Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
394
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Z 94 Friedrich.

Insel Rügen zum Gegenstand hatte. Dann in demneuesten Salon von 1806 zwey Ansichten der eben-falls durch ihre Kreidengebirge bekannten Däni-schen Insel Mona, worinn die Darstellung der ansich todten Natur dieser Gegend durch die Staffi-rung — hier mit einem Hirten und einigen zerstreu-ten Schaafen, dort mit einem einzelen Reisenden,der mit dem Fernrohr in die weite See hinaus-schaut, ein um so viel erfreulicheres Leben erhielt.Beyde bewiesen neuerdings, wie treflich sich dieserKünstler auf den Effekt versteht; wie ganz er diePerspcktw in seiner Gewalt, und (was noch mehraus andern Arbeiten von ihm erhellete) wie sehr ernamentlich auch für die Theatermalerry geeignetse>)n würde. Noch eine andre Zeichnung auf demnämlichen Salon hatte durch das ungewöhnlichOriginelle der Komposition, und den melancholischgehaltenen Ton sehr gefallen. Im Vorgrund der-selben sah man eine Ruine; im Hintergrund, aufder offenen See, ein einzelnes Schiff; in der dun-kelen Lust durcheinander geworfene Vogel, die dennahen Sturm verkünden. Welchem von diesenFriedrichen allen dann endlich (alles auf demsel-ben Salon) zwey andre einfache landschaftlicheAnsichten zugehoren, die eine sehr schöne Wirkungthaten, und in der einzigen grauen Farbe dasganze bunte Spiel der Natur zu enthalten schienen,— ist unS abermals unbekannt *). Ueber unsernKünstler von Greifswalde dann s. einen Aufsatz(den wir aber nur aus litterarischen Anzeigen ken-nen- von F. L> Reinhold im Meklenb. Jouri».I. (1305.) S. Zgr.

Friedrich Wilhelm, König von Preussen,übte die Malerey zu seiner Belustigung, und zu-weilen zu etwelcher Stillung seiner podagrischenSchmerzen; einige von seinen Gemälden sind un-terschrieben: krieäericus Viikelmus, stex öorus-siso pinxit in llolorlbus. Diese Arbeiten, Copiennach A. Bloemaert und van Dyck, werden in derKönigl. Galerie zu Berlin gezeigt, und sind vonMcolai 189. 345 . 393 — 396 . angeführt.

* Fries. S. Frieß»

Friese oder Frese, (Daniel), ein Perspek-tivmaler zu Dietmarsen um 7588 Man findetseinen Namen in Brauns Srädrebuch (t . V.

38. und 44.

Frieselheim, (P ), ein Kupferstecher; ar-beitete in Gaulier - Dagoty's Manier; wie z. B.das Bildniß des Herzogs Max. Beth. von Sully,nach F. Porbus»

* Frieß, (Cönrad). Nach ihm kennt man dieBildnisse der Bürgermeister Rhan und Maser zuZürich , von I. Schweizer; ferner der StatthalterMüller und Seckelmeister Wirzen von dort, jenesvon Jvh. dieses von Conr. Meyern geatzt.

— — (Johann), ein Kunstschreiner zuZürich , geb. 1751. Seine Erfindungen und Zeich-nungen sind von ungemein gutem Geschmacke. Vonseinen zierlichen Arbeiten sah man mehrere Probenauf den dortigen Kunstausstellungen- und zumalauf derjenigen von iZc> 6 . ein Bureau von über-raschend kunstreicher Einrichtungi

— — (Joh Caspar), des Raths, Ingenieurund Fortifications - Inspektor zu Zürich , geb. 1739.und gest. >806. Ihm hatte diese Stadt die Anle-gung des schönen Gartens mit einem Pavillon ander Limmatspjtze des Schützenplatzes, die Prome-nade auf der Schanze zu Stadelhofen- zum Theilauch das Sihlwäldchen und andre Verschönerun-gen ihrer Umgebungen, welche alle mit vielem Ge-schmack ausgeführt, und mit besondern! Glücke ge-diehen waren, zu verdanken.

— — (Samuel), ein kunstreicher Maler und

Frisch»

Steinschneider von Zürich in der Schweiz ; arbei-tete in Mähren , wo er 1596- verstorben war. Leu.

