Band 
Zweyter Theil [1].
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201
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Ciguaui.

Kunst am nächste». Wollte man sie vergleichen,so würde der erstre in allen Tycilen , wodurch dieKünstler der römischen Schule so lange sich aus-zeichneten, den Vorzug behaupten; er würde imAusdrucke lebhafter, in den Charakteren mannig-faltiger, zum Theil auch edler, überhaupt aberals besserer Zeichner sich darstellen. Cignam hin-gegen, aus der lombardischen Schule, erschien alsder bessere Maler mit sanfcerm Colorit, freyermPinsel, reinern - ununterbrochnen Massen. Daherseine Bilder gewöhnlich mehr Wirkung thun Auchmöchte man in Behandlung der Falten ihn fürvorzüglicher halten, worinn die Carracci's undvornamlich Guido, ohne merklichen Einfluß desBcrninischen Geschmackes, nachgeahmt sind. Ueber-haupt war er, gleich Maratti, ein Plagiarier,und zwar noch von etwas beschränkterer Art. Inseinen beßten Arbeiten, unter welchen die Fresko-Gemälde unter der Kuppel zu Piacenza in ersterReihe stehn, ahmte er die heitere, gefällige Weisedes Guido nach; auch in einem Altargemalde derHofkirche zu München erinnern manche Gestaltenebenfalls an jenen Meister: Kräftiger behandeltist sein Joseph mit Potiphars Weib in der Galeriezu Dresden Anderwärts findet man Wecke vonihm, worinn er, in Kraft und Ton des Colorrrssowohl als in den breiten Massen, den LudwigCarracci zum Muster genommen zu haben scheint.Neben obigen gehören zu seinen vorzüglichstenArbeiten , in Fresko diejenigen in der schon genann-ten Kuppel der Kirche Madonna del Fuoco zuForli , ferner in dem sogenannten FarnesischenSaal des öffentlichen Pallastes zu Bologna , inder Kirche von St. Michele del Bosco daselbst,und in dem Herzog». Garten-Pallaste zu Parma;dann in Oel mehrere von denen , welche bey Fäßli0 . c. Z 3 -j- 9 ?.), eben so wie die Stiche nach den-selben, beschrieben und gewürdiget werden; einKind Jesus und Johannes in der Galerie Iambec-cari in Bologna , von welchem Fiornlo ganz be-sonders mit Entzücken spricht, u. s. f. Das aus-führlichste Verzeichniß des sämtlichen eben nichtfehr zahlreichen, was nach ihm gestochen worden,findet sich bey //. und im IDmkierschen Gant-Katalog. Diesem lekiern zufolge wird das selteneBlatt einer Maria Aegyptiaca , von einem Engelunterstützt, welche von St. Aosimus die Kommunionempfangt, ihm selbst zugeschrieben. Auch wurdenihm zwar wackre, doch selten die größten Stecherzu Theil.

* Eign ant, (Felix), dessen im Lexikon unterdem Artikel seines Vaters gedacht wird, geb. zuForli , wo er nachwerts diesem letzterm bey derArbeit an der dortigen Kuppel behülstich war.Lanzi (1l. 2. 182.) bemerkt sowohl von ihm, alsvon seinem nachfolgenden Sohne Paul, daß beydezwar gute Talente für die Kunst besassen, solcheaber, als begüterte Erben der Früchte des Fleissesihres Vaters und Großvaters, bloß als Dilettan-ten betrieben haben. Indessen soll sein St. An-tonio in der Kirche Carita zu Bologna wirklich einwackres Gemälde seyn. Von seinen Staffeleyar-beiken heißt es dann (ebend.)daß sich dergleichenviele in den Kabinetten der Liebhaber finden, aber,in Vergleichung mit Carls Arbeiten, an einen Kna-ben erinnern, der sich vor der Gegenwart seinesVaters scheue." Nach Felix hat Lhomassin CarlsBildniß gestochen.

* (Paul), Felix Sohn, dessen ebenfallsunter dem Art. von Carl kürzlich gedacht wird,lebte noch 1739. Lanzi (II. 2. iZZ ) kennt undrühmt von ihm einen St. Franzisk, der dem St.Joseph da Coperkino erscheint, und einen bösenGeist in die Flucht jagt; woran die sorgfältigeAusarbeitung an die Manier seines Großvaterserinnere, und die einzig von einem Kerzenlicht her-rührende Beleuchtung von großer Wirkung sey.

