Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
318
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zig Dyck.

Earlom.

den; vnd die ungeheuren Perücken von RigaudsPersonen geben ihnen" (jetzt)einen Anstrich vonLächerlichkeit, der ihnen den Zugang in die Kabi-nette erschwert." Und nun hören wir auch noch«inen deutschen Kunstrichter (Füßli IV. 21516.)tn seiner gewohnten gehaltvollen Klarheit und Kürzeüber unsern Künstler an:Unstreitig" (sagt er)war van Dyck der vorzüglichste unter allen R"-oensischen Schülern. Sein Genie war zwar nichtmächtig genug, alle Theile der Mal'erey in gleichemGrade wie sein Lehrmeister zu umfassen, und seineEinbildungskraft bleibt der Rubensischen immeruntergeordnet. Daher find seine Kompositioneneingeschränkt, und selten bilderreich, aber meistensmit Scharfsinn und Sorgfalt angeordnet. SeineFiguren sind gewöhnlich mit mehr Genauigkeit undschlankern Formen als die Rubensischen gezeich-net, aber nicht so groß und nicht so kühn wie jenegedacht. Das Charakteristische seiner Personen undder gemüthliche Ausdruck in den Gesichtern ist sel-ten stark und bestimmt; hingegen übertrift seinColorit an Wahrheit, Zärtlichkeit, Reinheit undan sanftem Schmelz der Farben das Colorit sowohlseines Meisters, als aller niederländischen Histo-rienmaler." Endlich befindet sich noch im klugestrsn^ois ein Urtheil über van Dyck, welches an-gemerkt zu werden verdient:In Italien " (heißtes dort)nahm unser Künstler einen seiner ur-sprünglichen Schule fremden Geschmack an, derden seinigcn den großen Meistern der römischenund zumal der venetianischen Schule näherte. Inseinen Werken findet man daher Tirian und Paulveronese, doch ohne sclavische Nachahmung,wieder. Immer behält er seine eigene Manier;der flammandische Styl ist nur gereinigt; aber daseinheimische Colorit seiner historischen Gemälde hateinige Veränderung erlitten." Descamps in sei-nem Leben vaoDycks zeigt 77. historische Gemäldevon ihm an wer wollte die Bildnisse zählen?Bon jenen beschreibt das klanuel (1. c.) vierzehn,u. kleckst davon die bekannten dürftigen Sudeleyenhin; /üßli dann I. c. von achten; und Landonin seinen Annalen (III. 7? 98 V. 10. und VI.46)von vieren, der aber von diesen freylich ganzandre Umrisse als das Manuel giebt. Zu denvorzüglichsten dieser Geschichtsgemälde gehören:Seine Dornenkrönung, eine Abnehmung vomKreuze, die sogenannte Mutter des Mitleids, St.Augustin in Entzückung, und St. Martin der sei-nen Mantel mit ben Armen theilt, die sich, unsersWissens, theils ursprünglich, theils von Antwerpen her, gegenwärtig alle zu Paris befinden; von denhistorischen Bildnissen: Sein Carl!, der am Meers-ufer das Schiff nicht mehr findet, das ihn auf-nehmen sollte, und sein Franz von Moncada zuPferde. Von den nach ihm gestochenen Blätternkennen wir bisher kein vollkommneres Verzeichniß,als dasjenige, welches der Minklersche Gantka-ralog giebt, und an die 350. zählt, wovon dieBildnisse zwey Drittheile ausmachen. Von den letz-tem dürften, neben der schon genannten Samm-lung von Künstlern, seine Lords John und Ver-narb Stuart, der Herzog Georg von Buckingham,und die Gräfin Rachel von Southampton, von I.M. Ardell dann der Herzog Jakob Stuart vonRichmond, von R. Earlom, und der Marquisvon Huntly, George Gordon, von V. Greenalle in Schwarzkunst geschabt ferner die schon er-wähnten Carl 1. von Strange, und Moncada vonMorghen gestochen, zu den Hauptblättern gehören.Von den historischen hinwieder wird die ebenfallsschon oben erwähnte, im Stich sogenannte großeDornenkrönung von Bolswerth für das Kapital-blatt gehalten; von den durch ihn selbst geätztendann endlich, ausser den ebenfalls schon erwähnten16. Künstlern: Eine, von der obgenannten ver-schiedene Dornenkrönung, von höchster Seltenheit;eine Abnehmung vom Kreuze, und Titian mit seinerMaitreffe, nach ihm; ein Blatt, dem an Geist,Wärme und Farbe der Nadel kaum etwas Aehn-ljches gleich kommen kann.

