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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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18. Jahrhundert.

Todte, d. i. 1.72 p. m. d. E.) Tliilenius glaubte in der Epi-demie von 96 zu Lauterbacli über 1800 Personen (im Ganzen)durch die Einimpfung geschützt zu haben, in diesem Jahreimpfte er 43, die drei nicht Geimpften starben an den Pocken.Bis dahin kamen die Blattern alle 46 Jahre ins Dorf, Masernetwas seltener. Pocken in London . Keichhusten zu Erfurt .Masern in Schweden , Berlin , Erfurt , bis 1801 in Frankreich ,Deutschland , England, 96 Scharlach in Rio de la Plata -Staaten.96, 98 Krankheit (Scharlach?) unter den Kindern in Grönland ,wobei sie mit Unterleibsgeschwulst starben.

Am 14. Mai 1796 impfte Ed. Jenner zu Berkeley sich vonder Hand einer Person, welche sich die Kuhpocken zugezogenhatte, und fand, dass er gegen spätere Inoculation der Pockenunerregbar war. Er schrieb im J. 98 über die Schutzkraft derKuhpocken, Pearson in d. Jahre über denselben Gegenstand.Noch vor Ablauf des Jahrh. war das Impfen der Kuhpockenüberall in Europa , selbst vielfach ausser Europa , bekannt.

96. Viehseuche bei der französischen Armee, in Frankreich gingen 130000 Stück verloren. Gelbfieber zu Demerary,Grenada , St. Lucie, Martinique , Dominique, Tortola, St. Croix,Domingo, Jamaica, Bermuda , Charleston, New-Orleans , New-York ,Wilmington , Boston , Newburryport, Chatham. 96, 97 Pockengelind in Lüneburg . 861801 Masern in Eränkr., Deutschi., Engl .

97- Das gelbe Fieber verbreitete sich nach Guayra, Port­ land im Distrikt Mayne (nördlichster Punkt 43°), Providence ,Philadelphia, Baltimore . Hirsch nennt noch Trinidad, St. Lucie,Charleston, Norfolk , Milesborough (Penns.), Swedesbor., Bristol .Aehnliche Gallenfieber in England (9799), in Groningen (97, 98).97 Pest in Konstantinopel , Ostgalizien, Corsika, stark in derBerberei und Ober-Aegypten, namentlich Minieh, weniger inUnter-Aegypten; Persien ? Milde Form von Cholera in Ostindien.Cholera in Backergunge. Scharl. in Wien ,Kötheln in Island .Wechselfieber in Lüneburg . Kuhr gelinder als sonst zu Lüneburg .(Lentin). Nur 750 Pockentodte in Schweden . 97, 98 Bubonen-

Seit 1750 kam zu Genf das Impfen der Menschenblattern auf, was also,wenn diese auch bei den Geimpften milde verliefen, die Ausbreitung derKrankheit vermehrte.

In London begann man 1717 zu impfen. Hier war das angegebeneVerhältniss von 16Ö11716 1 : 16 (das der Pockentodten zu den Täuflingenöfters wie 1 : 8), von 1717- 1772 jenes wie 1 : 11 (das letztere nie gerin-ger als 1 : 8). Bei dieser Berechnung sind aber die an Masern Gestorbenenin den alten Listen vielleicht mitgerechnet.

In Edinburg war das Sterblichkeitverhältniss 174463 mehr als 1 : 10im Haag 177569 1 : 12.8in England 1751- 1800 1 : 9.211.4

in Berlin 17581809 1 : 12.2, 175874 nach Möhsen 1 : 12.5.

J. P. Frank (geg. 1792) schätzte dies Verhältniss wenigstens zu 1 j 12 .

Nach Junkers sorgfältigen Forschungen starben im Norden u. OstenDeutschlands an Pocken 1795 61862

1796 65 220

in Preussen m. Ansbach u. Baireuth 20646.