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16. Jahrhundert.
umb der grossen sterfde, dat sie seigen ind kranken sin moisten,dabi bleifen ind sie zo warden“. Das Besuchen der Gräbersollten sie wegen Gefahr der Ansteckung meiden, um die Kran-ken bedienen zu können.
Im Jahr 2 war sie sehr verbreitet, besonders in Deutsch-land *). Sehr mörderisch trat sie in diesem Jahre zu Brüsselauf, oft 500 Menschen an einem Tage wegraffend**). Es kamenplötzliche Todesfälle wie vom Blitzschläge vor, bei Personen, dieam fröhlichen Mahle sassen. Wie vor hundert Jahren, so wurdeauch in diesem Jahre zu Frankfurt a. M. eine Bussprozessionwegen der Pest gehalten. (Latom.) In Stuttgart sollen damals an4000 hingerafft worden sein (Sattler), zu Basel 5000 (Wurstisen).Die Universität Tübingen zerstreute sich wegen eingerissener Pest.Auch in der Stadt Hannover war solche. In Catalonien herrschtesie den ganzen Sommer. Aix und andere Orte der Provence wurden von der Pest heimgesucht (Papon).
Wenn Wurstisen meinte, im Jahr 3 habe die Pest geruht, sogilt dies unter andern nicht für Frankfurt , wo sie sich in diesemJahre zeigte. In diesem Jahre war die Pest sogar sehr starkim Rheinlande. In Aachen tödtete sie eine ungeheure Zahl vonMenschen, in der einen Jakobstrasse (lange und weite Strasse,in meiner Zeit auch ein Hauptsitz der Cholera) wurden über200 die Beute der Epidemie; in der betreffenden Pfarrkirchesprangen vom häufigen (?) Lärrten die Glocken (Chron. desMünsterstifts). In diesem Jahre war auch die Pest in Ratingen und andern Orten des Belgischen Landes sehr heftig, ebenso inBrüssel, Antwerpen und Leiden. Wegen einer ansteckendenKrankheit, die zu Köln , auch im nächsten Jahre, herrschte,flohen Professoren und Studenten zu einem Kloster in Kaisers-werth . Die Pest herrschte in der Campine und scheint in dennächsten 20 Jahren in Belgien fast nicht ausgegangen zu sein.(Heylen.) In Frankreich herrschte eine mörderische Pest allge-mein, vor welcher man in die Wälder floh, wo aber, die Meistendurch Hunger oder Pest umkamen oder von Wölfen gefressenwurden, weshalb man Jagden auf diese veranstaltete (MezerayH. d. Fr. II). Auch für Genf gelten die Jahre 3—5 als Pestjahre.In den Jahren 2—4 herrschte auch der Typhus , als nova etdira aegritudo bezeichnet. (Chr. Argent., Chr. Hirsaug., Mansf.Chronik.) Ausser vielen Todesfällen an den Franzosen war imJ. 2: „an sonder Sterb im Hauptwee und Füeber, auch an der
*) „Anno 1502 saevissima pestis omnem Germaniam longe latequepopulata est. Multorum opinione ii tune extineti sunt, quorum vestibussupra diximus cruces sanguineas incidisse“ etc. L. Surii Comm. br. 1586.
**) Strenggenommen sagt Gemma dies nicht bestimmt von der Pestdes J. 2; er scheint sie aber dabei gemeint zu haben. Theuerung undgrosse Excesse der Winter- und Sommertemperatur gehen im J. 1 vorher:„Talis potissimum pestis viguit a. 1502 famem et vehementes aeris intem-peries anni proximi comitata. Namque hyems tum ferox praecesserat, utet animalia bruta passim necaverit, aestas ardoris adeo saevi ut arboresaccensae solis radiis confiagarent.“ (Schenck Obs. VI, 870.)