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19. Jahrhundert.
Typhus, bes. im Sept. 92 und Jan. 93 zu Hamburg . 92 undbes. 98 Infi, noch an vielen Orten.
93 Die Chol, herrschte in Teheran , Russland (267 800 T.,nur 1831 u. 48 mehr), im Kaukasus 69 423 T.), Moskau , St.Petersb., Warschau , Bessarabien , Lomska, Minsk , Bucharest , Bos nien , G-alizien, Budapest , Algier , Susa! Livorno , Palermo, Pat-timarina, in Frankreich (3000 T.), besonders in Marseille , Toulon ,auch zu Nizza und Hyeres, in Bilbao , Biscaya , Holland , Grimsky,Hüll etc., Stettin , in der Irrenanstalt Nietleben bei Halle. EinAusbruch zu Tuggart in der Sahara (wo seit 1827 keine asiat.Chol, war) von da in die Zibaris-Gegend, die in der Prov. Con-stantine Tausende der Eingeborenen mitnahm, soll bakteriologischu. pathologisch von der asiat. Chol, verschieden, aber den Epide-mien von 1860, 74, 85 in Algier ähnlich gewesen sein. (Treille.)
94 Aus Tonkin berichten medizinische Zeitschriften anfangsdes J. 94 über eine furchtbare Epidemie, die in dem gebirgigenTheile des Landes ausgebrochen ist, wo sie bereits eine grosse.Anzahl von Opfern gefordert hat. Die Pest von Jün-nau, sowird die Krankheit genannt, kommt endemisch in Jün-nau, Kwang-si und Kwang-tung vor, das heisst in den drei chinesischenProvinzen, die an Tonkin grenzen. Sie wüthet fast jedes Jahrin der Zeit vom März bis Oktober und rafft manchmal die Be-völkerung ganzer Ortschaften dahin. Einige englische Aerzte,die China und Indien genau kennen, versichern, dass dieselbeEpidemie auch im birmanischen Reiche und in den Laosstaatenvorkomme. Zuerst werden von dieser Krankheit stets die klei-neren Thiere ergriffen, und vor allem diejenigen, welche amhäufigsten mit dem Boden in Berührung kommen, wie Hühner,Hunde, Katzen, dann die grösseren Thiere, darauf die Menschenund zuletzt die Vögel. Man schliesst daraus, dass die Krank-heitskeime sich auf dem Boden befinden, erst nach und nach indie Höhe steigen und sich in der Luft verbreiten. Die Krank-heit beginnt mit heftigem Fieber, Schüttelfrost und Schwindel-anfällen; starke Blutungen aus Nase, Mund und Ohren folgen,und mit dem Ausbruche von Pestbeulen am Körper ist der Höhe-punkt erreicht. Heilung tritt selten ein, zumeist schon nach 7bis 8 Tagen der Tod.*)
*) In den südchinesischen Provinzen herrscht der seltsame Aberglaube,dass man den Leichnam eines an der Pest Gestorbenen nicht durch dieThüre des Hauses hinausschaffen dürfe; man schlägt daher ein ge-nügend grosses Loch in die Mauer und befördert durch dieses die Leicheins Freie. Da jedoch die Beobachtung dieses merkwürdigen Brauches sehrviele Unzuträglichkeiten und vor allem einen grossen Zeitverlust mit sichbringt, haben die Bewohner jener Provinzen ein System erfunden, welchesgeradezu barbarisch ist und meist sehr traurige Folgen hat. Die Ver-wandten eines Kranken warten nicht, bis der Patient todt ist, sondernschleppen ihn, noch so lange er lebt, aus dem Hause und lassen ihn aufder Strasse sterben. Manchmal tragen sie ihn mit dem Bette hinaus, sehroft aber legen sie ihn gleich in den Sarg, um später, wenn er todt ist,Zeit und Mühe zu sparen.