Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
610
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Venerie sind, aus welchen Juvara's Talente,eben so guc als seine Gebrechen am Deutlichstenerhellen. Beyde werden von Lssülizia (lücl. terr:.II. 31721.) unpartheyisch gewürdigt, und amEnd die richtige Summa gezogen: Daß unserKünstler allerdings ein geschickter Baumeister war,der aber Einfalt, Einheit und Correction in seinerKunst wenig liebte. In den Wintermonden gieriger meistens nach Rom , wo (wenn wir andersMlllZia recht verstehen) die Sacristey des Vatikans,nach seinem Entwürfe, allein erst lange nach seinemTod erbaut wurde. Mittlerweile wurde er (1734.)von seinem Könige, auf Ansuchen des Hofes vonLissabon nach Portugall entlassen; und VN-liziaerzählt bey dieser Gelegenheit ein Beyspiel vonseiner unerhörten Schnelligkeit im Arbeiten, da ernämlich noch in der Stunde seiner Abreise stansxecjs in uno den Entwurf für eine Stiege nachTunika di Monti machte, von dem es lange überallhieß: Ausgeführt wär' ein Wunder von Stiege,und etwas ganz andres daraus erwachse», alsaus der nachherigen Arbeit Franz de Sanctis;womit es übrigens ungefehr die nämliche Bewandt-niß, wie mit dem eben so uneingeschränkten alsunverständigen Preis haben mochte, welchen derMarchese Maffer, so ganz an das: ne 8 utnrerinnernd, unserm Künstler ertheilt. Zu Lissabon nun wurde nach seinem Entwurf die dortige Patri-archal-Kirche und ein Königlicher Pallast erbaut,den man damals für ein Gebäude von noch niegesehener Pracht hielt. Auch kam er mit Juwelen,Porzellan, einem brilliantirten Kreuz, einem Jahr-gehalte von 3 ooo. Scudi und dem Christus-Orden,über London und Paris wieder nach Turin , wo erschon wieder neue Bestellung von Mantua , Mai­ land , Como u> s. f. vor sich fand. Als dann endlichin 1734. der alte Alcazar, wo diespanischenKönigeaus dem österreichischen Hause zahllose Kunstschätzegesammelt hatten, ein Raub der Flammen ward,wurde Juvara auch nach Madrid berufen, wo er zueinem neuen Königlichen Pallaste den Grundriß undein Modell von Hol; entwarf, das aber kaumvollendet war, als er dort (, 735 .) an einem hefti-gen Fieber verstarb. Dieser Entwurfwurde indessen(L-'iorillo IV. 3 j 3 .) späterhin von dem Königl.Baumeister I B. Sacchetti verworfen, und dieBaute, von 1737. an, nach einer neuen Zeichnungausgeführt. Hingegen soll die Fechade des Pallasteszu St. Jldefons auf der Gartenseite wirklich vonunsers Künstlers Arbeit seyn. (MüLm >. c. 4 » 7 -)der am End seiner Notizzen über denselben ihn einenaufgeräumten Mann von gutem Umgänge, Freundvon Lustbarkeiten, und doch dabey nur allzusehrzur Sparsamkeit geneigt, nennt, und von seinerFertigkeit im Zeichnen, neben dem schon oben An-geführten überhaupt bemerkt: Er habe mehrmalsim Caffee mit der ersten beßten elenden Feder soTrefliches geliefert, daß solches in vornehmen Ca-binetten hinter Rahm und Glas aufbewahrt wurde.Wer aber dergleichen von ihm bekommen wollte,habe es auf der Stelle erhalten und ihm weder Rastnoch Ruhe gönnen müßen; so bald man ihm Zeitgelassen, sey alles weitere Bitten umsonst gewesen.Die schon im Lexikon angeführten, von ihm selbstgeätzten Blätter von Cartouchen nach Bernini ,Algardi u. s. f. führen zum Titel Xaccolta 6 ivarie Dsr^kie. Roms 716. (67. Ivßl.) Nachihm dann gab der Graf Joh. Pet. Baroni die Ta-vigliano im I. , 758 . zu Turin auf 20. Blättern dieVorstellung der von Juvara dort erbaute» Kircheder PP. des Oratoriums von St. Philipp Neri .

