200
15. Jahrhundert.
Verf. spricht auch von der durch Tliiere vermittelten Ansteckung.Künstliche Geschwüre, Krätze, Impetigo, Gelenkkrankheitenschützen ; als Prophylacticum wird deshalb empfohlen, das Hemdeines Krätzigen anzuziehen. Wenige Aerzte, oder vielmehr keinerder unseren, sagt er, wagen es, Pestkranke zu besuchen.
In d. J. 93—96 herrschte das gelbe Fieber in Veracruzund S. Domingo. (Mathäi Unters, u. d. g. F. 1827.)
Die „Madorra“ raffte im J. 94 auf den Canarischen Inselnden Pest der Guanen hin. (Humboldt Aequin. I, 284,) Man leitetediese Seuche vom Faulen der Leichen nach einer Schlacht ab.
Im J. 94 herrschte die Beulenpest zu Granada , Tarragon,Saragossa und fast überall in Aragonien (Will.) Auch die J. 94,95, 97 waren Pestjahre für Spanien . Im J. 94 war die Pest auchin Venedig . Im J. 94 zeichnete A. Dürer sein Pestbild, einenHolzschnitt, der einen Kitter mit Federhut und Mantel darstellt,an dessen entblössten Armen und Beinen schreckliche Pestbeulenzu sehen sind. Es hängt dies wohl mit der Nürnberger Epidemiedieses Jahres zusammen. „1494 wart an viel enden in teutsclienlanden ein grosser sterb und fieng sich hie zu Nürnberg an vorsant Gilgen tag und es flohen die erbergen vast hin dan, und dersterb weret piss zu Weihnachten “ (genau wie 1434) „und starbenein tag auf das maist pei 90, etwa 100.“ (Tücher’sche Forts.)Die Akme war am 17. September mit 114 Todten (im Jahre 1505war sie am 19. September); vom 8. Sept. bis 9. Okt. starben805, im Ganzen zu Nürnberg , Werd, S. Lienhart, San Jolian bisNeujahr 9780. (Deichslers Chron.) Hinsichtlich der Kranken-pflege und Verhütung der Ansteckung war man nicht unthätig.(Chron. d. deutsch. Städte I. 1874, S. 580, Anm. 5.) Zu Mem mingen erschien in diesem Jahre eine „wunderbare instructionund unterwysung wider die pestilentz.“
Im J. 94 herrschte auch am Rhein , in Schwaben , Baiern,Franken eine der Influenza ähnliche Epidemie nach voraus-gegangenen Epizootien. (Grüner. Vorher war eine Seuche unterden Waldthieren in Polen und Oesterreich. Rockenb., Chr. Mell.)Die fast in ganz Deutschland verbreitete, überall 3 Monate an-haltende Epidemie (Chr. Walds.), mag eben nur Influenza ge-wesen sein. Damit hing vielleicht das Vorwalten der Pleuritisin Ferrara zusammen (Muratori).
Scorbut war in Deutschland , Portugal und Irland jetzt gemein.In Asti wurde Karl VIII . von den Pocken befallen.
Pest und Hunger tödteten im Jahre 1494 zu Stablo undMalmedy 2100 Personen. (Ann. d. hist. V. am Nied . 8, 56.)
■" Schon im J. 94 wurde des Sterbens wegen verboten, Fremdein Landshut einzulassen; aber es kam doch im folgenden Jahredort „ein grosser sterb“; er war am stärksten vom 15. Juli bis13. Dezember. In Stadt und Umgegend starben an 3000 Menschen.Viele Bürger flohen aus der Stadt. (Landsh. Rathschr.) 95 Pestzu Erfurt . Zu Leisnig in Sachsen grassirte sie sehr stark. Die