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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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373
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18. Jahrhundert.

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Ostpreussen , im März in Nord-Amerika , Ost- und Westpreussen,um diese Zeit in Polen , im April in Berlin , Wien (wohl 1 /s derBevölkerung litt am Blitzkatarrh, doch starben sehr Wenige,Yiele erholten sich in einem Tage, die Meisten in einigen Tagen,eine kleine Anzahl erst nach 8 Tagen), Dänemark , Schweden ,(nach Andern in beiden Ländern eher als in Deutschland ), Aprilbis Juni in Holland , England, Ungarn , im Mai noch an vielenOrten Deutschlands *), in Prag , England, Schottland , im Juniin Deutschland , Schottland und England allgemein, in Frank­ reich , vielen Orten Italiens , im Juli in Frankreich , im Augustin Spanien , im September in Portugal . Auch Amerika bliebnicht verschont. Cf. Schnurr. II, 373 ff. In Böhmen musstendie Feldarbeiten wegen der Grippe eingestellt werden. InFrankfurt a. M. erkrankte fast die ganze Garnison. Auf Fieberin Seeland bezieht sich die in d. J. erschienene Monographievon Callenfels undHarger (Najaars-koortsen in Staats-Ylaanderen).Friesei in Berlin , Languedoc (über 30 000 Kranke), Castelnau-dary, Piemont , Boissy, St. Leger (Seine-Oise ) etc. Malaria inBorn stark. Cholera in Südindien und der ganzen Ostküste bisCeylon, besonders als Diarrhoe mit allen charakteristischenSymptomen, bei Einigen Erbrechen. Tod oft in$ Stunden. Grosse Sterblichkeit der Kinder durch Cholera in Amerika .(Currie.) Pest bis Bosnien vordringend. (Schnurr. II, 384.) DieBlattern grassirten schrecklich unter dem Indianerstamm derMandanen. Ihre Besieger, die Assinibrias, von derselben Seucheangesteckt, wurden fast aufgerieben. In Schweden starben 120,in Berlin 138 an Pocken. Kindbettfieber in Paris . Ueber eineKrankheit bei Rindvieh, Schafen, Schweinen, Gänsen im Havel-ländischen Kreise s. Heims Yerm. Sehr. 1836. 82, 83 Parotitis,Masern in Genua , Turin , Mailand , Blattern in Deutschland .82 und 83 Cholera epidemica in Madras .

83 (Grosse, leicht sichtbare Sonnenflecken in d. J.). Choleraan der ganzen Küste Indiens , besonders zu Hurdwar unter denPilgern; in 8 Tagen sollen 20 000 gestorben sein. Die Mahratta-Armee litt sehr dadurch. Gelbfieber in Baltimore . Pest imCherson (Hirsch). Bubonenpest in Aegypten, **) Kleinasien bis an

*) Am 9. Mai plötzlich zu Clausthal allgemein, nachdem am 8. MaiAbends ein eigener NO-Wind geweht hatte (Lentin); in 3 Wochen 1400Kranke.

**) In Aegypten fängt die Pest immer mit November an und hörtmit Juni auf, wie schon Prosper Alpinus bemerkt. Nach Lacheze hörenmit dem 25. Juni alle Vorsichts-Massregeln auf. In Konstantinopel beginntdie Krankheit aber gewöhnlich am 1.20. Juli und hört mit dem Winterauf. Während also für Aegypten 20° C. zur Entwicklung der Krankheitgenügen, bedarf es zu Konstantinopel 3137 °. Die Pest hört in Aegyptengemeinlich im höchsten Sommer auf, und nach Nissen, Consul in Tripolis ,dämpft der dort wohnende heisse trockene Landwind die Pest. (Nord .Arch. f. Arz. III, 174.)

Nach Wolmar beginnt aber die Pestzeit in Kairo gewöhnlich mitdem Chamsim zur Frühlings-Nachtgleiche. Vorher herrschen jedes Jahr