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17. Jahrhundert.
Im selben Jahre 66 war es, dass Newton, durch die Pest ausCambridge vertrieben, durch den Pall eines Apfels veranlasstwurde, zu prüfen, ob die Schwere beim Umlaufe des Mondesim Spiele sei.
Mit Frühjahr 66 hörte die Pest zu London ganz auf, eincontinuirliches Fieber dauerte bis Frühjahr' 67 (Sydenh.).
Im J. 67 kamen jedoch in London noch 35 Pest-Sterbefälle vor.(Ueberhaupt scheint London nach Guy nicht vor 1680 ganz pest-frei geworden zu sein.)
Zu Linz am Bliein herrschten in den J. 66 und 67 Pest undFuhr besonders in der Mühle- und Hundeisgasse, woran nochein kleiner Heiligenstock mit ewigem Licht erinnert, welchen dieUeberlebenden errichtet haben. Zu Brühl war die Pest von Juli66 bis März 67 und forderte am Ende des Jahres wieder vierOpfer unter den Novizen. Die Pest herrschte noch in denNiederlanden, am Bheine* *), in der Schweiz . Seit 20. Okt. 67 tratdie echte Bnbonenpest in Brüssel auf und behauptete sich bis28. Nov. 69. Es starben 4046 Personen daran. Sie hauste imJ. 67 furchtbar im Bernsclien Aargau; im Städtchen Brugg starben im Dezember 125 Personen. Boezberg und Hindelbank werden als Pestorte genannt (Mailet.)
Zu Baden in der Schweiz gab die Pest Anlass zu vielensanitätspolizeilichen Verordnungen in den J. 67—69. (Zu Amster-dam , wo in d. J. 67 die Seuche stark war, erschien Eost pest.adumbr. in 1. V. aphor. 1667, andere Pestschriften zu Bern undSchaff hausen, auch Ammians jetzt seltener „Sonderbarer Trac-tat“ etc.)
Eine pestartige Krankheit war zu Lissabon und Salamanca .Wechselfieber und Typhus verheerten die Niederlande (Molo).Zwei Drittel der Vornehmen soll (wo ?) daran gestorben sein.Als Ursache derselben galt die einer grossen Kälte folgendeanhaltende Hitze, wodurch Sümpfe und Stadtgräben austrockneten.67—69 Blattern in West-Europa (Morton, Willis, Wedel citirtMolo). 67—69 zu London Blattern und febris variolosa ohneAusschlag.**) (Sydenh.) In England Fleckfieber mit starkemSchwitzen.
reviviscentes ubique epidemice grassabantur. . . Febris syneches genuina aba. 1665..fere per biennium profligata disparuit.“ Morton. Nach Syden-ham war febris dysenterica in den Jahren 69—72 herrschend.
*) In der Einladung des Churfürsten zur Beschickung der Stände-Versammlung zu Düsseldorf heisst es: „Wobei Wir Euch fernergnedigst anbefehlen, dafern die abschewliche Sucht der Pestilentz sichbey Euch oder in Ewer Nachbahrschafft annoch verspüren liesse, dassIhr etwa vierzehen Tage vor dem bevorstehenden Landtag an einemvon berürter Contagion allerdings befreyten Orth Euch anhaltet vndtniemandten mit Euch bringet, von dem Ihr nicht genugsamb gesichert,dass in bemelter Zeit in keinem infizirten Orth sich befunden habe. Ver-sehen Vns dessen also vnd seint Euch in Gnaden gewogen. Düsseldorf ,den 31. Dezembris 1667. Philipp Wilhelm mppr.“
**) „Haec species cum variolis epidemicis ingressa stetit cum iisdem.ceciditque . . . petechiae se prodebant . . . sudores effusissimi ab iüitio