82 BlaIIchard.
Blanchard, ( ) ein junger franz. Maler
von großem Genie und Fleisse; vielleicht ein Nach-komme der übrigen berühmten Künstler diesesNamens. Derselbe malte im 1 .173? zu Rom dieVermählung des Herkules mit Hebe in Lebensgröße,über welchen Jupiter auf Wolken getragen erscheint.Hinter ihnen gießt Ganymed den Göttertrank ineine Schale. Die Composition und Zeichnung,besonders in den Falten, waren in dem Geschmackedes Julius Romanus; die Färbung kraftvoll undfrey; aber noch nicht so sanft und fließend, als siewahrscheinlich durch mehrUebung geworden ist. Mrc.
— — ( ) ein Kupferstecher zu Paris um
iZoz aer
* Blancherer, s ) S. seinetwegen auchden Art. Vrctonus Blanseri.
* Blancher, (Gabriel), geb. zu Paris 1705.So hieß der französische Maler, der sich schon 1750zu Rom aufhielt, und daselbst 1772 gestorben ist.Demarkeau hat akademische Figuren nach ihm ge-stochen.
— — (I.), ein Kupferstecher, von welchemGandeUinr Leichenbegängnisse, Lrauergerüste u.s. f. anführt.
* — — (Thomas), wiedmete sich anfänglichder Sculptur, die er aber seiner schwachen Gesund-heit wegen aufgeben mußte. Er setzte sich endlichzu Lyon , wo er zum Oberhaupt einer Schule er-nannt wurde, welche in der Folge mehrere bedeu-tende Männer hervorgebracht hat. Dort verstarber. Die schönsten Werke seines Pinsels waren die-jenigen auf dem Rathhause zu Lyon , welche aberdurch den Brand von 1674 größtentheils zu Grundgegangen sind. Fiorillo III. ig-j. Die nach ihm,hauptsächlich von I. I. Thourneyser gestochneBlätter findet man bey L verzeichnet.
Blanchon, (Joh. Wilhelm). Derselbe, denI. B> Blanchon nennt, geb. zu Paris 1743.ein Schüler von Aliamet, hat für die Vov»Asplttoresgus äs la 8 ui 88 e gestochen. Auch kenntman von ihm ein Blakt: le triste eilet äs la Isern-xsts 1768- FaEr LÄ.
* Blanchot, (Genevieve). I. Bapt. San-terre war ihr Ehemann, ckLc-
Blanci. S. Bianchl.
Planck, (Joh. Leonhard), ein sehr mittel-mäßiger Kupferstecher zu Nürnberg ; gab 1725 einBuch in Folio heraus, betitelt: Bildnisse berühmterKünstler, Buchhändler, Buchdrucker und andererMänner, welche sowohl in als ausserhalb Deutsch-land sich verdient gemacht.
Blanckenfeld, (Johann), ChurfürstlicherKüchenmeister, ward 1566 Bürgermeister zu Berlin .Er war ein guter Wssserbaumeisier, der viele Teiche,Graben und Schleichen anlegte. Er starb 1579.zJicolal.
Blanco, auch Blancus. S. Blanc.
Bla.nvrn, ( ) ein französischer Maler,
nach welchem I. Grignon das Bildniß Johannsvon Montpesat gestochen hat.
* Blaranrbevt, ( ) wahrscheinlich der
nämliche, den L. van Blaremberg nennt, undin^ solchem Fall gebürtig aus Rheims. Von ihmwären dann die Zeichnungen zu 4 von den GebrüdernDarin gestochenen Blättern welche die Ceremoniebey Errichtung der Statue Ludwig XV. zu Rheimsvorstellen; und eben so diejenigen zu 32 Blättern,welche Eavalierieiidungen enthalten, und von ver-schiedenen Meistern gestochen wurden.
Blaschke, ( ) ein deutscher Kupferstecher,
lieferte, neben anderm, die niedlichen Prospekteund Vignetten für das schöne Wiener-Taschenbuchfür Freunde vaterländischer Gegenden. Wien 805.bey Doll.
B l e se n d 0 r f.
' Blasens. S. P. Charpent-er.
