Caradori.
richt den er von seinem ersten Lehrer Jmparato er-hielt, fleisstg die Werke von Marko da Siena undJoh. Bern. Lama; späterhin eine Weile lang fastausschließlich diejenigen von M. A. Merigi, fürdessen Schüler er sich ebenfalls ausgab; was eraber nachwerts wieder verneinte. Endlich kamer nach Rom , wo ihn die Werke HannibalCarraci's so begeisterten, daß die Gallerie Far-nese bald sein einziges Studium ward; daß ersich erst jetzt zum wahren Zeichner bildete, und vonda an für einen der vorzüglichsten Künstler aus dercarraccischen Schule gezahlt werden konnte. Be-weise davon gab er nach seiner Rückkehr zu Neapel in seiner Madonna bey St. Anna de Lombardi,seinem St. Carl in St. Agnello, und seinem Christusunter dem Kreuz bey den Inkurabel». Aber freylichblieb er sich bey Weitem nicht immer gleich, sondernverrieth vielmehr in den meisten seiner Werke durchschneidende Lichter und Schatten seine frühere Liebezu Carravaggio. Gewöhnlich sah man seinen Ar-beiten großen Fleiß und Ueberlegung an; andremalehingegen trat er mit so schwachen Geburten ausLicht, daß einige vermuthen, er habe sich entwedernach der vorausgesehenen Bezahlung gerichtet,oder auch manches durch einen seiner geringernSchüler, Merkur von Aversa , ausfertigen lassen.Endlich erzählt die Geschichte von seinem Moral-charakter wenig Rühmliches, da er nämlich einesder Mitglieder des schändlichen Triumvirates war,welches sich in Neapel gegen Dominichin und über-haupt gegen jeden, noch so verdienten ausländischenKünstler gebildet hatte. Fiorillo 11 . 801—4. und
I. 6lZ. et sogcj.
Caradopi, (Franz), ein geschickter floren-tinischer Bildhauer, welcher vom Großherzog pen-sionirt war. Im I. 1737. verfertigte er zu Rom die Büste des berühmten Kapellmeisters Sacchini ,welche auf sein Grabmal im Pantheon gestellt wurde.Sie soll ihm sehr gleichen, besonders in seinenletzten Jahren. Aksc.
Ca raffe, ( ) (nicht Cararee, wie er in
Meusels ArchiveIII. 164. irrig heißt), ein stanz.Maler aus dem letzten Viertheile des XVIII. Jahr,Hunderts, ehmalw.er Pensionnair der Schule zuRom, auch Mitglied der Akademie der bildendenKünste zu Berlin , nach welchem Laurence schonvor 1790. den Eid der Horazier gestochen hat.Ohne Zweifel derselbe, der nun m rüngern Lagenvon Neuem auftrat, und hauptsächlich seiner geist-reichen Allegorien wegen sehr geschätzt wurde- Da-hin gehören, neben andern,: Sein Deckcnstück imSaale der medizinischen Schule zu Paris : DieWissenschaft, die dem Menschengeschlecht die Ge-sundheit wiederbringt. Ferner: Amor, von derJugend und den Grazien verlassen, und von derZeit verfolgt, nimmt seine Zuflucht zu der Freund-schaft. Beyde erhielten im Jahr VIII. den Preis,und letztres wurde in den Zimmern der MadameBonaparte im Pallaste der Consuln aufgestellt.Dann: Die Hofnung, die den Unglücklichen biszum Grab unterstützt, welches Desnoyers in punk-tirter Manier gestochen hat; und der Pendant des-selben: Das Schicksal, welches das Lebensschiff-chen des Menschen lenkt, mit den Traumen, die imSegel gaukeln. Alle diese Stücke, nebst einer, ge-meinschaftlich mit dem Baumeister Detournelles,schon im Jahr IV. bearbeiteten Preisaufgabe fürden beßten Plan eines Denkmals für den Eintrachts-Platz (ülonument corisacrö ä l'II^men, Allegorie<le l'InärvlsibUstö?) zu Paris , werden von Lan-ds» (Annal. I. 64.32. 2Z7. III- 92.) beschrieben,beurtheilt und abgebildet. Sollten wir bloß nachden dort gelieferten Umrissen urtheilen, so würdenwir dem zur Freundschaft geflüchteten Amor denentschiedensten Vorzug ertheilen; aber auch, unterden erwähnten Allegorien, dieser einzigen das voll,zahlige Lob ertheilen, welches Landon ihnen allengiebt: Daß sie richtig gedacht, gut und geschmack-voll entworfen, und cvrrekt gezeichnet sind; undzugleich behauptet: Daß sie durch ein angenehmesColorit eine vortrefliche Wirkung thun. Da dieser