* Feig, (Ludwig). Die Stadt Fürich, von ihn,nach C. Maurers Zeichnung in Holz geschnitten,kennt man auch im Kleinen.

* Friquer Le Vauroze, ( ). Hei-

ne cke ldachr. II. 385 - kennt, neben dem im Lex.Angeführten, »och von ihm: Die VertreibungHeliodors aus dem Tempel, nach Raphael , undein Verzeichniß meines sei. Vaters hinwieder nachihm das Bild der Sculptur, von L. Lochn gestochen.

Anstatt aller im Lex. befindlicher Art. Frischsetze man nun folgende:

* Frisch, (Ferdinand Helftejch), ein deutscherKünstler- geb. 1707. atzte und illuminirte eineSammlung von deutschen und einigen fremdenVögeln, zu dem Texte seines Vaters Joh. Leonh.Frisch's, Reckors des deutschen Cvllegiums zuBerlin . Er starb 1758- vor Beschlusse dieses Werkes,welches dann von seinem nachfolgenden Sohne,Joh. Christoph vollendet, und in zwey Foliobän-den mit 241. Tafeln erschienen war.

* — (Johann Christoph), Ferd. Helf,reichs Sohn, geb. zu Berlin 1730. Er bildete sichzuerst unter Bernhard Rode ; hernach copirte er,durch Vermittelung des Marquis d'Argens , derihn sehr achtete, verschiedene Gemälde der Galeriein Sans - Soucy; neben andern diejenigen zweyvon Cvrreggio, welche vormals in der Galerie desPalais royal zu Paris standen Späterhin reisteFrisch mit erwähntem Marquis nach der Provence ,von da auf eiliche (>ahre nach Röm, und kam vondort, mit vielen Studien nach Raphael und den An-tiken , über Paris wieder nach Hause. Der Königgab ihm bald darauf ein jährliches Gehalt undließ ihn Verschiedenes arbeiten. Von ihm siehetman in dem neuen Schlosse zu Potsdam dreyDeckenstücke und Anderes; dann ein viertes großesDeckenstück in dem Cavaliershause (der ehemaligenOrangerie) bey SanS-Eouci; ausserdem verschie-dene Bildnisse des Königes, Moses Mendelssohns,die Familie des Präsidenten von Clermont, u. s. f.Mcolai S. 323 - und Mensel ll. der 0789 ) sei-nes Tods des Marschalls von Schwerin , als da-mals einer seiner neuesten und beßten Arbeiten Er-wähnung thut. Eine Jo von ihm, welche sich mdem Kabinet des H. Kaufmanns Fischers in Pots-dam befindet, wird in Meufels h). Mus E-Zi. beschrieben. S. auch oben den Art. s. Vaters.Ob dieser Künstler derselbe Frisch sey, welcher langeZeit das Vier - Direktorat der Akademie zu Berlin bekleidete, und dann noch Meils Tode 1805. Mwirklichen Direktor erwählt ward, ist uns unbe-kannt. In solchem Fall sah man von ihm auf derBerliner-Ausstellung des Z. 1799 eine Zeichnungder Szene aus Leffings Nathan, zwischen diesemund dem Tempelherrn, welche mit Wahrheit darge-stellt, und gut ausgeführt war (2eit8cür.

4. 49); dann auf derjenigen von iZoo. ein großesGemald, welches Friedrich II. vorstellt, der seineColonien auf den Stöllenschen Bergen besucht,woran man Allerley, besonders die Auswahl selberdes Gegenstands auszusetzen fand, welcher lauterzufriedne Gesichter (desto besser) und sich bückendeUntergebne enthalten konnte (k)bey<lus. 8. 8b);hierauf wieder 1803. eine Ino in Oel , an welcherKenner Zeichnung, Colorit und Harmonie desGanzen gleich vvrtrefiich fanden. Ferners auf der-jenigen von iZof abermals zwey Oclgemalde:Friedrich der Große schreibt nach der Schlacht beyTorgau noch Abends in einer Kirche, in der Nahedes Schlachtfelds den Siegesbericht nach Berlin (dieses kaufte des Königes Maj.) ; dann: Orpheus,

«) Wer mag sich noch bey den ungeheuern Lücken der deutschen Kunstgeschichte, so lange bis Mensel uns dieFortsetzung seines deutschen Rünstlev-llexik-iis giebt, über solche Zweifel verwundern?