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14. Jahrhundert.
Nachtrag zu S. 172, die Jahre 1390—99 betreffend*)
Auf 1390 setzt Papon die Pest in Genua und der Provence .Von Perugia aus wurde die dort 1390 ausgebrochene Seuchedurch einen Flüchtling nach Bologna weiter getragen; im Nuverbreitete sie sich über Genua, Brescia, Bologna , ohne währendeines Zeitraums von 10 Jahren von ihrer Wuth nachzulassen.(Hoerschelmann.) Im J. 90 wurde Nordengland von Krankheitenverheert.
Im J. 90 oder 93 starben zu Lübeck 18—19 000 an der Pest,(Becker), wenn hier nicht die in früheren Jahren Gestorbenenwieder aufgeführt sind.
Im J. 91 war eine sehr verheerende Dysenterie in England.Braunschweig war zum 4. Male von der Pest befallen. (LeibnitzIII, 594.) In diesem oder dem nächsten Jahre herrschte die Pestgrausam in den "Wendischen Städten (Schröder). 1391 wurdenin den Ardennen viele von der Pest weggerafft (Ohr. v. Malmedy ).1391 sehr grosse allgemeine Pest in ganz Europa , woran unzähligestarben. (Chron. des Hauses Geull.)
93 war eine grosse Pest in Thüringen, besonders zu Erfurt ; zuEisenach starben über 3000 Menschen „peste epidemiali“ (Thüring .Geschichtsqu. 1855). (Papon erwähnt die Thüringische Pest mitdem Kometen, den Begenüberschwemmungen u. der Hungersnothbei 1391.) Zu Salzburg ist eine besondere Seuche (pestilentiaquaedam particularis satis magna - . Cont. mon. L. Petri SS. IX, 841).
Im J. 94 soll in Leipzig und Braunschweig die Pest gewesensein (Mencken). Auch herrschte sie in Preussen (Posilge) undam Bhein (Jac. de Susato). In diesem Jahre verbreitete sich diePest in Spanien; zu Valencia starben 12 000 daran (Villalba). Inden zwei nächsten Jahren war sie allgemein in Spanien . DerKönig zog ihretwegen von Barcellona nach Perpignan .
Die Pest hauste in Sagon, wo sie auch die Klosterbrüdernicht verschonte (Cat. abb. Sag.). In Friesland suchte sie Rustrin-gen arg heim. (Ehrentraut Eries. Arch. 1,119.) In Glogau tratsie sehr mörderisch auf.
1396 „grote Koghe in nedderlanden, sunnerliten to Lubekeunde to der Wismar , dar alto vele Volkes starb“ (Detmar). DiePest herrschte zu Lübeck von St. Jakobstag (25. Juli) bis St.Martin (11. November), an andern Orten viel länger. Die meistenstarben an den Drüsen. (Nach Becker wäre es im nächsten Jahre,,dass viele Tausende zu Lübeck wegstarben.) Ein heftiger Orkanin der Williclisnacht (23. Febr.) reinigte die Luft. Das AachenerStiftsarchiv erwähnt die grosse Pestilenz dieses Jahres, Zantflintdie grosse Theuerung des Korns.
96, 97, 98 sollen noch Pestfälle in Magdeburg vorgekommensein. Leipzig (Chron. Lips.) und im Herbste Eichstädt (L. pont.
*) Durch einen nicht aufgeklärten Zufall an der betreffenden Stelleausgefallen.