CasanovS.
Joh.L- Geb. i?Z2. Bey Simonini lernte er, nacheinigen, nicht zu Venedig sondern zu Florenz . Indie Akademie zu Paris wurde er 1763. aufgenom-men, Dort bildete er mehrere Schüler, unterwelchen ihm I. P. Louterbourg vorzüglich Ehremachte Seit i 787 - lebte er in Wien , wo er meh-rere bedeutende Arbeiten für die Großen dieser Resi-denz verfertigte, und starb daselbst 1803. NebenSchlachten, Marinen und Landschaften malte erauch Conversationsstücke. Basan zufolge hatdieser Künstler auch Verschiedenes nach eigner Er-findung geätzt. Mehrere von andern, wie z. B.von Beauvarlet, Colibert, Dufour, Godefroy,Laurent, Moyreau u. s. f. nach ihm gestocheneBlatter zeigt an; Rost aber (III. 214 ) bemerktvornämlich den Sturm und die Einnahme derFestung Oczakow durch die Russen, unter demFürsten Potemkin, nach ihm auf einem großenBlatte 1792 von Ad. Bartsch mit vielem Geiltegeatzt, wovon indessen die Fernen nicht allen Ken-nern gefallen wollten. (S. Journal für bildendeRunst II. 135.). Ein neuerer italienischer Schrift-steller efe : 8a§§ic> politico soprs le
vicis8itu6ini insvitsbili «teils Societs civile etc.4w. Vienn. 762.) indem er unter die vornehmstenUrsachen des Verfalls der Schönen Künste neuererZeit vornamlich diese setzt: „Daß die Künstler ver-urtheilt seyen sich dahin zu erniedrigen: Alles zuerschöpfen, was eine üppige, schlaffe Einbildungs-kraft reizen kann, weil dieß das einzige Mittel sey,sich die Gunst der Großen zu sichern," fügt dannnamentlich hinzu: Es habe des Blutbades vonOczakow bedurft, um Casanova's Phantasie zuentzünden, und seinem Pinsel einen würdigen Ge-genstand darzubieten. Seine Nachahmung vonBourgignon nennt Fiorillo (Hl. 354 ) ein eigent-liches Plagiat, indem er bald diese, bald jeneGruppe desselben entwendete, und sie seinen Bil-dern einverleibte. Ungefähr eben so urtheilt Dide-rot in seinen Lsssis sur ls ?einture von ihm, woer seine Arbeiten bey der Ausstellung zu Paris vomI. 1765. (>. c. 220—3r.) ausführlich beschreibt,mehrern seiner Talente, dem Feuer seiner Darstel-lungen zumal (was sich freylich mit dem Plagiatwenig zu vertragen scheint) volle Gerechtigkeit wie-derkahren läßt, überhaupt aber feine Gemäldeschön entworfene und gut geleitete, aber schlechtgeschriebene Gedichte nennt, und von einem der-selben sich gar so ausdrückt: Das Ganze bieteungefähr den Anblick einer großen Kruste geröstetenBrodtes dar. Weit vortheilhafter wird von ihm,bey Gelegenheit seines Tods inMeusels Ar-chive II. 172. nnd III. 139. gesprochen; wo esdann neben anderm auch heißt: „In vielen großenGalerien werden seine Gemälde noch vermißt, weiler in seinen Arbeiten sich nicht übereilte, und nurmalte, wenn er dazu aufgelegt war. Einige Jahrevor seinem Tode lebte er in philosophischer Ruhe ineinem kleinen Hause, das er sich in der Entfernungvon vier Stunden von Wien , in einer Gegend,der Brill genannt, erkauft hatte, wo er auch verstor-ben ist, und in dortiger Pfarrey begraben liegt."
