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15. Jahrhundert.
Pleskow. (Richter.) 43 ist Vieh- und Schafseuche in Irland .In Deutschland hört man in den nächsten 2 Jahren nach derungemein heftigen und langen Winterkälte auf 43 nichts mehrvon Pest; doch ist sie schon im Jahre 45 wieder in Europa all-gemein. (Naucler.) In Stehen rafft eine pestartige Krankheitalle bis auf den Pfarrer hin, der rechtzeitig geflohen war.(Winckler Gesch. des Bad. St., 1892.) Rindviehseuche herrschtein Irland. 46 war sie in Kopenhagen , auch anderwärts. (Bardi.)Von Aug. 1445 bis 24. Sept. starben viele Frauen und über6000 Kinder zu Paris an Pocken (Sauval, Aut. de P.). Gegen 1447meldet die Brauweiler Chronik: maxima mortalitas in his terris(Rheinprovinz). 1447 war die Pest in Italien (Lancell.), nament-lich in Venedig (Parkin). Im Sommer nach der furchtbarenBrandschatzung Venedigs durch die Soldateska Franc. Sforzas brach nämlich dort die Pest aus und verbreitete sich binnemkurzem über einen grossen Tlieil Italiens ; ihr gefürclitetstes-Symptom war die schwärzlich-blaue Beule in der Achselhöhleoder der Handfläche. Bis 1468 hielt die Pest an.
Das Jahr 48 ist das letzte Hungerjahr für England gewesen.Die Pest ist in Konstantinopel (Phrantz. II, 19), in Thüringen ,in Flandern (Torfs), besucht nach und nach alle Länder undführt einen grossen Menschenverlust herbei, besonders in Italien .1447/48, zwei Jahre lang nach der Erwählung Nicolaus (6. März1447) wüthete dort die Pest so lang, dass nur Wenige übrig-blieben (Ciaccono)*). Nach der grossen Sonnenfinsterniss vom29. August 48 folgte eine grosse Pest. (Magnati.) In Mailand sollen 60 000 an Seuchen gestorben sein**). In Spanien ver-breiteten sich 1448, womit auch für Frankreich eine dreijährigePestzeit anfing, Seuchen, wodurch in den folgenden Jahren be-sonders Saragossa und Barcellona litten.
Im Jahr 1449 soll die Pest nicht blos in Europa , sondernauch in Asien allgemein gewesen sein, ja die Hälfte der Men-schen hingerafft haben. (Spaan.) Besonders litt Nürnberg indiesem Jahre. „In dem selben krieg do kom ein gemeiner sterbden man do nennt die pestolenz. Der selb prech der was sogroz ze Nürnberg , daz 24 priester nimmer ab der strass chomenmit gots leichnam, daz all tag waren pei hundert menschen, dieda stürben, den man gotes leichnam hat geben, on kint, undhinüber, die man begrub.“ (Sachs. Weltchron., vgl. Städtechr.II, 341.) Die für Spanien eben erwähnten Seuchen scheinen be-sonders 49 und 50 dort als Pest ausgesprochen gewesen zu sein.(Baccius.) In beiden Jahren grassirt die Pest auch zu Frankfurt a. M.
*) „1448. Pestilentia cireumgyravit successive omnes terras duransper aliquot annos.“ Comp. Ohr. — „Biennio (1448, 49) adeo ubique peste-laboratum, ut pauci de multis superfuerint. Nihilominus bella invalesce-bant, Sfortia Venetos premente.“ Cluver. Vgl. Foresti opp. 1619, obs. VI ro. 10, Palmar, morb. cont. 1664.
**) 1448. Faleon. (Chiesa Bol. V) schreibt über Bologna : „In pocotempo la povera cittä divenne cimiterio di quattordicimila personne, senzaquelli di lüori, che furono diecisettemila, cosi annoverati da’ parroclii.“