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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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Volksseuchen im 13. Jahrhundert.

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Gebräuche übte, wie Schlagen auf die Wangen und Hersagen einesSpruches, mit Bezug auf die Sage, die Fee Ginnes habe ihrenSohn verloren. Nach Ebu Athir im Bull, de lAc. Belg. XXII,II p., 1885, 198. Im Jahre 1205 folgten auf ein Erdbeben inSyrien Unfruchtbarkeit der Erde und Epidemien. (S. Antoniin, 17.)

Das Jahr 1202 hiess allgemein das Hungerjahr. (Ann. Ceccan.)Bei der Hungersnoth war ein Sterben. (Güthe.) Als Eolge ver-dorbener Nahrung kann man das im Jahre 1204, besonders inFrankreich , herrschende h. Feuer ansehen; auch im folgendenJahre, wieder einem Nothjahre, wüthete es in unsäglicher Weise,vornehmlich noch in Frankreich . (Villalba, Chr. Elnon.) *) 1206grosse Hungersnoth. (A. Mellic.)

Etwa ums Jahr 1207 kamen in Spanien auf Ueberschwemm-ungen Seuchen (Villalba). In demselben Jahre war Rindvieh-seuche in Irland , grosse Hungersnoth in Sicilien und Apulien .

Hunger und schwere Seuche, besonders in Baiern , sind wie-der beim Jahre 1211 angemerkt.**) Im folgenden Jahre war inder Lombardei sehr grosse Hungersnoth. (A. Mediol. br.) Nachder Riesenschlacht bei Navas de Tolosa , 16. Juli 1212, zwangeine im Heere der Christen ausgebrochene pestartige Krankheitdie Spanier zur Rückkehr. 1212 Hungersnoth in Oberitalien (versch. Ann.) und Apulien (Rycc. de S. Germ.) Im Jahre 13brach in Spanien eine Hungersnoth aus und um diese Zeit wares, dass man dort und zwar zuerst zu Castro-Xerez im Erzbis-tum Burgos für die am Antoniusfeuer Leidenden Spitäler er-richtete, worauf auch bald hernach solche in Frankreich undDeutschland gestiftet wurden. In diesen Ländern kamen damalsdie Kinderfahrten auf. Im Jahre 1813 herrschte in Rom eineso heftige Pest, dass von 10 (Ergriffenen?) kaum Einer übrigblieb. Spaan. In Belgien war die Pest im Jahre 1214. Torfs.

1217 folgte auf Nahrungsmangel grosse Sterblichkeit***).Im Eisass herrschte eine der Diphtheritis sehr ähnliche Krank-heit. |) In England war Rindviehseuche. Nachdem im Jahre 18

*)In diversis reg'ionibus et maxime in Francia gens christiana ignedivino succensa mirabiliter et ineffabiliter cruciata (Chr. Elnon.). Demsehr langen und heftigen Winter auf 5 folgte ein sehr heisser Sommer.Schafe und Waldvögel gingen aus Futtermangel zu Grande. 1205Morta-litas permaxima ovium et ceter. animalium deficiente pabulo et hiemissaeviente periculo. Ann. Rein, in M. G. XVI. S. auch Rob. de mar. mort.in M. G. VIII.

**)Pestilentia magna et fames valida per totam Bawariam Ann. Fri-sing.Fames per totam provinciam. A. Scheftl.

***)Fames valida et inopinata, famem mortalitas non pauca subsecuta.Ann. Gotwic. (M. G. XI).Mortalitas hominum. Ann. St. Benign. Devion.

t) DieJahresgeschichten der Baarfüsser zu Thann aus dem Jahre 1217enthalten folgende Stelle.:TJmb Fassnacht entstuend im Land eine unbe-kannte Sucht, dass den Leuten die Zung im Schlundt, gleich als mit Schimmelüberzogen, weiss wurden, weder essen noch trinken müchten, mit einemgrausamen Hauptweh, nicht ohne pestilenzisches Fieber, welches die Leuthvon Vernunft bracht, auch bey 2000 Persohnen innerhalb acht Monathen