16. Jahrhundert. Englischer Schweiss.
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■und wieder weggenommen habe. Zu Marburg zerschlug sich dievon Luther und Zwingli (1528 nach Sprengel) gehaltene Synodewegen (dieser?) Seuche.
Eine der interessantesten Epidemien ist die S chweisss uchtdes J. 29. Wie oben gesagt, hat man schon in einigen vorher-gehenden Jahren Aehnliches gesehen. Cf. 1525. Willis setzt dieEpidemie auf 28, ebenso Guy und Molo; doch ist das Jahr 29jedenfalls das, worin die Haupt-Epidemie stattfand. Wie imSommer des J. 7 und im Juli des J. 18 (?), so begann auch imMai des J. 29 die Epidemie zu London . Sie verbreitete sichdiesmal mit grosser Schnelligkeit über ganz England bis an dieschottische Grenze, ohne diese aber zu überschreiten, wohl abernach Norwegen und Dänemark. Island blieb verschont (Guy).Eolgen wir dem Berichte von Tyeng (bei Forest, Obs. YI), soging sie früh schon nach Polen , suchte darauf von Reich zuReich wandernd die deutschen Seestädte an der Ostsee heim,drang rheinaufwärts in einen grossen Theil von Deutschland vor, im Sommer aber abwärts von Köln unglaublich schnellnach Jülich und Lüttich, nach Brabant, Flandern, Geldern, Hol-land *) (nur Alcmar und Waterland grossentheils verschonend),um endlich wieder heimwärts zu ziehen. Unter den zahlreichenOpfern des engl. Schweisses zu Antwerpen waren der Bürger-meister van Lier, Rogier van der Weyden, **) angeblich auchQuinten Matsys. Der engl. Schweiss kam nach Mecheln , Brüssel,Gent, Bruges, Mons etc. Nirgend aber hauste er schlimmer als inZeeland , denn nach Reygersberg starben blos zu Zierickzee 3000Pers., auch Middelburg , Yliessingen, Tervere, Arnemuiden wurdenarg mitgenommen. Schweden, Livland und Russland wurdenauch ergriffen, letzteres aber wohl erst im nächsten Jahre. NachGrüner drang die Epidemie durch Russland bis China vor.(Itiner. sud. Angl.. 1805.) Frankreich und die südlichen LänderEuropas blieben frei. In der Schweiz war sie auf den nörd-lichen Theil beschränkt. Tyeng spricht auch von einigen Städtendes Orientes.
Die meisten und zuverlässigsten Beobachter hielten dieKrankheit nicht für contagiös. Hirsch hält darum, die gewöhn-liche Angabe, dass die Krankheit durch ein Schiff nach Ham-burg verpflanzt worden sei, für unglaublich. Die Art, wie siein 5 Monaten von Land zu Land wanderte, kann man sich jedochnicht anders als durch Mittheilung erklären. Sie erschien am25. Juli zu Hamburg, am 31. zu Lübeck , etwa um diese Zeit
*) „Orta est lues, cui sudoris angiici nomen — indiderunt, a. 1529circa aestatem, post humidissimam aeris Constitutionen, ut a patre, quieundem morbum passus est tum temporis, evasitque feliciter, saepiusaudivi: primum vero ex Britannicis locis terras maritimas Hollandiae etc.pervagata, cellerrime in Flandriam sparsa, uno die infanda sudoris eluviehominum multa millia suffocabat.“ G-emma Cosmerit. I, 8. —
**) Dies könnte nur „der Jüngere“ sein. Qu. Matsys ist 1531 ge-storben.