15. Jahrhundort.
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die Pest auch in Frankfurt a. M. Sie war nach Staindls Chro-nik in Oesterreich , Böhmen , Baiern *), Schwaben , ja in ganzDeutschland , nach Aventin sogar in der ganzen Christenheitverbreitet. Um Weihnachten 62 begann die Pest zu München und dauerte bis Sept. 63; dieser Epidemie fiel Herzog Johannzum Opfer. Am Samstag nach Michaelis wallfahrteten 5000Münchener , Männer und Frauen, „mit grosser Andacht warnen-den Augen“ zum Heiligtum auf Ander. (Kerschensteiner.)
In den J. 63 und 64 war die Pest in Zittau . In diesenJahren war das theils schon erwähnte grosse Sterben zu Nürn berg , welches 20—28000 Menschen mitnahm (Falkenstein 331).Im J. 64 von April bis in den Sommer starben zu Danzig 20 000an der Pest. In Grlogau, wohin sie von Westen aus über Meis sen gekommen, herrschte sie vom 15. Aug. bis 2. Dez. An ein-zelnen Tagen des Sept. und Okt. starben je 57, 68, 45 Personen.Theuerung war damals nicht. **) Auch Stade litt ungemein durchdie Pest. In den nördlichen Küstenländern war man nirgendwovor ihr sicher. In demselben Jahre war die Pest in Venedig ,zum 4. Male den neunjährigen Typus beibehaltend (38, 47, 56,■64, dann aber 68). Im J. 1464 wurden in Italien beeidigteKrankenwärter resp. Leichendiener von der Gemeinde bestellt.
Im J. 65 war die Pest in IIom und Ancona . (Brief Bes-sario’s.) 65—67 war sie in Pleskow.
Sie wüthete 66 in Lossen fürchterlich***) Zu Metz starbenin 4 Monaten 4000 Personen. Im J. 67 nahm sie in Paris inner-halb 2 Monate 40000 Personen mit.f) Sie grassirt in mehrerenHegende* Spaniens , namentlich zu Barcellona.
Nach einer längern Pause trat die Pest 1467 wieder inKonstantinopel sehr heftig auf. jf) In Nowgorod und Umgegendsollen über 230000 Menschen weggerafft worden sein. YonOsten her kam die Pest wieder nach Glogau ; sie grassirte stark,in den Dörfern mehr als in den Städten. (Ann. Glogov.) ImJ. 67 Pest in Augsburg ; über 11000 Todte nach Sauer’s Städte-buch. Die Augsburger Chronik von Zink berichtet noch von diesem
*) „Regnavit pestilentia magna in partibus nostris, obierunt ex par-rochia Undersdorf' (Indersdorf) et ex villa Glon 180 utriusque sexus.“Not. Und. in M. G. XVII.
**) Vgl. Eschenloer Hist. Wratisl. 103, bes. den deutschen Text I,253, über die Pest von 67 II, 83.
***) „1466 Notandum quod in oppido Lossensi per totam sequentem-aestatem tantum inhorruit pestilentiae tabes, quod, nisi quis fugae conso-luisset, vix debacehantem mortem declinare valuisset. Mors enim ipsaper peätiferum morbum fere totum oppidum hominibus exhausit feralitermagnos parvosque depascendo consumens.“ De Los Chron.
f) „1467 Furieuse peste causee par les vents du midy dont l’haleinechaude et humide soufflant durant cet este empesta l’air, de Sorte qu’äParis et aux environs il mourut 40000 persons en 2 mois.“ Mezeray.
ff) „Aestate h. a. (6975 a. m.) Constantinopolim, Adrianopolim, Callio-polim et flnitimas urbes et vicos, oppida et regiones pestilentia invasit,■qualis longo temporis spatio non fuerat, ita ut multas hominum myriades,■nedum chiliades, e medio abiisse dicant; in quorum numero despotae filiaerat.“ G. Phrantz. IV.