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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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17. Jahrhundert.

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mate praegresso . . . Quibus hoc obtingit, iis integrum est perpublicas plateas pro lubitu obambulare ac communia vitae mu-nera, sanorum more, spreta omni regiminis cura obire . . . ("Wieer an späterer Stelle sagt, war es für diese gefährlich, sich zuBett zu legen, um zu schwitzen, wie denn überhaupt die schweiss-treibende Methode sich schädlich erwies.)

Nec vero nullius est momenti illum ipsum annum tot milliumstrage funestum, alioquin mitissimum et saluberrimum exstitisse;omnesque qui a peste immunes perstiterunt, nunquam meliorivaletudine usos fuisse; quin et eos qui ab eadem convaluissent,cachexiae aliisque affectibus a residua priorum morborum labeprovenire solitis, non magis obnoxios deinceps vixisse.

Durch Flüchtlinge verbreitete sich die Pest in alle Städte ander Themse , auch die gesundeste Ortslage nicht beachtend, undergriff den grössten Theil der Städte Englands, in Kent , Sussex,Hampshire , Dorset , Essex , Suffolk , Norfolk , Warwick und Derby.Die grossen Jahrmärkte wurden deshalb eingestellt.

Für England waren zudem die nach einem heftigen Wintervorgekommenen Pleuropneumonien und Anginen sehr verderblichgewesen (Sydenham). Zu Glenf herrschte in d. J. die Choleraepidemisch. (Macph.)

Eine Seuche (gelbes Fieber V) herrschte auf Barbadoes.

Auch Holland , Deutschland und Frankreich wurden im J. 65von der Pest ergriffen. In Leyden hatte die Pest noch etwasfrüher als in London begonnen. (Marggrav.) Vereinzelte Fällekamen zu Baden in der Schweiz vor. (In der Pfalz Viehseuche.)

Schon Anfangs Sept. 65 hatte die vom Niederrhein überKöln und Brühl vordringende Pest Bonn erreicht. Im Beginnschwach auftretend forderte der unheimliche Gast bald zahlreicheOpfer.

Die im J. 6566 zu Köln herrschende Pest hat v. Mehringumständlich beschrieben. (Annal. d. hist. Vereins für den Nieder­ rhein , 1858.) Sie begann gegen den 20. Juli; über einen Monatlang hatte sie noch einen schleichenden Charakter bewahrt. Erstallmälig gelangten die polizeilichen Verordnungen zur Bekämp-fung der Seuche zur Ausführung. Der Handel wurde sehr ein-geschränkt. Die Handhabung der Peinlichkeit in den Strassenwurde strenge eingehalten. Dabei entwickelte sich ein hart-näckiger kaum glaubwürdiger Kampf gegen die haufenweise inden Strassen umherlaufenden Schweine, wobei erst die Keuledes Wasenmeisters die Entscheidung brachte.

Ausser vielen anderen Vorbeugungsmaassregeln wurden zuKöln folgende ins Werk gesetzt: der Lauf des Bachwasserswurde frei gemacht, der Verkauf alter Kleider aus infizirtenOrten und von Lumpen verboten; Landstreichern wurde derEingang in die Stadt verwehrt; Badstuben, worin eine Infectiongeschehen, wurden unbrauchbar gemacht. Gegen den 9. Sept.griff die Krankheit heftiger um sich. Man befahl Schliessungder befallenen Häuser, deren Bewohnern durch eine Oeffnung