16. Jahrhundert.
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erlangte auch keine weitere Verbreitung. Frauen und Kinderblieben verschont.
Die Brünner Krankheit (eine im Bade durch Schröpfköpfeauf Viele übertragene Syphilis) gehört nicht zu den Seuchen,die der Gegenstand dieser Schrift sind. Blattern herrschen ind. J. zu Brescia. In der Gegend von Montpellier herrschtendie Pocken unter den Schafen. (Joubert und Babelais.)
77 Grosse Kindersterblichkeitin Sondershausen . InFrankreichverursachten die Pocken eine Niederlage, wie nie seit MenschenGedenken gesehen worden. Alle Erkrankte starben. (Ballon.)
Im J. 78 werden die in Schweden herrschenden Pocken bo-schrieben. Scharlach soll in Deutschland gewesen sein. (Molo.)
Nach Hammer (IV, 43) ist die Pest in d. J. in Konstantinopel .Sie ist auch in Italien, Livland, Schweden, in Arnstadt (Schuchardt).Nebst der rothen Buhr haust sie in Brabant. (Spaan.) BrüsselWar überfüllt mit Pestkranken. Das St. Johann-Spital war be-ständig mit 200 Kranken belegt. Ein officielles Document sprichtvon 2000 Todten; man hat diese Zahl um das 6—10 fache, jaüber das 13 fache übertrieben. Die Einwohnerzahl betrug damalsnur 50—60000. Aehnliches gilt von den 44000, die zu Löwengestorben sein sollen, und von der Nachricht, dass in der kleinenStadt Leau nur 18 Paare von 400 Haushaltungen übrig gebliebensein sollen; doch zeigt sich die Heftigkeit der Seuche zuNamur, da-rin dass dort ein neuer Kirchhof angelegt werden musste. Auchzu Lüttich hatte man keinen Platz mehr auf dem Kirchhofe fürdie Todten. Zu Löwen, wo sie eingerissen ist, widmeten sichdie in ihrer Lehrthätigkeit gestörten Jesuiten dem Kranken-dienste; 4 Väter erlagen der Ansteckung zu Löwen, 7 anderestarben als Opfer gleicher Hingebung in andern Städten. —■ Esbrach im Sommer d. J. im österr. Heere auf dem Wege nacliNamur die Pest aus. Don Juan d’Austria , der ohne Scheu vor-der Seuche Kranke und Sterbende besucht hat, starb daran am1. Okt. — 1578 starben 5000 zu Erfurt . (Chr. Petr.) Eine Epi-demie zu Jena, Weimar, Arnstadt . — Es erschien in dies J. dasSchriftchen von Quernter über die „jetzt regierende Pestilentz“,ferner Bayri tr. de peste.
Im selben Jahre war die Grippe epidemisch (Baillou), einsich schnell verbreitendes, wenig gefährlich Katarrhalfieber, co-queluc (Thuan). Spaan setzt die Verbreitung des Brenners oderdes Nürnberger Pips in Deutschland auf 79. Vgl. 80.
1579, hauptsächlich nach der dreimonatlichen Belagerungund Einnahme von Maestricht, welcher ein dreitägiges Blut-bad folgte, wobei es an 10000 Leichen gab, herrschte diePest in den Provinzen Lüttich und Limburg, zu Paris und anvielen andern Oi'ten. In Lüttich wüthete die Pest 3 Monatelang, wobei die Todten in den Strassen lagen.*) Ein am 30. Juli
*) „1579. Septembri , Octobri et Novembri mensibus Leodii et in
vicinis oppidis, ut etiam plerisque Belgii locis inprimis Lovanii pestis
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