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genossen zu Theil ward." Zu seinen bedeutendstenWerten gehören noch: Die Samaritcrin in derKapelle der Karthäuser, und eine Magdalena zuden Füßen des Crucifixes in der Kirche der Verskündigung. Noch ein Jahr vor seinem Tode hatteer bey den Invalide» das Gemälde am Hauptaltarin einer großen Manier gemalt. Auch von pJataliskennen wir/ doch nur drey / von ihm selbst geatzteBlätter, welche bey Rost (VII. 226.) und beyzu finden sind, welcher letztre dann auch an die 40.nach ihm, von mehrern geschickten Künstlern gesstochene anführt.
* Coypel, (Natalis Niklaus), des ObigenSohn aus zweyter Ehe. Da ihm das Schicksalnicht erlaubte, nach Rom zu gehen, so bildete ersich nach den Antiken und nach den Werken großerMeister, die er in Paris fand. Sein Aufnahms-stück in die Akademie, in welche er frühe erwähltwurde, stellt den Raub der Amymone dar. Mankann von seinen Talenten nach mehrern Gemäldenurtheilen, die sich in verschiedenen Kirchen zu Paris finden; hauptsächlich aber nach einem St. Franciscde Paula in der Sakristei) der Minimer auf demPlatze Royal. Sein Todesjahr wird verschiedent-lich, r? 35 , 37 - und 45. angegeben. Wir halten dieerste Angabe für die richtigste. Immer starb er zufrühe, da er eben anfieng, sich Ruhm zu erwerben.Auch er hat vier artige Blätter geätzt, die bey Rost(VII. 230-31.) und bey verzeichnet sind, wel-cher letztre dann auch ein Dutzend derjenigen hat,die nach ihm vorhanden find, und woruntereine römische Caritas, oder Cimon von seinerTochter gesaugt, unter erstrer Aufschrift von I.Danzel, unter der zweyten von le Bas gestochen,sich auszeichnen dürfte. (Gute Nachrichten vonallen Coypels finden sich auch bey Florillo III.245 - 54 .)
Coyrel, ( ) So nennt eine Handschrift
meines sel. Vaters, ohne Weiteres, einen Kupfer-stecher, von welchem man Bildnisse kenne.
* Coyzevox, (Anton). Derselbe war einSpanier von Geburt. Er hatte noch nicht siebzehnJahre, als er sich zu Lyon bereits durch eine Statüeder H. Jungfrau bekannt machte; alsdann gienger nach Paris , arbeitete unter Leramberg und an-dern geschickten Meistern, und erwarb sich sehrbald Ruhm. Er hatte kaum Sieben und Zwanzig,als ihn der Kardinal Fürstenberg (nicht Fusterberg,wie Wareler jämmerlich schreibt) nach dem Elsasseberief, um seinen Pallast zu Saverne zu verzieren.Diese Arbeit beschäftigte ihn vier Jahre lang; als-dann kam er wieder nach Paris zurück, um inVerbindung mit den berühmtesten Künstlern Ar-beiten zu übernehmen, welche unter allen am Fähig-sten waren, ihren Namen auf die Nachwelt zubringen, indem sie den damaligen Großen Königverewigten. Seine Statüe desselben zu Pferde inErzt, fünfzehn Fuß hoch, war nicht für die StadtLyon (wie das Lexikon sagt) sondern für die Standevon Bretagne . Bey dieser Gelegenheit war es,daß er sich aus den Königlichen Marställen siebzehnder schönsten Thiere vorführen ließ, sie in der Ruheund in allen ihren Bewegungen betrachtete, aufsPapier zeichnete, in Wachs modellirte, und nebendem die geschicktesten Reuter, und die gelehrtestenAnatomiker zu seinen Rathgebern machte. Be-weise des Nutzens, den er von diesem Studiumzog, waren auch nachwerks die beyden geflügeltenPferde in den Tuillerien, von welchen das eineden Merkur , das andre die Fama trug, eine wegenihrer außerordentlichen Leichtigkeit bewunderns-werkhe Figur; beyde nicht ganz von Manier befreyt;aber auf eine, welche sich auf die Wissenschaftgründet; »und," (sagt wareler) „was würdeman nicht dem Feuer verzeihen, von dem sie beseeltsind?" Ernsthaftere Werke, als diese letztem, undso viele ähnliche, waren denn seine Grabmäler desKardinals Mazarin , des Prinzen Ferdinands d'Egonvon Fürstenberg, Mansards und Colberts, letztreszu St. Eustache , welches vornehmlich zu seinenMeisterstücken gezählt wird; dann die Gruppen,
Craan.
