Band 
Zweyter Theil [1].
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264 David.

widriges Aeussere und sein menschenscheues finste-res Wesen und Leben, nebst dem schlimmen Rufein den er sich durch seine politischen Grundsätzegesetzt hatte, begünstigten dann jenes Gerücht nichtwenig, und hatten sogar Einfluß auf das Urtheilder jetzigen Pariser über seine Werke/' Ganz an-ders zeuget, in den letzterwähnten Beziehungenvon ihm: A. C. Frumr sur la Situa-

tion des ksaux-^rts en krarics, 8. Paris 8or.

wo es, neben andern» heißt: »Aus allen Theilenvon Europa strömen ihm Zöglinge zu; er liebt sie,wie seine Kinder; und auch, wenn sie seine Schuleverlassen haben, unterstützt er diejenigen, derenglückliche Anlagen ihm Hoffnung für die Zukunftgeben, mit seinem Rath und Belohnung." Inden jüngsten Tagen arbeitete David an einemgroßen Bilde, das den Tod des Leom'das undseiner Spartaner in dem Paße bey Thermopilävorstellen sollte. Noch müssen wir bemerken, daßder Joh. Stephan David, den einen Bild-nißmaler zu Paris , und Schüler von Vien nennt,nach welchem P. C- l'Eveque dasjenige von» M. I.Sedaine gestochen habe, wohl zuverläßig kein andrerals unser Jakob Ludwig ist, welcher irgendwoauch Isaak genennk wird? (In einer Handschriftmeines sei. Vaters finde ich noch, daß sein Beli-sar zur Zeit an den Churfürsten von Cöün um»2000. Livr. verkauft wurde, und, was auch Fio-rillo I. c. 420. erzählt, der Künstler dabey denVerdruß hatte, den obern Theil des Gemäldes ver-stümmeln zu müssen, weil es für den Platz, wo esaufgestellt werden sollte zu groß war. Durchdie Revolution kam es dann bekanntlich wiedernach Frankreich ).

David, (Johann). So nennt Rarri einenKünstler der um 1770. die ganze Kirche St. Mariadel Refugio zu Genua mit Figuren geziert, Nik-laus Roffl aber dazu die Perspektiv gemalt habe.Wohl zuverläßig derselbe Johann, der bey einZeichner und Kupferstecher von Genua heißt, undvon dem er ein Heft von 12. venetianischen Kostunre-Figuren, nach seiner eignen Erfindung geätzt;dann ein schlafendes Frauenzimmer (ohne Namendes Malers, doch) »»ach Fr. Mieris, und endlichfünf Blatter (nicht Zierrathen, wie irrig sagt,sondern bey Füßl» 11. 2627. beschriebene Heili-gen-Geschichten, die sich in der Eremitenkirche zuPadua befinden), nach Mantegna , nebst desselbenBildniß anführt. Von eben demselben kennt derwinkiersche Gantkatalog sechs Blätter heroischeGegenstände, mit Landschaft und Architektur (»775)und sechs andre: 8o§Aetti divers» tratti daltn.Ktorin e dalls knvolk», wovon jene dem GrafenDnrazzo, ehemaligen Kais. Gesandten in Venedig (demselben, der die oberwähnten Freskogemälde desMantegna durch diesen Künstler stechen ließ), unddie zweytgenannte Folge dessen Gemahlin zugeeig-net, beyde mit: .jok David Den. Venet. inv.lee. unterzeichnet sind, und 1. c. schön genanntwerden.

(Johann Stephan), ein dem JakobLudwig David irrig beygelegter Name.

(Jsaak). Eben so.

* (Ludwig, auch Ludwig Anton), derLuganeser. Nach der ihn Maler und Kupfer-stecher heißt, arbeitete er zu Rom und Venedig um»665. und bis 1700. (Die erstre Jahrzahl scheintfür sein Geburtsjahr »643. zu frühe angegeben).Nach Lanzi II. 460. lebte er noch 1718- In St. Sylvester zu Venedig sieht man von ihm eine Ge-burt Christi in kleinlichter Manier, worinn erhauptsächlich mehr den Camillo, als seinen LehrerHerkul Prococcini zu seinem Muster genommenzu haben schien. )V führt nach ihm eine AnzahlBildnisse und historische Blätter gerade nach den-jenigen Stechern (Fariat und Westerhout vornam-lich) an, von welchen hingegen das Lexikon sagt,daß sie nach seinem Sohne Amor» gearbeitet haben.-Won ihm selbst geätzt dann dürfte eine Abnehmung

D a u l l 6 .

von» Kreuze seyn, die, ohne Namen des Malers,mit einem verschlungenen D. D. bezeichnet ist.

