i 5 « Canot.
* Canot, (P. L-), hieß Peter Carl, gebürtigvon Paris . Nachdem er dort einige Zeit gearbeitethatte, gieng er um 1758 nach London , wo er sichdurch seinen kühnen und geistvollen Grabstichel imLandschafts- und verwandten Fachen großen Ruhmerwarb, zeigt einige seiner Blätter ohne Namendes Malers, und sodann an die 26 meist berühmteMeister an, ngch welchen er gestochen hat.
— — oder Caneau, (Philipp), ein Ge-sellschaftsmaler zu Paris , welchen //. einen Bruderdes obigen nennt, und einige Blätter nach ihm,wie z. B. einen Tanzmeister von le Bas zi 7 -i 5 .)anführt. Er scheint noch um 1790 gelebt zu haben.
Canova, (Anton). Dieser berühmteste Bild-hauer unsrer Zeit geb. um 1760, war der SohnFrancesco's, eines geringen Mannes im Trevi-sanischen Flecken Possagno. Schon als ein zwölf-jähriger Knabe gab er eine Probe seines schöpfe-rischen Genies. - 'Z er sich eines Tages in derKüche des H. von Falier lefand, der für einezahlreiche Gesellschaft vom Adel eil? glänzendesGastmal veranstaltete, und die Köche die Haupt-figur in der Mitte des Desserts vergessen hatten,bildete er aus einem großen Stück Butter einenLöwen, der, als er auf die Tafel kam, allgemeineBewunderung erregte. Als man sich nach demUrheber erkundigte, und Tonrn (Antonio) genanntwurde, so sorgten die Herren von Falier, Vaterund Sohn, für seine Erziehung ; worauf er in demZeitraume von zwey Jahren so große Fortschrittemachte, daß ihn feine Gönner nach Venedig brach-ten und der Akademie übergaben, welche ihmmehreremale den Preis zuerkannte. In seinemsechzehnten Jahre verfertigte er eine Statue derEurydk'ce, welche er den erwähnten HH. vonFalier als den Erstling seiner Kunst überreichte.Im Jahr 1780 gieng er mit dem venetianischenGesandten Girolamo Zuliani nach Rom , dessengroßmüthiger Unterstützung er dort seine erstenFortschritte, und von Seite des Senates ein Jahr-gehalt von Zoo Dukati zu verdanken hatte. Dievon ihm in Venedig vollendeten Werke, nämlichzwey Gruppen von Apollo und Daphne, dieBüste des Dogen Paolo Renrer, ein Aesculap,und der bewundernswürdige Grpheus, welchesich in Geist und Form nahe an die Muster desAlterthums anschließen, hatten ihm zwar bereitseinen großen Ruhm erworben; allein er übertrafsich selbst durch die Gruppe des Dadalus undJcarus, welche in den Besitz des Ritters P. Pisanikam, und durch den jungen Herkules, der dieSchlangen erwürgt. Zu Padua vollendete er dieStatue des Marchese Giovanni poleni In Rom dann gehören zu seinen ersten Arbeiten: Sein The-sen«, der den Minotaur gelobtet hat, und nach-werts gen Wien kam (noch immer eines seinervorzüglichsten Werke); ein Apollo der sich dieLorberkrone aufs Haupt setzt, letztrer für denSenator Abondio Rezzonico, welche ihm auch imAuslande bereits einen bedeutenden Ruhm erwarben.Im I. 1787 wählte man ihn, das Grabmal desgroßen Papstes Clemens XlV. (Ganganelli) fürdie Kirche der zwölf Apostel zu verfertigen: „EinMeisterstück" (heißt es irgendwo) „welches feit derWiederauflebung der Künste wenige seines Gleichenhat. Es besteht hauptsächlich in drey Statuen,welche den hinter seiner Urne auf einem erhabenenStnhl sitzenden Papst in feyerlicher Kleidung, undauf den beyden Seiten der Urne die Sanftmuth unddie Mäßigkeit vorstellen. Auch der architektonischeTheil dieses Grabmals ist unverbesserlich. In derBildung der zwey Tugenden bemerkt man einigeAehnlichkeit mit den schönen Formen der Gruppeder Niobe ." Um eben diese Zeit beendigte er dreyLiebesgötter, von denen der eine nach Pohlenoder Rußland , der andre nach England, und derdritte nach Irland kam, und die wunderschönePsyche, in dem Besitze des H. Henry Blundel.Alsdann unternahm er, auf Ansuchen der Kardinäleund des Senatoren Rezzonico das Mausoläum ihresOheims, Clemens XIU. in St. Pietro . Man
Can 0 v a.
