Band 
Zweyter Theil [1].
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224
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-24 Cvriolano.

könnte, so wie man auch Abgüsse in Bronze da-von hat.

*Coriolano, (Bartholome), Zeichner undFormschneider, des nachfolgenden Christophs älte-ster Sohn, geb. zu Bologna um 1590, lernte dieAnfangsgründe der Kunst im väterlichen Hause,und bildete sich nachwerts in der Schule des Guidound der Carracci weiter aus. Wohl erhielt er dieWürde eines römischen Ritters — auch wenn seineVerdienste ihm solche nicht erworben hätten —nicht vergebens, da er sich selbst einen Abkömmlingvon Cajus Marcius Coriolanus nannte. Seineschönsten Arbeiten, die er meist mit 6. 6. Lqnssbezeichnete, datiren sich von denJ. 1520—50. undbestuhnden vornämlich in den Camajeu's nach denZeichnungen und Gemälden von Guido. Dieselbenwaren aus drey Platten zusammengesetzt: Die erstefür die Umrisse und starken Schatten, die zweytefür die Halbtinten, die dritte für die Lichter. DieZeichnung darinn ist ganz im Geschmacke seines Ur-bilds, die Köpfe sind vom schönsten Charakter, unddie Aussentheile seiner Figuren sehr wohl ausge-drückt. Neben Guido, arbeitete er nach L. Carracci,I. C Fallini, Gucrcino, F. Vanni u. s. f. Seinevorzüglichsten Blätter führt Rost III. 274—75. an;unter denselben das Kapitalblatt seines Riesen-sturzes nach Guido, welches man mit verschiedenenJahrszahlen kennt, woraus erhellet, daß solches164 r angefangen wurde, aber erst 1647 ans Licht trat.Seinen Christus mit Dornen gekrönt, nach L. Car-racci, nenntFüßli II. iZ5- ein zwar in roher Manier,aber doch mit meisterhafter Behandlungsart geätztesBlatt. Ls. Durch eine Verwechslung des Sohnsmit dem Vater sagtL) ganz irrig: Man behaupte, dieBildnisse der ersten Ausgabe des Vasari seyen vonseiner Arbeit.

* — — (Christoph), nach Rost (III. 271.)geb. zu Nürnberg um 1560. was aber irrig seyn muß,wenn wahr ist, wasvasäri behauptet: Daß näm-lich die Bildnisse seiner schon 1563. erschienenenKünstlergeschichte, nach seinen und seiner SchülerZeichnungen, Christophs Arbeit sind. Er setzte sichzu Venedig . L vermuthet, daß Coriolans ur-sprünglicher Familiename Lederer war, der sichnoch in Saxen vorfinde, und den jener nachher inItalien in Coriola» verwandelte, wo es denn frey-lich mit der römischen Abkunft des Sohns Bartho-lome' mißlich stehen dürfte. Von einzelnen Blätterndieses Künstlers kennt man lediglich einen großenKopf nach F. Vanni.

* — — (Hieronymus). Derselbe mit demim Lexikon enthaltenen Hieron. Lederer; was abervielleicht zu //. unter dem vorhergehenden Art. an-geführten Vermuthung Gelegenheit geben mochte.

— (Joachim Theodor). Sein von Christangeführtes Zeichen war: ).'s. 0.1'. k. was ver-muthlich heißen soll: I. 1. Cor. ssc. Ls8il.

* — (Johann Bapt.), Christophs jüngsterSohn, geb. zu Bologna um 7596. Kenner gebenseinem Holzschnitte vor seinen gestochenen Blätternden Vorzug. ?/. der sein Todesjahr, wie es scheintnach Mastni, in 7649. setzt, führt v. ihm eine MengeBlätter, Rost aber (III. 276.) die vorzüglichstenan. Einige derselben sind, nach Bartholome's Weisein Helldunkel, andre ganz in Nachahmung vonHolzschnitten geätzt. In Paul Macius 8z. Em-blematen befinden sich 27. von ihm; (die übrigen vonO, Gatt! und A. Parisini). Hinwieder hat Mar-Briot nach ihm eine Madonna mit dem Kinde, dasder Schlange den Kopf zertrittst: Lt inimiciriasxonam etc. in le Blons Verlage gestochen.

