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15. Jahrhundert.
21. Sept. begann, in Bedford und Cambridge grössere Verhee-rungen angerichtet haben, als das Schwert, welches doch ineinem fürchterlichen Bürgerkriege seit 30 Jahren gewaltet hatte.Nach Forest waren unglaublich Viele daran gestorben. AuchTh. Moore spricht von der Gefährlichkeit dieser Epidemie. Anmanchen Orten soll ein Drittel der Bewohner daran gestorbensein und von 100 Erkrankten kaum Einer davon gekommensein (Willisi Pharm, rat. 1680, 142). Später kam man auf eineganz einfache Behandlung der Krankheit, wodurch sie fast alle Ge-fahr verlor. Gleichmässig unterhaltene Bettwärme mit lauem.Getränk und massigen Cordialen genügten zur Heilung (Baco).Sonderbarer Weise sollen bei diesem ersten Auftreten des Schweiss-fiebers nur Engländer, selbst im Auslande (Flandern , Frankreich )blos diese befallen worden sein. Am 1. Januar 86 nach einemSturmwinde hörte die Krankheit (im Lande?) plötzlich auf (Molo).Oder blieb sie ein Jahr lang in England herrschend, wie South-wood Smith schreibt? Vgl. A. 1525.
Verschiedene Chroniken sprechen beim J. 86 von Epidemienin Deutschland . (G. Fabr. A., A. Misn.) Grossentheils sind dieswohl typhöse Fieber gewesen. Hirsch bezieht diese Epidemienauf brandigen Ergotismus. Es soll aber in Meissen der bis dahinunbekannte Scorbut aufgetreten sein. Jedoch war auch die Pestim Gange. Sie soll noch in England geherrscht haben (Papon).Jedenfalls trat sie in d. J. in Spanien als Bubonenpest auf..86 und 87 war solche auch wieder in Pleskow und Nowgorod .
In den Niederlanden herrschte 1487—89 die Pest. „Als imJ. 1487 es anfing, dass zu Antwerpen Viele an der Pest starben(schreibt Bertyn), heftete man an fast allen Häusern den NamenJesu an, worauf bald die Epidemie auf hörte.“ Schlimmer ginges in andern Städten. Zu Gent sollen 40 000, zu Löwen 20 000,.zu Ypern 15 000 gestorben sein. Andere Orte wurden fastmenschenleer, so das Städtchen Sichern, wo an 300 eines Tagesbegraben worden sein sollen, 30—40 in Einer Grube. 1487 oder 88sollen in Brüssel , ohne die in den Spitälern Gestorbenen, 36 000an der Pest gestorben sein. Es herrschte zugleich Nahrungs-mangel. (De Smet Chrom de Eland. H.) Nach Torfs war es-im J. 89, dass dort 33 000 an der Pest gestorben sein sollten.Bei dieser Pest verewigte sich der Geistliche Thierry von Mün-ster (Dieterich Kölde), der von einer Hütte aus auf dem grossenPlatze das Viaticum zu Tausenden Sterbenden hin trug. (Vgl..Ernsing D. Kölde im Hist. Jahrb. XII. 61.) Demanet macht esübrigens wahrscheinlich, dass höchstens 3000 Menschen in zweiJahren in Brüssel an der Pest starben. (La peste de Bruxellesen 1489 in: Precis histor. Brux., 1878, VII.)
1489 wurde der Bau des Pesthospitals zu Mailand angefan-gen. (Manzoni.) Bei einer Belagerung (89) starben von derArmee Ferdinands 17 000 Mann. Die nächsten Jahre vor 90bezeichnet Villalba als solche, in denen im südlichen Spanien pestartige Fieber mit Drüsengeschwülsten herrschten. (Epidemioh