Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
21
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Aspertino.

* Aspertino, (Aniico). Auf seinen vielenStteifereyen durch ganz Italien hatte er verschiedeneMeister studirt, und sich endlich einen kräftigen,aber eben so launenhaften Styl gebildet, als seinCharakter war. Einige seiner Werke, wie z. B.seine Pieta in der Kirche von St. Petronio, sindbloß hingekleckt und wahre Sudeleyen; andre, wiez. B. eines ob der Thüre von St. Martins Mag-giere zwar ebenfalls exzentrisch, aber höchst kräftig;wieder andre, wie schon das Lexikon bemerkt, mitgroßem Fleiß ausgemalt. Seine Fertigkeit warunermeßlich. Am wenigsten verrieth seine Arbeitdie Manier des Francia , für dessen Schüler manihn doch hält. ^i'orillo II. S. 467. In demwinklerschen Catalog findet sich die ausführlicheBeschreibung zweyer äusserst seltenen Blätter nachunserm Künstler: Eines Bacchanals, wahrscheinlichvon Beccafumi , und eines Opfers Cains (welchesdas Lexikon bloß nach einem Beywerke: Die Aus-jagung Adam's und Eva's aus dem Paradiesenennt), lctztres vonBonasone, oder einem Schü-ler Marc Antons gestochen.

Asprucci, (Anton), ein geschickter römischerBaumeister und Mitglied der Akademie von St.Lukas, hat sich durch die Zeichnung eines Tem-pels , welchen der Fürst Borghese im Garten sei-ner Villa Pinciana im I. i ?87 errichten ließ, umeine antike Bildsäule des Acükulap hineinzustellen,vielen Ruhm erworben. Dieser Tempel des Aes-kulap empfiehlt sich vornämlich durch den einfachenStyl der bessern Zeiten der Baukunst, und durchdie schönen Proportionen der vier gestreiften ioni-schen Säulen, auf welchen die Vorhalle und derGiebel ruhen. Die antike Statue steht im Inner-sten des Tempels auf einem marmornen Fußgesielleunter einem Bogen, welchem zwey Säulen vonhellgrauem Granit zur Stütze dienen. An demGiebel und den innern zwey Seitenwänden unterden Fenstern ist vom Herrn Pacetti die Geschichtedes Aeskulap in halb erhabener Arbeit in Mar-mor abgebildet. Auf dem Giebel stehen dreyStatuen; in der Mitte Apollo, und ein Geniusauftleder Seite. Der See, in dessen Mitte derTempel stehet, ist erst nachher gegraben worden.

* Aspruck, (Franz). Statt des Artikels vonihm im Lexikon, I. folgenden: Maler, Golds undSilberarbeiter, auch Kupferstecher für sein Vengnügcn, gebürtig von Brüssel , wird für B-Sprangers Schüler gehalten, und malte in dessenManier. Er hielt sich einige Zeit in Augsburg auf, wo er das Bürgerrecht erlangte. Seine Kup-ferstiche, die er um 1601 nach eigenen Zeichnungen,dann nach Joseph Heinz, u a. verfertigte, sindmit dem Spitzhammer gearbeitet, von welcherManier er sich in einer Zueignungsschrift für denErfinder angiebt. Dominicus Custos und LukasKilian stachen nach ihm; erstrer hatte seine Blät-ter in Verlag. //. führt einige derselben an. Msc.

* Aßann, (Gosmann Daniel), auch Cos-inus, Cosmus Damian Asam, Asan, Ason genannt,studirte zu Rom unter dem Ritter Ghezzi. Nachseinen Arbeiten in der Schweiz und zu Jnsprucksetzte er sich ;» München , wo er 1739 starb.Egidlus, sein Bruder, übte die Bildhauerkunst.Beyde arbeiteten auch zu Regensburg , Freysingen,Prag, u. s. f. Zu München stifteten sie die KircheSt. Johann von Nepomuc. Nach Cosmus habenG. C. Kilian, A. M. Wolfgang, Jungwierth u. a.Geschichte und Portraits gestochen. L/aZector»p. goi.

Assaiti, (Jsidor), Baumeister von Mailand ,übte seine Kunst zu Krakau in Pohlcn. Torr,

p. 2 Z 7 .