* Juvenek, (Paul), nebst dessen drey Söhnenund Tochter, deren im Lex. unter dem Art. »Jicl.Juvenels, des Großvaters der letztem gedachtwird. Nach eurer dieser Personen hat I. vonSandrarr (,669.) dasBildniß des Künstlers LeonhGolling, und Prestel den von einem solchen Juvenelgemeinschaftlich mit I. Creuzfelder gezeichnetenKaiser Matthias, wie er Investituren ertheilt,gestochen.

Ka ah.

Inweek, ( ). So heißt irgendwo, ganz

ohne Weiteres, ein Blumen- und Früchtenmaler.

Iwan off oder Iwanow, (Aleksilei Alek-sjenwitsch , kurzAlexis), ein russischer Baumeister;befand sich, nach seiner Zurückkunst aus Rom , einegeraume Zeit bey den Classen der Akademie undwarum 1776. Professor adjunktus derselben; konnteaber wegen häufiger Krankheitsanfalle wenig selbstbauen, daher er sich meistens auf Entwürfe be-schränken mußte. Er starb 1802. Hall. A L Z.i 8 o 5 . Inrell. Bl. 44 - Lcmk. Bernour'lliIV. ,28.

Iwanow, (Archip Matwjenwitsch). So heißthinwieder ebenfalls bey Bernoulli (l. 0.) ein schonunter der Regierung der Kaiserin Catharina ll. zuSt. Petersburg lebender Bildhauer und Mitglieddortiger Akademie, unter dessen Arbeiten man vor-nehmlich ein Basrelief bewunderte, welches die Tau-fe der Prinzessin Olga darstellt- Fiorillo A. S. ll-58 5 g. 6768. Derselbe lebte »och 1804. mit demTitel eines Collegienralhs. Russ. Hofkalender.

(G ) So heißt ein Russischer Kupfer-stecher aus der zweyten Hälfte des XVIII. Jahr-hunderts, von welchem man, neben Anderm, einenEngel, der den Hirten erscheint, nach G-Colloniund eine Landschaft mit einem Wasserfall nachDietrich kennt, ^iorillo A. S. II. 92. Derselbelebte noch ,804. zu St. Petersburg , ebenfalls mitdem Titel eines Collegienralhs dortiger Akademie.

(Timofe, d. j. Timothens). Und so,ebenfalls beyBernoull« ein um 1770. zu Petersburg blühender geschickter Medailleur.

( ). So auch ein Miniaturmaler,

Mitglied und Collegienrath der Akademie zu St.Petersburg 1804. Rufs. Hofkalender.

( ). So auch ein Schlachtenmaler,

ebendaselbst, mit dem Titel eines akademischenRaths 1804. Rufs. Hofkal.

( ). So endlich auch ein junger

treflicher Landschaftsmaler daselbst um ,804.Meufel's Arch. IV. 87. Ob vielleicht dieserletztre (dessen der Hofkalender von 1804. sonst keineErwähnung thut mit dem vorhergehenden (Schlach-tenmaler) Eine Person sey, ist uns unbekannt.

Iwenhusen,( ). So heißt irgendwo,ohne Weiteres, ein Künstler, nach welchem Jere-mias Falk gestochen habe.

Ixnard, ( d'), ein aus Französisch-Lotha-ringen gebürtiger Baumeister, führte um ,770. inDeutschland mehrere große Bauten aus.

K.

Raatz, (K. L.), ein deutscher Landschafts-maler aus dem Würtenbergischen gebürtig. Aufder Kunstausstellung zu Dresden vom I. , 8 o 5 .sah man von ihm 6 . Stücke, (neben Anderm einenMorgen und einen Abend) an denen etwas Ge-nialisches, unter einem andern (italienischen)Himmel Gepflegtes, Jdylleumäßiges von Kennernsehr geschätzt wurde. Zugleich mit Klengel,Mechau und Veith wurde er damals unter di«vorzüglichsten der jüngern Landschaftsmaler undZeichner der deutschen Schule gezählt. » Er versetztuns" (heißt es von ihm, etwas seltsam, in einer Be-schreibung des gedachten Salon, im MeufelsArch. I. 4 - 114.)" in eine fruchtbare Gegend(?), und ahmt darin dem großen Kasp. Poussin in seiner weit umfassenden Manier nach, worinner, verkannt wegen Kleinigkeiten, die jetzigenGegenden Italiens in malerischen Sinn (?)lieferte: Vorausgesetzt (?), daß er, durchGewinnung mehrerer Zeit, gewiß das wenigeSchneidende, wie auch den hierzu (?) ge-hörigen Schmelz verbessern wird ". Im Salonvon 180H. stellte er wieder mehrere Bilder auf;