* Eign« roll, (Johann Bettino oder Bap-tist), welchem das Lexikon sehr wahrscheinlich des-wegen auch den letztem Taufnamcn zur Wahldeymißt, weil es ihn (auch dem Geburtsorte nach)

Cima ror

mit dem unten folgenden Joh. Bapt Amarolrvermischt, da nämlich wohl letztrer von Solo-Cignaroli hingegen von Verona gebürtig war, sodaß hiemit auch das Renvoi des Lexikons ronEimaroli auf Eignaroli wegfällt. Sein eigen-thümlicher Biographe Levliacaua (IVlemorie öelluvitu kli 6. Verons??!.) setzt sein Geburtsjahr inr7«6. Einige geben für seinen ersten Lehrer SantePrunato an. Nachher reiste er viel in der Lom-bardie und andern Gegenden Italiens , und bildetesich dadurch einen Styl, der zwischen dem Vene-tianischen und Lombardischen Geschmacke das Mit-tel hielt. Doch gieng seine Neigung hauptsächlichauf den Correggio , den er besonders im Auftrageund der Verreibung der Farben nachzuahmen suchte.Er arbeitete für eine Menge Fürsten und andrer vor-nehmer Personen, von welchen er sich (warum nicht?Er war nun einmal der Modemaler seiner Zeit)königlich bezahlen ließ. Ins ennerbirgische Auslandgieng er, verschiedener Vocazionen an mehrereHöfe ungeachtet, nie. Hingegen folgte er einemRufenach Turin , um die dort gestiftete Malerakademiein Gang zu bringen. Er malte niemals andersals in Del; dabey hatte er ein angenehmes Coloritvon großerKraft. DasHelldunkel behandelte er nachden Grundsätzen des Correggio , und es blieb nichtsan ihm zu wünschen übrig, als eine richtigereZeichnung." So urtheilt .flonllo (II. 18990 )von ihm, der ihn 1769. in Verona persönlichkannte, und von ihm allerley Dictat« anführt,welche uns, die Wahrheit zu gestehen, besser alsseine Werke gefallen, die unsers Ermessens vonLanzi ( 11 . 22l.) »och milde genug gewürdigtwerden, wenn er sagt: » In einigen Dingen gliecher Maratti; so ;. B. in einer gewissen Nüchtern-heit der Komposition, in der Wahl und Nebenein-andcrsetzung der Farben, noch mehr als in demrichtigen Ton einer jeden derselben insbesonders,welche in der Carnation vorzüglich meist ins Grün-lichte und Röchlichte fiel, und daher den (seltenen)Liebhabern des Wahren nicht gefallen konnte, sowenig als sein oft gesuchtes Licht und Schatten-spiel, das wohl dem Auge, nimmermehr dem Ver-stand genügen kann. Desto vorzüglicher war er inmehrern Nebensachen, wie z. B. in Gewändern,in Architektur, in Landschaften, und zumal in derKunst, seine Gemälde, meist geistlichen Jnnhaltsmit hübschen Engelchen-Gruppen und andern an-genehmen Beythaten zu beleben. Und kurz, derMann hatte ein sehr glückliches Genie, und lebtenicht minder in einer glücklichen Zeit, um berühmtzu werden " Als eine seiner vorzüglichsten Arbei-ten wird eine Flucht in Aegypten zu St. AntonioAbbate in Parma genannt. Einige Blätter nachihm von Cunego, A Gizzardi, Ch. Halbbauer,Wagner und Zucchi führen theils theils derWliiklersche Katalog an, welcher letztre eine aufeiner Tribune sitzende und mit Heiligen umgebeneMadonna, das Kind auf dem Gchooß, nach demAlkarblatte zu St. JIdefons in Spanien , von Giz-zardi gestochen, besonders schön nennt. Von ihmselbst dann kennt man eine schlafende Venus nachD. Valesi geätzt.

* Ergn aroli, (Diomio), oder vielmehr,

statt dieser Verstümmelung Johann Dominicus,Joh. Baptists Bruder, dessen das Lexikon kürzlichunter dem Art. dieses letzter» gedenkt. In Ber­ gamo sieht man von ihm, Pasta zufolge, einigesnicht zu Verschmähendes, II. 22s.

Eigognini, (Anton), ein mittelmäßigerMalcr^ aus Cremvna im XV. Jahrh. Zeitgenossevon Galea; Campi, wird von Zaist in desselben:Xotisie istorictie lle Uittori etc. Lremonesi 4.Orsm. 774. angeführt.

* Eima, (Joh. Bapt), genannt Eonegliano.FioriUo (il. 17 ) nennt ihn nach Lanzi (II. 3536.) einen wackern und treuen Nachahmer desJoh. Bellin, dessen Werke von den Schriftstellernoft mit denen seines Meisters verwechselt worden.Derselbe brachte die reizenden Berggegenden seines

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