostilis barba-rorum demetuit ensis; reliquam autem fames et pestilentiae.“