16. Jahrhundert.
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7 regierenden Bubonenpest kennen wir aus der Beschreibung,welche Vochs (Pest. a. praes. 1507) davon hinterlassen hat. Zu-erst Wärmegefühl und Unruhe in der Herzgegend, Verlangennach kalter Luft, tiefer pfeifender Athem; beim eigentlichenAusbruche sehr verschiedene Zufälle, bald apoplektischer, baldpneumonischer Art, Husten, Gähnen, Angenschmerz, Pustelnauf der Zunge und am Zahnfleische, Kolik, Schmerzen in derNierengegend, paralytische und podagraähnliche Zustände; dazukamen sehr bald die gewöhnlichen Pestsymptome: Kopfweh,Delirien, Lethargie, Nasenbluten, Excoriation der Mundhöhle,Bräune, Pleuropneumonie, ßlutspeien, Herzzittern mit fre-quentem kleinen Pulse, heftiger Durst, trockene, rauhe, schwarzeoder citronengelbe Zunge, zuweilen nach Erbrechen und Durchfalltödtliche Ohnmächten. Uebler Geruch des Athems und des gelassenenBlutes, schwarze Farbe des Erbrochenen und der Stühle, Harn-verhaltung, übermässige Schwäche, Lähmung der Sprache,Schluchzen, kalte Schweisse waren absolut ungünstige Erschei-nungen. Zeitiger Ausbruch von Exanthemen, wie Yariola oderMorbillen, sowie der Bubonen und Karbmikeln, gab eine gutePrognose, erst am 3. oder 4. Tage oder noch später erscheinendeaber eine ungünstige. Auch wird brandiges Absterben der Glie-der erwähnt. Kachektischen Personen, Gelehrten und überhauptSolchen, die eine sitzende Lebensart führten, war die Krankheitbesonders gefährlich.
1507. Eine schon drei Jahre in vielen Ländern herrschendepestartige Seuche wüthete auch in allen Gassen Meiningens.Blutfarbene Kreuzchen am Leib waren sicheres Todeszeichen.(Flecktyphus?). Von Mitfasten bis Martini starben 1100. GegenAugust starben im Kloster Miechow ausser der Aebtissin noch27 andere an der Pestkrankheit. (Mon. Germ. XIX, 535). Auchzu Meissen war im J. 7 die Sterblichkeit gross. (Spaan.)
Im J. 7 werden in Westindien durch die Blattern ganzeStämme aufgerieben.*)
Yom J. 8 erwähnt Diemerbroeck eine berüchtigte Pest, diewohl in Holland ihren Sitz hatte. Zu Maestricht war ein starkesSterben, von Mai an besonders unter Jungfrauen und Frauen.(M. Chron.) Das Erscheinen von Heuschrecken (Heers) deutetauf grosse Sommerhitze. Die Pest war auch in Zittau und Genf .Bis 8 dauerte der in Italien verbreitete Typhus. Pest in Neapel (Capocci).
Pestschriften: P. Bairus, Taurini 1507, Guilh. Brixiens. in s.Practica, Ven. 1508.
Im J. 9 war grosses Sterben zu Haarlem und Leiden (Spaan).Im Kloster Ellen bei Düren stirbt Abt Joh. v. Steinfeld an derPest.**) Zu Danzig war die Pest. Schrecklich wüthet sie in
*) Zu Anfang des 16. Jahrh. beschrieb Ouno von Salzwedel dasVerpflanzen der Menschenblattern durch pockeneiterige Hemden.
**) 1509 erschien zu Cöln: „Vur die pestilentz Vil schöner receptund lere wie man sich mit guedem regiment, wanne grois sterffden synt