Casanova, (Joh. oder Joh. Baptist), geb.Zu Venedig 1729 (nach andern 1722.), kam aberschon in seinen frühern Jahren nach Deutschland .Die Anfangsgründe der Malerey studirte er bei-der Akademie zu Dresden unter Louis von Silvesterund nachwärts unter Dietrich. Alsdann gieng ernach Italien , wo ihn Mengs 1752. mit sich nachRom nahm. Er blieb bey demselben bis 1762. dadieser nach Spanien reiste. Unter der Anweisungeines so großen Lehrers hatte er selbst solche Fort-schritte gemacht, daß Reiffenstein, Angelika Kauf mann und Winkelmann sich freundschaftlichen Un-terricht von ihm geben ließen Das Studium derAlterthümer, Zeichnungen, theils nach den berühm-testen Statuen und nach den schönsten oder gelehr-testen Bassorilievi, theils nach dem Nackten; dannKopien nach den Meisterwerken der größten Lichterneuerer Kunst, theils in Oel, theils in großenEanons, beschäftigten ihn unaufhörlich. Vielederselben findet man noch in Deutschland , zu
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Dresden , bey dem Markgrafen zu Bayreuth , u. s. f.Aber die weit mehrern sind nach England gekom-men. Die größte Richtigkeit der Zeichnung ist anallen seinen Arbeiten sichtbar; eher vermißte manan einigen, eine gewisse Zartheit des Gefühls,welche im Leben und in der Kunst ihm zu man-geln schien. In der Kunde und Beurtheilung derWerke des Alterthums herrschte zwischen Winkel-mann und ihm ein beständiger Wetteifer, welchervon seiner Seite nicht selten in wirkliche Eifersuchtauszuarten pflegte Bisweilen malte er auch Bild-nisse mit der äussersten Kenntlichkeit, aber nicht indem angenehmsten Farbenron. Eines der berühm-testen war dasjenige von Clemens Xlll. welchesdieser Pabst der Sorbonne zum Geschenke machte.Den Ruf gen Dresden nahm er im I 1764 an,nachdem er frühern nach England, Parma, und,als Chef der Zeichner vom Herkulanum, nachNeapel ausgeschlagen hatte. Diesen Post.n beklei-dete er mit ausgezeichnetem Ruhm bis an seinenTod, welcher den ro. Dez. 1795 erfolgte, nach-dem er viele würdige Schüler gebildet hatte. Er hättesich auch als Schriftsteller, (noch mehr als durchseinen versuch über die Antiken 8er Dresdner -Galerie) besonders durch eine» vollständigen theo-retischen Cursus über die Malerey rühmlichst be-kanntgemacht, der schon um r?88. in Italienisch fertig lag, damals noch eine deutsche Uebersetzu.igerwartete, und zwey Quartbände ausmachen sollte,seither aber, weil der Subscribenten zu wenigewaren, und der Hof keinen Vorschub thun wollte,weder in dieser noch in jener Sprache niemals er-schienen ist. Ausführliche Notizzen von sei-
nem Leben und Werken findet man besonders (wahr-scheinlich von ihm selbst verfaßt beyReller 25-31.und das Derzeichniß einiger nach ihm gestochenenBlätter bey S. Fast alle Platten für Winkel-manns IVlo.iumenti snticki waren von ihm ge-zeichnet. Mensel II. führt von ihm ein allegori-sches Gemälde auf den Tod des Ritters -lwengs,und eine Kleopatra an, die sich durch eine Schlangedas Leben nimmt. Und in eben dieses Kunstrich-ters Museum III. 251. und rA Misc. VII. 94?.liest man die Beschreibung und Beurtheilung einesOelgemäldes mit ganzen Figuren in Lebensgröße,welches im I. 1794. zu Dresden ausgestellt war,und den Thcseus zum Gegenstand hatte, der seinean seiner Seite getödtete Gemahlin vom Schlacht-feld aufhebt. Beyde Urtheile stimmen darin «her-ein: Daß man, beyder schön gedachten Komposi-tion und der richtigen Zeichnung des Ganzen, amKopfe des Thcseus das ihm in den antiken Abbil-dungen eigene Edle, in seinem Gesichte mehrAusdruck von Schmerz, so wie dem Bilde der.Antiope mehr weiblichen Reiz und mehr Feinheitder Formen einzelner Theile gewünscht hätte.
Casan 0 va, (Joseph), Maler, von dem man ver,schieden? Werke in der Kirche St. Maria deqii Jm-minenti zu Bologna antrift. Meusel Miscell.XIII. 55.
— — ( ). Ein Künstler dieses Namens
erscheint im Almanach lle.8 Kk!tux-/ 4 rt 8 von 803.unter der Rubrik der damals in Paris lebendenLandschaften - Marinen - und Architektur - Maler.Ob es vielleicht noch obiger Franz C. seyn mochte,ist uns unbekannt.
— — ( ) Bildnißmaler zu Prag , lebte
dort um 1802 ^rc.
* Casari, (Franz), starb im 32. I. seinesAlters,
ssasas. S Cassas.
Cascerti oder Loscetti, (Stephan), einMaler von Florenz , wird von Baldittucci unterdie Schüler von Dominikus Passlgnano gezählt.
ss as cini, (Salvador). So wird der Zeichnereines um 1805 von Wilh. Morghen nach Jos.Ribbera gestochenen dloli me tsn^er«? genannt,und eben seiner Zeichnung (besonders in den verün-
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