16. Jahrhundert.
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91 und 92 herrschen Hungerseuchen in einem grossen TheileDeutschlands. 90—98 Pest in Zweibrücken . 90—91 Influenza.(Webst. Zeviani) 90 Spanischer Pips in vielen Ländern (KnautKloster Altenzell). Vom J. 91 erwähnt Sennert ein Katharrhal-fieber, von dem der J. 80 etwas verschieden.
1591 ist die Pest in Shropsliire. Zu London *) sterben18 000 Pers. daran. Ferner ist sie zu Gera . (Burkh.) Petechial-fieber mit Hungersnoth dauern in Italien fort, sie herrschen zuTrient mit Pleuresien, auch in Born und Sicilien. Sie dauerten4 Jahre. Nach Papon starben durch Pest und Hunger 60000zu Bom.**) Man hat Hungersnothmünzen von Bom und Parmaaus d. J. Mezeray erwähnt eine grosse Sterblichkeit in d. J.durch Pest und Hungersnoth. Scorbut (angeblich von verdor-bener Kuhmilch) wurde in Schlesien gesehen.
92 war die Pest in Spa (Body). In den J. 92 und 93 warsie fürchterlich in Konstantinopel ; diesmal wurden öffentlicheGebete im Freien veranstaltet; theilweise zog das Volk 3 Stun-den weit, um zu beten, währenddem in der Stadt die Lädengeschlossen blieben. Die Wirkung dieser heilsamen Lüftungwar, dass am nächsten Tage statt 325 Leichen 100 weniger zumAdrianopolitanerthore hinausgetragen wurden (Hammer). — 1592war Ergotismus in Schlesien .
1593 ist die Influenza allgemein verbreitet; im Juni herrschtsie in Frankreich (zu Besancon nach Chiffler), im Juli in Italien.***)Petechialfieber in Bom. Pest herrschte in Berlin und London .(Bussei.) 1593 März begann nämlich die Pest wieder in London , umin 20 Wochen das Maximum der täglichen Todesfälle (983) zu er-reichen und in weiteren 20 Wochen auf 39 zu fallen (Guy);21 000 starben (Parkin). — Die 6. Baseler Pest fing am Ende d. J.an und dauerte das ganze nächste Jahr hindurch; sie nahm, zu-folge der jetzt zum 1. Male gemachten Listen, etwa 900 Personenmit; darunter war ein Charlatan, der einen Spiessglaswein alsPestmittel gepriesen hatte. Viele wurden aber geheilt.
Hornstein Sterbensflucht oder Bericht von Sterbensläuff derPest. Sampt angehengter frag und antwort, ob man derselbenZeit flieehen soll oder nit. Ingoist. 1593. Parisi avvert. s. 1. peste,Pal. 1593.
*) Sehr selten ist das 1592 zu London herausgegebene Schriltohen:Clood Councell against the plague, shewing sundry present preservativesfor the same, by wholsome l'umes, drinks, vomits, and other inward receits:as also, the perfect eure (by inplaysture) of any that are therewith infec-ted. Nowe necessary to be observed of every Housholder, to avoyde theinfection lately begun in some places of this Citti. Written by a learnedPhisition, for the health of his üountrey, 12 pages.
**) Aloysius von Gonzaga , ein Herzogkind, pflegte bei der Pest desJ. 91 Tag und Nacht die Kranken, bis er selbst angesteckt wurde undunterlag.
***) „Ao. 1593 aestas insalubris, morbo prius populari accedente, ridi-culo nomine Castronum, obortis tertianis praesertim quas duplices vocant,quartanis, dysenteriis, fluoribus ventris et acutis febribus.“ (Cognatus.)