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Trooster umzusehen und viele heilsame Verordnungen zu ver-künden, z. B. über Strassenkehren und Bezeichnung der Pest-häuser. Die Krankheit dauerte bis 1666; nach Tenestra undFeith starben damals 150 Personen wöchentlich.
Vor 65 Pocken alljährlich in London . (Sydenham.) Einegrosse Sterblichkeit des Viehs wurde 64 oder 65 vor der Pestin England beobachtet. 64 oder 65 scheint in Konstantinopel die Pest gewesen zu sein. (Rer. synops. 1715.) 65 Gelbes Fie-
ber in St. Lucie.
Entzündliche Krankheiten gingen der Londoner Pest voraus,auch ein continuirliches Fieber mit mehr Kopfschmerz, Diarrhoeund heftigen Vomituritionen, als beim Fieber des J. 61—64.
Die Londoner Pest nahm folgenden Verlauf. Als im Dez.des J. 64 sich ein heftiger Frost für 3 Monate einstellte, kamenwährend dessen nur wenige Fälle von Pest vor. Nachdem derFrost aufgehört, begann sie sich zu verbreiten. Ihren Anfangsetzt man aber nicht auf Ende März, sondern auf Ende April 65.Man nannte sie „Poors plague“, obwohl sie keinen Rang ver-schonte. Anfangs war sie auf den höchsten Punkten der Stadt,von wo sie nach den tiefem fortschritt Besonders wüthete sieim Aug. und Sept. Das Maximum erreichte sie mit 21 Wochen.Es starben im Allgemeinen damals 3—5000, einmal 7165, in derWoche, ja um das Herbstäquinoktium 8000 (Sydenli.), obwohl2 /3 der Einwohner geflohen waren. Man begrub 30—40 Leichenin Einer Grube. *) Die Zahl der Todten war am grössten in einer
*) Ein schreckliches Bild der Rohheit des gemeinen Volkes malt Danielde Poe, der Verfasser des ersten Robinson, in dem Werke: „Memoirs ofthe Plague“, seinem berühmten Tagebuch über die Londoner Pest imJ. 1665. Es ist die düstere Nachtscene in der Elstertaverne in der Nähe dergrossen Leichengrube von Aldgate . „Es war daselbst eine entsetzlicheSippe von Gesellen, welche inmitten all dieses Schreckens dort jedenAbend zusammenkamen und sich allen Ausschreitungen von Schwelgenund Lärmen überliessen, wie es ihre Gewohnheit zu allen anderen Zeitengewesen war. . . Sie sassen gewöhnlich in einem Zimmer zunächst derStrasse; und da sie immer so lange in die Nacht hinein blieben, so auchbis der Todtenkarren die Strasse nach Houndsditch zu vorbeikam, sopflegten sie oft die Fenster zu öffnen, sobald sie die Glocke dieses Todten-karrens hörten, und hinauszusehen. Und da sie oft schmerzliche Klage-rufe von Leuten in den Strassen oder vor ihren Fenstei-n vernahmen,während die Karren vorbeifuhren, machten sie ihre unverschämten Spötte-reien und Witzeleien über diese Klagen, besonders wenn sie das armeVolk zu Gott um Gnade flehen hörten, wie dies Viele zu jener Zeit aufihren gewöhnlichen Strassengängen zu thun pflegten. Diese Gäste derElstertaverne, ärgerlich, dass ein beklagenswerther Herr, der soeben Frauund Kinder in der nahen Todtengrube hatte verschwinden sehen und ohn-mächtig hereingebracht worden war, in diesem Hause, wo man ihn kannte,gastliche Aufnahme und Pflege finden sollte, liessen sich gewaltsam gegenden Wirth aus, weil er dulde, dass ein solcher Bursche, wie sie ihnnannten, aus dem Grabe heraus ins Haus gebracht werde. Doch da manihnen antwortete, der Mann sei ein Nachbar, völlig gesund, aber über-wältigt von seinem Familienjammer, verwandelte sich ihr Aerger inSpöttereien über den Armen und seinen Kummer um Frau und Kinder,