Carani. 157
Künstler, der sich in iZoz. noch in Paris befand,seither aber zu Petersburg leben soll, früherhinmehrere Jahre in der Levante sich aufhielt, so er-schienen bey verschiedenen Kunstausstellungen vonihm zcr. colorirte Zeichnungen, welche die türkischenSitten, Gebrauche und Ceremonien sehr inttressantdarstellten, und daher allgemeinen Beyfall erhielten.Nach Landon 1 . 8Z- und II. 209 sollten dieselben,nebst des Künstlers historischen Bemerkungen, geatzterscheinen. Nach FioriUo III 509. Ware solcheswirklich geschehen. Noch fuhrt dieser letztre vonihm einen Marius auf den Rühren von Karthago an. Und endlich haben wir noch zu bemerken:Daß bey Beurtheilung über die Skizzen von derSchlacht bey Nazareth, auf deren Ausarbeitungim Großen die Regierung vor einigen Jahren einegroße Prämie ausgesetzt hatte, zwar ein andrer(Gros> den Preis gewann, die öffentliche Mey-nungen hingegen zwischen einem dritten (Hcnnequin)und Caraffe getheilt war, und, nach Landon(l. 196.) namentlich an seiner Arbeit die schone rieh,tige Zeichnung , die Wahrheit des Ausdrucks in denasiatischen Köpfen, die Treue des Costums, undverschiedene ausgezeichnete Schönheiten in ein-zelnen Parthien allgemein bewundert wurden. BeyMensel (l. c.) heißt es: Er sey, bey seiner An-kunft zu St. Petersburg , mit besondrer Auszeich-nung empfangen, der Kaiser!. Familie vorgestellt,und von derselben kostbar beschenkt worden. Vonda sollte er nach Moskau, und sodann nach Wien reisen. Endlich hat sich derselbe, durch mehrereAufsätze über die schönen Künste, auch als Schrift-steller rühmlich bekannt gemacht.
* Caraglio, Caralio, oder auch Cara-lius und LarallO, (Johann Jacob), auchIacobus veronensis genannt, geb. zu Verona um 1500. Im Praktischen seiner Kunst war erschon erfahren, als er nach Rom kam Ob ergleich Marc Antonio in seinen schönen Umrissen undder Festigkeit seines Vortrags nicht erreichte, sogehörte er doch zu den Stechern vom ersten Rangeder damaligen Zeit. Seine Figuren sind richtigund mit Einsicht gezeichnet, und zumal seine Köpfevoll Geist und Charakter; nur wünscht man bis-weilen, daß das Helldunkel mehr beobachtet, unddie Falten seiner Gewänder natürlicher und vonbesserm Geschmacke seyn möchten. In späternTagen widmete er sich ganz dem Stein < und Schau-münzen-Schneiden, und erwarb sich in dieser letzter»Kunst einen großen Namen, der ihm auch den be-kannten Ruf König Sigmund I. nach Pohlen ver-schaffte. Nach seiner Rückkehr beschloß er, aufeinem schönen Landgute, sein Leben in hohem Altersehr glücklich, mitten unter seinen'Freunden undSchülern. Seine Blätter bezeichnete er gewöhnlichmit seinem Anfangs gedachten Namen: .sucobusVeronensis; ein andres Zeichen (wie Christ irrigglaubt, und bey solches zu finden ist) führte ernicht. Rost III. 171—75. wo von seinen beßrenStichen nach Michael Angelo , Raphael, Rosso,Litian und dell' Daga Notiz gegeben, und eineSchlacht mit einem knieenden alten Mann, den einKrieger zu Pferd mißhandelt (nach Raphael oderJul. Romanus) vorzüglich ausgezeichnet wird.Von seinem Sabiner-Raube nach Rosso weiß man,daß der Künstler durch die Plünderung von Rom ,die Platte zu beendigen verhindert wurde. Derwinklersche Katalog führt: Die Chimären (einsonst nirgends verzeichnetes Blatt verworrenen In-halts), und die mit säe. Veronensis unterzeichneteMadonna unter dem Orangenbäume, als ein Stückvon äusserster Seltenheit an. Und endlich bemerktL daß der Name X»rolns, der sich auf einemnach Lambert Lombard gestochenen Blatte findet,Carl van Mander, nicht unsern lvarstlo bedeute.
* Caralio oder Caralius, s. gleich obenCaraglio.
Carani, (Anton). /f.(i? 89 -) heißt ihn: Einenneuern Kupferstecher zu Rom .