(P. oder L.). So nennt die Handschriftmeines sel. Vaters einen Kupferstecher von Avig-non um 1635. von welchem man Bildnisse kenne.

(Mademoiselle). kennt eine Künst-lerin dieses Namens, welche ein Blatt: ä das IsVerlor» , gezeichnet und gestochen habe.

Davila, (Andreas Sanchez), ein Maler,geb. zu Toledo »?or. gieng sehr jung »»ach Paris ',um dort die Kunst zu lernen. Nachdem er in ver-schiedenen Städten gearbeitet hatte, fetzte er sichzu Wien , wo er 1762- verstorben war. Nach ihmkennt man das Bildniß des Fürsten Jos. Wen;,von Lichtensiein, von I. Watson. A.

* Daviler, (Augustin Carl). Sein Lonrsd'^rcüitecture, mit den Kupfern von le Pautre,erschien in zwey Quartbänden zu Paris »694. und,von I. C- Sturm ins Deutsche übersetzt, zuerstin Amsterdam »699. nachwärts vermehrt zu Augs­ burg »725- Von ihm selbst geätzt kennt man einBildniß von Mich. Angelo. 7 /.

Davin - Ml'rvaux, ( ) eine französi-

sche Künstlerin dieses Namens (im /Umanaclldes ksnux - Hrts von »8oz. unter die damals inParis lebenden Bildnißmaler gezählt), von welcherman auf der dortigen Kunstausstellung von »802.sehr schöne Arbeit sah. Landsn Anna!. II. 212.

Dauj 0 n, ( ) ein Künstler dieses Namens

Wird im -Dmanacl» des Lesux--)rrs von »Zoz.unter die damals in Paris lebenden Bildhauer ge-zählt. Von ihm und zwey andern seiner Kunstge-nossen, l'Huillier und Mezieres, sind die Löwen,Vasen und andre Zierrathen an dem berühmtenBrunnen auf dem Kirchhofe des Jnnocens zuParis , wovon Landon Anna!. IV. die Abbil-dungen giebt.

Davis, (Claudius le), ei» englischer Kupfer-stecher ; lernte bey David Loggan und blühete um»690. Msc. und //.

(Edward le), Zeichner und Kupfer-

stecher, ein Italiener von Geburt, kam nachLondon , wo er ebenfalls von oberwähntem LoggauUnterricht empfieng, und nachwärts dort arbeitete.Man kennt von ihm Blätter nach Algardi , Car-racci, I. B. Caspers, van Dyck, Lely, Hals undWiffing. Dann, ohne Namen des Malers, ver-schiedene Bildnisse, welche ./V anführt, eines von1675. datirt, und ein andres des Königes Carlll.von welchem bemerkt wird, daß nachwärts derKopf weggeschliffen, und des Königes M-Helms seiner darauf gesetzt worden sey.

Davisson, auch Darvson, (Jeremias).Nach einem englischen Maler dieses Namens, derin 1743. verstorben war, führt L einige von?.Faber und I. Watson, wahrscheinlich in Schwarz-kunst geschabte Bildnisse an.

* Daulls, (Johann). Sein erster Lehrer,Hecquet, war ein mittelmäßiger Meister seiner Ge-burlsstadt. Sein erstes Blatt (»735.) war nachMignard, und stellt dessen Tochter, die Grast»von Feuquieres, vor, welche sein Bildniß halt-»Wenn" (sagt wareler) »Daulls von dieser Zeitan noch Fortschritte gemacht hätte, so würdenwenige Stecher mit dem Grabstichel ihm vorge-zogen zu werden verdienen; wenige würden sogarihn erreicht haben, wenn er sich nur gleich geblie-ben wäre. Aber, ob er schon in der Folge nichtslieferte, was man mit jenem Stück Vergleicheskönnte, so ist er immer noch als ein schätzbarerKünstler zu betrachten. In einem für die Künsteglücklichern Jahrhundert würde er fleh auf die Gat-tung eingeschränkt haben, für welche er Talenthatte," (d. h. wohl auf Bildnisse); »aber die Noth-wendigkeit, von seiner Kunst leben zu müssen, oder