welche sich an den beyden Enden der Seine zu Marlybefinden, worunter sich besonders Neptun undAmphitrite auszeichnen; zu Versailles die zweyFlüsse von Erzt (Dordogne und Gewönne) u. s. f.sieben Basreliefs in der dortigen Colonnade ; einegroße Vase mit Sculpturen, die sich auf die Ge-schichte Ludwig XIV. beziehen; zu Sceaux eben-falls die Figur eines Flusses in einer Grotte; zuChantilly die Statüe des Großen Condö in Marmor.Diese ansehnlichen Arbeiten hielten ihn nicht ab,auch eine Menge Büsten zu verfertigen; von ihremgroßen Werthe kann man im Allgemeinen nach den-jenigen des le Nostre zu St. Roch, Colberts zuSt. Eustache , und le Bruns zu St. Niklas du Char-donnet urtheilen. Eben dergleichen Bildnisse dannin Büsten und Medaillons des jungen KönigesLudwigs XV. und noch eine Statüe in Marmorseines hochverehrten Großen, welche einst auf derKapelle von Notre Dame standen, waren Produkteseines Alters. Mehreres über diesen verdientenKünstler und seine Werke, bey d'ArgensvMe II.234 — 46 . scheint aus des Universität-ArztesFermel'huls Lobrede (1721.) auf ihn vornehmlichgezogen zu seyn. Dort liest man auch das Gezeug-niß seines vortreflichen Moralcharakters; seinerBescheidenheit, Wohlthätigkeit und Frömmigkeit.Bey A. findet man einige schöne Blätter, meistnach seinen Grabmälern, von Aveline, Choffark,Cochin, Dupuis, und namentlich auch die Ritter-statüe zu Rennes von S. Lhomaffin gestochen,angezeigt.
Cozens, (Alexander). So nennt I. einenKünstler zu London , welcher Vrinciples c>k Deautxans Licht gestellt, und Bartolozzi dazu 19. BlätterKöpfe mit antikem Haarschmucke (coeü'Hes ä lamaiuöre ancienns?) gestochen habe.
* Cozza, (Franz). Sein Geburtsort Jstiloliegt in Calabricn. Lanzi I. 49 ». nennt ihn seinesLehrers, Dominichino's, treuen Gefährten imLeben, und Vollender einiger von dessen Arbeitennach seinem Tode. Doch soll er auch Manches aussich selbst geschaffen, aber mehr die theoretischenKenntnisse als die praktische Eleganz von Zampierigeerbt haben. Für eine seiner beßten Arbeiten haltman seine Madonna del Riscatto zu St. Francesca.Dann kennt man von seiner Hand einige schätzbareund seltene geätzte Blätter, die bey und KostIII. zzi. verzeichnet sind, und wovon die bußfertigeMagdalena (1630. dat. und somit ein Produkt seineshohen Alters) dem Wrnklerfchen Katalog zufolge,ein schönes Blatt seyn soll. Ein anderes (Mariawelche näht, mittlerweile das schlafende Jesuskindvon Engeln verehrt wird) hat späterhin auch Poillygestochen.
— — (Johann Baptist), Maler, gebürtigvon Mailand , starb 66. Jahr alt zu Ferrara 17^2.Lanzi II. 2. nennt ihn einen Künstler, dem seinehäufige Arbeit leicht und in ordentlichem Gleise(accoräato) von statten gieng; der nicht imer correklwar, aber dafür dem großen Haufen, und, woer's wollte, auch den Verständigen gefiel, wie z.D.in seinem Gemälde, welches etliche HH. Servilenin der Kirche Ca bianca vorstellt.
* — — (Peter Anton). Wohl zuverläßig dernämliche, den A. perer Loren; nennt, undgleichfalls im Allgemeinen von ihm sagt, daß ecnach Guido gestochen habe.
* Cozzeree oder Laufet, (Carl). Er oder
ein-andrer dieses Namens war um gleiche Zeit derbeßte Tapetenwirker zu Paris . Diderot
(Lssais sur la Peincure 406—7.) führt von ihm Mitgroßem Lob ein Bildniß des Herrn Paris von Mae/montel, nach Latour, und ein Medaillon: D>eMalerey, nach Vanloo an, die sich auf der Kunst-ausstellung vom I. 1765. befanden.
Craan, (L ), heißt in dem gedruckten SupMmentc zum Lexikon, ohne Weiteres, ein Früchte-maler.