* — — (Theres. Maria), Bartholome's Tochter.Man kennt von ihr ein geätztes Blatt: SitzendeMadonna mit dem Kinde. und Rost III. 2?5>

* Cornachini, (Augusiin). Nach ihm hatJann. Gutterez zu Rom eine Ritterstatue Carls desGroßen, und Vinc. Frauccschini zu Rom ein Litcl-

Corneille.

blatt zu Joh. Branca's Manuale ä'^rcliUettürs«om. 1718. gestochen,

* Cornaro oder Cornsra, (Carl). DieserKünstler arbeitete nicht Vieles, aber in ausgezeichnetschönem und ihm eigenthümlichen Geschmacke. Einesseiner vorzüglichsten Gemälde war sein Benedikt inder Karthause zu Pavia , das aber von der Zeitmerklich verdorben seyn soll. Lamri II. i. 462.

* — — (Ludwig), starb 7572. (nicht 65. wiedas Lexikon sagt) im 97. Jahr fernes Alters. M>c.

* Corneille, (Cornelius). S. dell' Aje.Von dem Bildnisse der Königin Maria von Medicis,dessen das Lexikon gedenkt, sagt Brantoine: Essey in ihrer ganzen Schönheit und Vollkommenheitvorgestellt gewesen. S die diesfällige Stelle, derenauch das Lexikon erwähnt, bey Fiorillo 111. 707.

— — (F.) So nennt einen Architektur-Zeichner für Joh. Mariette's Verlag.

* — — (Joh. Baptist). Derselbe wird unterdie verdienstvollen Maler der französischen Schulegezählt, ob er gleich seinem ältern Bruder (Michaeldem jüngern) nicht gleich kam. Er hielt sich einigeZeit zu Rom auf. Unter seine beßten Arbeiten ge-hören: Sein aus dem Gefängnisse befreyker St.Peter in Notre Dame , von B. Picart gestochen,und: Der Heiland, der St. Theresen und St.Johan »de la Croix erscheint, bey den Baarfüßer-Carmeliternzu Paris , von ihm selbst geätzt. Neben dem kenntman von ihm eine ziemliche Anzahl Blätter, theilsnach seinen eignen Erfindungen, theils nach Ann.Carracci , Jul. Romanus, Raphael u. a. vonwelchen und Rost VII. 729—30. mehrere an-führen. Gemeinschaftlich mit I. Mariette und C.Simmonneau gab er auch eine Sammlung der vor-nehmsten Statuen zu Rom und Florenz , dann 50.Blätter zum Gebrauche der Tischler, die Blätter zude Piles Anfangsgründen der Malerey, u. a. Hin-wieder haben eine Menge Künstler (freylich wenigevon der ersten Klasse) nach ihm gestochen, was sichbey L sehr ausführlich verzeichnet findet.

----- (Michael), der Vater. Derselbe(nicht sein Sohn, wie Rost VII. 725—27. irriganführt) war eines der ersten zwölf Mitglieder derKönigl. Malerakademie. Mehrere nach ihm ge-stochene Blätter, theils Bildnisse, theils historischengeist- und weltlichen Jnnhalts finden sich bey Lverzeichnet, so wie Einiges, was er selbst nachRaphael und Lud. Carracci in Kupfer geätzt hat,bey Rost I. c.

* — — (Michael), der Sohn. Durch denUnterricht seines Vaters machte er so große Fort-schritte, daß ihm ein akademischer Preis, und zu-gleich eine Unterstützung zu Theil wurde, um nachItalien zu reisen, wo er sich in der Schule derCarracci weiter vervollkommnete. Schon das Lexükon bemerkt, daß unter den französischen Malernniemand besser nach ihrem Geschmacke gezeichnet,als er; hinwieder aber tadelte man an ihm, daß ersie auch in seiner Färbung bis auf den Ton nach-geahnit habe, den das Alterthum ihren Werkenaufgedrückt hat. Dagegen meynt Fiorillo (III.247.): Die Ursache der frühen Verdunkelung seinerGemälde habe hauptsächlich darin bestanden, daßer die Farben zu sehr quälte. In der Perspektivewar er sehr wohl erfahren. Um sich von seinemVater zu unterscheiden, setzte er öfters ein A- znseinem Taufnamen; daher man ihn auch Mich-Auge Corneille, und dann wieder Corneille desGobelins (?) nannte. Ausser seinen Talentenrühmte man noch seine geselligen Eigenschaften. Erselbst hat eine große Anzahl Blätter, sowohl nachseiner eignen Erfindung, als nach andern, hauptzsächlich nach den Carracci's, geätzt, die bey RostVII. 725—28. erstre auch bey L verzeichnet sind.Vier Gegenstände aus der Geschichte Abrahams waren nach Raphaels Ideen; daher der römischeKupferstichhändler Roffi, der die Platten an sichbrachte, Raphaels Namen darunter siechen ließ.