sieht daselbst diesen Papst km'eend und betend, ihmzur Seite einen Genius, und die allegorischenFiguren der Religion, Milde und Hofnung. .Beydieser Arbeit leistete ihm sein berühmter Schüler,Antonio' d'Este, hülfreiche Hand. Er soll dafür20,000 Scudi, so wie früher für das MonumentClemens XIV. kß,ooc» erhalten haben. (Einestrenge, aber sehr belehrende Critik über dasselbes. in der Schrift: Mmkeimann und sein Jahr-hundert S. 353 - 54 -) Die übrigen Werke vonihm, welche in diese Periode fallen sind: EineGruppe von Amor und Psyche, welche lange fürdas köstlichste Produkt seines Meißels gehalten,und nachwerts von der Gemahlin des ersten KonsulsBonaparte angekauft ward; eine andre Gruppe,Adonis und Venus, welche zu Neapel die Samm-lung des Marchese Salza Bazio schmückt. (DieUebersetzung eines lesenswerthen Briefs über dieseGruppe: l^ettora 6i Oorillo Daknsjo (GrafenCastone della Torre von Rezzonico) » violloroOelllco (Abbate Laver Bettinelli) 1795. s. inMeusels M Miscell. VII. 910.): Dann dasGrabmal des bekannten Generals Emo, wel-ches er für den Senat von Venedig verfertigte;die Statue eines Faustkampfers, die er der dor-tigen Akademie schenkte; eine büßende Magdalena;eine vortrefliche Hebe, die kaum mit den Zehen dieWolken berührt auf welchen sie schwebt, im Besitzedes Ritters Albrizzi; die kolossalische Gruppe desHerkules und Lichas, und ein Denkmal zur Ehredes Bischofs Giustiniani zu Padua . — Als dieKriegsunruhen ausbrachen, verließ er auf eine Zeitlang Rom , begab sich aber nach dem Frieden wiederdahin, und vollendete alsdann seine berühmteStatue des perfeus mit dem Haupte der Medusa,welche von dem Papste gekauft, und.in den Vatikan an den Platz gestellt ward, wo einst der Apollostand: „Eines der größten Meisterstücke derneuern Sculptur" (liest man in dem schon von unsangezogenen Aufsätze); „nur für den Heros, wiewir ihn uns denken, viel zu sanft." Um dieselbeZeit bekam er von dem Wiencr-Hofe den Auftrag,das Grabmal der Erzherzogin Maria Christin»,Gemahlin des Herzog Alberts von Sachsen-Teschen zu verfertigen, das dann wirklich in 1305 vollendet,von dem Künstler selber in Wien aufgestellt wurde,und von Kennern als eine zwar große, aber selt-same Composition beurtheilt wurde. (Ein schönesBlatt nach demselben gab Pet. Donat-o 1805). Ebenso erhielt er in 1802 von dem damaligen ersten ConsulBonaparre einen Ruf nach Paris , wo er dasModell zu einer kolossalischen Bildsäule desselben,als Heros vorgestellt, entwarf, und den Kopf nachder Natur formte, um das Ganze weiter in Rom auszubilden. Nach seiner Znrückkunst im Jan. i 8«3arbeitete er an einer andern 16 Fuß hohen Statue,weiche den König von zskeapel in römischem Costumdarstellen sollte; alsdann an einem 7 Fuß hohenMars pacificus, für die italienische Republik,der aber wenig Beyfall fand. Für seine beßte Arbeitaber werden eben so wohl von andern, als, wie esheißt, auch von ihm selber, seine zwey Fechter,Creuganres u. Damaxenos gehalten, von welche»der erste sich im Clcmentinischen Museum, der andreaber, unsers Wissens, noch als Modell in seinerWerkstätte befindet. Uebrigens lauten mannigfal-tige öffentliche und Privak-Urtheile über diesen merk-würdigen Mann, (sey es nun daß sein überschweng-licher Ruf anfangs wirklich übertrieben ward, oderdaß solcher seine Zeitgenossen drücke) schon seitgeraumer Zeit sehr verschieden. Da lasen wir z. B-noch vor ein Paar Jahren: „Seine sämtlichenWerke sind mit beyspiellosem Fleiße und in demschönsten Marmor gearbeitet. Schon die Einrich-tung seines Attelier, die Beleuchtung desselben, undseine Art zu arbeiten, sind äusserst merkwürdig-Alles Fleisch an seinen Figuren überstreicht er miteiner Beize, und ahmt dadurch der Natur dastransparente Gelbliche nach. Es übersteigt allenGlauben, welchen Ruf dieser Künstler hat, undwie sehr er mit Arbeiten überhäuft ist", u d. gl.Eine ziemlich lesenswerthe Notiz dann über ihn