* Asselin, (Johann). Bisweilen malte ihmBerghem die Figuren in seine Landschaften; einesolche, von Major gestochen, wird im winkler-scheu Catalog angeführt. (S. auch Arzolr'no,hier im Suplemente).

Attiret. 2r

Asselin, ( ) ein Maler, arbeitete um 1790

in der Königl. Porzellan-Fabrike zu Paris Aufder Kunstausstellung zu Dresden vom I. 1800 sahman von ihm einen Amor nach Mengs, voll Kraftund Leben; dann zwey Portraits in Pastell, diesich durch Weichheit und gefällige Behandlungempfahlen. Deutsch . Runftbl. 5-4. S. sz.

* Assen, (Johann Walther van), und vergl.mit Dssanen, (Werner va»), dessen im Lexikon,unter demNamenJoh. va»A ssen gedacht wird, geb. inHolland um r 49 »; blühete zu Amsterdam ums I.1514. Fast alles aber, was man von ihm weiß,schrankt sich auf Muthmaßungen ein Er scheinteinige Jahre alrer als Lukas von Leyden , und ebendas in der Formschneideknnst gewesen zu seyn,was dieser in der Stccherkunst war. Seine Ar-beiten sind von verständiger und geistreicher Be-handlung. An der Richtigkeit der Zeichnung seinernackenden Figuren könnte man etwas zu tadelnfinden; aber seine Köpfe sind charakteristisch undvoll Ausdruck. Marolles und le Eoinre nennendiesen Künstler Waer von Hossannau, weil siein seinem Monogramm ein kt. statt eines gothi-schen -V zu sehen glauben. Auch ist derselbe nichtmit dem Maler Johann van Assen zu verwechseln»

u. a. Der winklersche Catalogführt von ihm zwey äusserst seltene Blätter: EinenChrist, der mit seinen Jüngern das Ostermahlhält, von vielem Ausdruck, und einen Ek. Hubertauf der Jagd, von grobem Stiche, letztres mitder Jahrzahl 1510 bezeichnet, an.

* A ssi si, ein Beyname auch von Cäsar Ormei.

*AssonvlHe, (Jak.) S.Dassonville.

Astoni, (Matthäus), ein sonst unbekannterniederländischer Maler, von welchem Aeytz'ler inseinem zrsten Briefe sagt: Man finde in demPallasteGiustiniani zu Rom Christus vor Pilatus einvortrefliches Nachlstück, welches für Litians Arbeitgehalten werde, und aber von diesem Malerseyn soll.

*Aremstedr oder Arremstedt, (Andreas),hielt sich sehr lange in Italien auf, und kam her-nach in Bayersche Dienste. Erst um 1530 nahmer das Bürgerrecht zu Augsburg an Er verfer-tigte in Goldschmieds -Arbeit freystehnde Figuren,durch deren Zusammensetzung allerley Geschichtenu. s. f. gebildet wurden, chftc.

Aeenh, (Carl). Diesen vielleicht abgekürztenNamen findet man unter dem Bildniß HeinrichIV. von Frankreich von Cr. de Pas, mit 6 latei-nischen Versen darunter gestochen. ÄL55.

Atkinson, ( ) ein englischer Maler, der

sich >8 Jahre mit einem andern englischen KünstlerWalrher in Rußland aufgehalten. Sie gaben i.J.1804 zu London ein Prachtwerk in Z Bänden Jm-perialfol heraus, das zum Titel führt: H pioturs-gue representation c>t' ctie mannors, oustoms andamusements ok tbie stussisng, und 15 Guineenkostete. Nach Atkinson kennt man auch ein Por-trait des Gen. Suwarow, von I. Walker gestochen.

Aro, (H. I.), ein Kupferstecher. Man kenntvon ihm ein Bildniß des Rechtsgelehrten JoachimHoppe.

Arremsiebter, (David), Goldschmied undSchmelzmaler um 1573. S. oben den Art. Abbe(Christ.). Ob er ein andrer als der gleich vorhinangeführte Andreas Aremstedr sey, ist noch dieFrage. (bftc.

Attendulus, (L.), ein Liebhaber. Mankennt von ihm ein gestochenes Bildniß des Groß-herzogö Cosmus I. von Tvskana.

* Attiret, (Joh. Dionys.) Anstatt seinesArt. im Lexikon l. man nun folgenden:

Eines Malers Sohn von Dole im Fcanche-Comte, geb. 1702, übte das Bildnißmalen. Er