Blasio, ( Ritter), ein italienischer Bau-meister, nach welchem Falda das Leichengerüste derPrinzessin Odescalchi, Herzogin von Gravina,gestochen hat. K.
Blasmer oder Blasmez, (Johann), einfranzösischer Maler zu Anfang des XVII. Jahr-hunderts. Th. de Lew hat nach ihm die Bildnisseder Königin Elisabeth von Spanien, Tochter Hein-rich IV. und des Dauphins (nachmaligen KönigLudwigs Xlll.) in seiner Jugend, gestochen. L
* Blasset, (Niclaus). läßt ihn vonAmiens gebürtig seyn, sich zu Paris setzen, undgiebt 1659 für sein Todesjahr an.
Ble, (F-), ein Kupferstecher, von dem wiraber nichts anderes kennen, als ein Titelblatt zudem Trauerspiel Palamades des von Vondel. -V.
Bleau, (Wilhelm Janson), ein geschickterMathematiker zu Amsterdam , welcher selbst etlicheBlätter zu seinem bekannten geographischen undhistorischen Atlas gestochen hat. «rttarb 1630. SeineSöhne, Cornelius und Josse, setzten gedachtesWerk, nebst dem von ihrem Vater angefangenenLandkarten-Handel fort.
* Bleckers oder Bleker, (Joh. Caspar),Maler und Kupferatzer, geb. zu Harlem um 1600.Sehr wahrscheinlich der nämliche, dessen Namenim Lex. nicht enthalten ist, und wohl allerdings der-selbe , der seine Blätter bald mit C. bald mit I. G-(Joh. Gaspar) Blecker bezeichnete; auch der, denFlorenr le Coinre ohne irgend einen Grund Cor-nelius nennt, was denn Arrurr zu dem Irrthumverleitete, aus diesem Künstler zwey zu machen. Manhat von ihm eine ziemliche Anzahl Stiche, sowohlvon seiner Erfindung als nach andern, die mitVerstand und mit einer geistreichen Nadel gearbeitetsind, meistens Landschaften mit Figuren und Vieh;doch kennt man von ihm auch das Opfer der Ly-ricnser für Paul und Barnabas . Bost V. 395-96.und L führen eine ziemliche Anzahl derselben an.Dasjenige, welches die jüngste Jahrzahl trägt, istvon 1643.
* Bleeck, (Peter van), der Junge genannt,des unten stehenden Richards Sohn, ein Malerund Kupferstecher, geb. in den Niederlanden um1700 und gestorben 1764 zu London , wo er beständigwohnte. Gestochen hat er bloß in schwarzer Kunstin einem ganz vortreflichen Styl, der dem von JohnSmith ziemlich gleichet. Einige seiner beßtenBlätter, meistens Bildnisse, findet man bey BostVI. 315. und in -V. verzeichnet. Es ist unmöglich,etwas Schöneres zu sehen, als z B. diejenigen vonFlamingo nach van Dyck, und von Rembrandt nachihm selbst, sind.
* — — (Richard), im Lexikon bloß noch mitR. bezeichnet, des obigen Vater. Er muß noch1733 gelebt haben, wo er das Bildniß des D. JohnGuise malte. I. Fabcr, I. Gole und sein eigenerSohn haben vornehmlich nach ihm Blätter gestochen,deren einige in angeführt sind.
Bleiel,(J. P.), ein Maler, der lediglichdurch ein Bildniß des Gottesgelehrten I. I.Qnistorp bekannt ist, welches C. Fritsch nach ihmgestochen hat. Mrr.
* Bkes, (Heinrich van), auch Met de Bles genannt, van Mander glaubt, daß er den (sonstPeter -Breughel zugeschriebenen und von H. Coeck1562 gestochenen) Labulekkrämcr gemalt habe, dervon Affen ausgezogen wird.
Blesendorf, (Ananias), ein künstlicher Gold-schmied, und Vater dreyer geschickter Söhne,Joachim, Samuel und Constamin Friedrich, undeiner Tochter, Elisabeth, arbeitete für den Chur-fürst!. Hof zu Berlin . Nach Mcolai starb er 1670in hohem Alter. Es ist aber aus zuverläßigen Nach-