* Dyck, (Daniel van den). Andre halten ihn

für einen Niederländer. Der VDinklersche Kata-log nennt sein, schon im Lexikon angeführtes, selbstgeätztes Blatt, die Vergötterung des Aeneas , eineschöne Komposition.

* Dyck, (Philipp van). Auch Tanje hat nachihm gearbeitet. Ein Verzeichniß meines sei. Vatersführt an ein Zehnd nach ihm gestochener Bild,Nisse an.

der Junge genannt;ein neuerer Künstler von Amsterdam , der um 1781.Marinen und Landschaften mit vielem Geschmackegemalt, und nach welchem M. Selliet zehn Blattergestochen hat, die der Winklersche Katalog an,führt, und deren eines (seltsam) O. xlux.

^?obe/i kec. sc. bezeichnet ist.

Dyckerhof, ( ) ein geschickter deutscherBaumeister, der zu Berlin studirt hat; lebte umdas I. 180s. zu Mannheim . Mn.

Dymon, ( ) ein Maler, arbeitete um

1736. zu Paris .

Dypenbeck. S. Dieppenbeck.

E

* Earlom, (R ). Derselbe heißt Robert,gebürtig von Sommersetshire, bekanntlich einerder ersten englischen Schwarzkunststecher. EinVerzeichniß meines sel. Vaters führt von ihm andie 100. Blätter, der Gantkatalog von Brandesgegen -so. an, die er alle schön nennt. Seiner vor-treflichen Kunst unterwarf er jeden Gegenstand:Bildnisse, Geschichte, Thiere, Blumen, Äögel,und Landschaft. Von welschen Meistern, nachdenen er gestochen hat, nennen wir AllegriBar-bier! , H. Carracci , Cerquozzi, Dolce, Grordau,Rheni, Robusti, Rosa, Sacchi, Sassoferrata,Zampieri, Zossani. Von französischen : Bourdon,Cl. Gelee, nach welchem er das in 200 (andresagen in 240.) Blattern hestehnde leider VeritLtiigeliefert hat, N. Poussin und la Fage. Von Spa-niern: Äelasquez. Von Niederländern: van Dyck , Eckhout, Hemskerken, Hobbema , vanHuysum, Lely, Longjan, Meffis, Rembrand,Rubens , Schalken, Sneyders , Lenier; von sei-nen Landsleuten: Ardell, Cottes, Gainsborough ,Hamilton, Reynolds, West, Wilson, Wright.Von Deutschen : Mengs (desselben August undCleopatra) nach Seydelmanns Zeichnung. BonSchweizen: Brandoin. Zu dem Vorzüglichstendürfte gehören: Die sogenannte Zingarella nach Alle-gri (eigentlich nach L. Carracci's Copie davon);dann nach Barbieri: Maria mit dem Kinde, dasden Vogel in der Hand hält, und besonders eineandre H. Familie: Jesus , Maria, JohannesundJoseph, aus der Sammlung des Herzogs vonDevonshire (in guten Drücken äusserst selten).Ferner: Das Urtheil des Paris (aus der ehema-ligen Hougtonischen Sammlung), Bacchus amJüngling, und Galathea auf dem Delphine, nachGiordano; die Salbung Christi bey dem Gastmaledes Pharisäers, eine H. Familie, Diana die aufder Jagd ausruht, und der betrunkene Eilen, nachRubens ; Susanns, die im Bade von den M"überfallen wird (ein vorzügliches Blatt), die Dar-stellung Christi im Tempel, und der Prophet Ellasder das Mädchen vom Tode erweckt, nach Rem-brandt. Alle diese letztgenannten Blatter, nebstihren Urbildern, beschreibt Füßli (II. 3S1. und 64.III. 197. 99. und 200. IV. 166. 75 - 94 - 95 - 222-38- und 40). Seiner schönen Bildnisse dann, n»ez. B- Rubens Frau nach ihm, der KupferstecherMac Ardell, nach dessen eigner Zeichnung, u. a.nicht zu gedenken. Hinwieder hatten auch andrenach seiner Zeichnung, wie z. B. Rob. Lowrie:tlie Virgin snck Lbilck nach S. Cantarini in Schwarj-kunst geschabt Basan (. ssc.) will dann noweinen andern (Richard) Earlom kennen, der um

1737. nach Romney u. a. gearbeitet habe, uns