Band 
Zweyter Theil [1].
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4oo Füßli.

rere, geb. »630. gest. 1761. Aufseher der Sust (Waa-ren < Niederlage) zu Horgen am Zürcher - See.Derselbe malte Landschaften, Blumen und Bild-nisse. Unter der großen Anzahl dieser letztemzeichnet sich besonders sein eigenes (ein Kniestück)aus, das er noch in seinem 75- Jahr gemalthatte.

Füßli , (Rudolf oder Hans Rudolf), der jün-gere , geb. zu Zürich 1709. starb 179z. Die erstenGrundsätze der Kunst lernte er bey Melchior Füßli;hernach in Paris bey dem ältern Loutherbourg dieMiniatur, welche er sehr schön malte. Für seinVergnügen dann zeichnete er bisweilen auch inschwarzer Kreide nach Raphael und andern berühm-ten Meistern, aus guten Blättern nach denselben,mit einer Reinheit des Charakters, welche (denverdorbenen Kunstgeschmack seiner Jugendzeit er-wogen) in Erstaunen setzt. Sein AllgemeinesLänftler - Lexikon endlich war die Frucht einesdreyssigjährigen Fleisses; es ist wohl die vollstän-digste Arbeit dieser Art, welche irgend eineNation besitzt, und wird, in gegenwärtigemWerke, von seinem Sohn fortgesetzt. SeineSammlung in Künstlerbildnissen, so wie seineBibliotheck für Kunstgeschichte (jetzt in Besitze desLetztem) gehört zu den vollständigsten.

— — — — der jüngste, Johann Ca-spars des ältern ältester Sohn, geb. 17z?. AlsMaler, Zeichner und Kupferatzer würde derselbeseines Gleichen gesucht haben, wenn nicht, schonfrühe, während eines Aufenthalts zu Wien , woer zwey Jahre (1765-66,) als Künstler unabläßigstudirt hatte, Kanzley- u. Feldausmessungs-Geschästezu Preßburg sich ihm angeboten, und ihn allmaligvon der ausübenden Kunst entfernt hätten. Spä-terhin (1790 ) nahm er seinen beständigen Wohn-sitz in der deutschen Kaiserstadt, wo der häufige Be-such , und seine genaue Kunde so vieler dortigenöffentlichen und Privat-Kunstschätze ihm die Ver-anlassung zu zwey vortreflichen Beytragen für dieKunstgeschichte gaben. Das eine: BritischesVerzeichnis der beßtsn, nach den berühmte-sten Meistern aller Schulen vorhandenenBupferstiche enthielt in den bisher erschienenen4. Banden <8 Zürich 798—806.) nebst den sämt-lichen italienischen, die niederländische Schule;von dem zweyten: Annalen der bildendenBünste für die östreichischen Sraaren waren(gr. 8- Wien 801—2.) zwey Hefte erschienen; beydeaber sind nun durch seinen im Frühjahr 1806. plötzlicherfolgten Tod, (zum größten Nachtheil der Verbrei-tung ganz andrer und gründlicherer Kunstgrund-sätze als die gewöhnlichen waren) unvollständiggelassen. Von seinen Gemälden ist uns eine ein-zige meisterhafte Spielergesellschaft in Oel bekannt,welche bey H. Amtmann Keller in Zürich aufbe-wahrt wird. Von seiner warmen und malerischenRadier - Nadel (nebst wenigen einzelen Blättern,die im Mmklerschen Katalog verzeichnet sind,dort aber irrig meinem sel Vater zugeschriebenwerden) kennen wir hauptsächlich die Bildnisseund Vignetten zu dem ersten Bande der Schrvei-zerkünstler seines Vaters, von denen wir schonoben, unter dem Art. desselben, unser Urtheil ge-fällt haben *).

Luerer, ( ) gegenwärtig Münzmeister zn

Bern . In 179 . ließ ihn die dortige Regierung

Fulminetto.

auf ihre Unkosten nach England reisen, um dorteinige Jahre in dem Münzwesen sich zu vervoll-kommnen. »In seinen Pettschaften, Münzstem-peln und Schaumünzen" (heißt es in MeuselsA. Miscell. V. 563.) „herrscht durchaus der guteenglische Geschmack, und dessen edle Simplizitat."

Fufius, (C-). Den Namen dieses antikenBildhauers findet man an dem Fußgesielle einerStatüe von Thon, welche in 177z. auf dem Feldebey Perugia ausgegraben wurde. VmkelmannsBrief-Sammlung von Daßdorf II. 80.

* Fuga, (Ferdinand), geb. zu Florenz 1699.Aus einer ansehnlichen Familie, genoß er eine sehrgute Erziehung, erhielt schon von seinem zwölftenJahr an Unterricht in der Baukunst bey I. B.Fugini, und kam in «einem achtzehnten nach Rom .Seine mancherley Bauten in Rom und Neapel beschreibt und würdigt Milizia (K6. tsr2. II.38c>—87.) ausführlich und gründlich, nach ihrenSchönheiten und Gebrechen. Zu seinem Wichtig-sten in Rom zählt er die neue Fa<:ade von St.Maria maggiore, nebst den Restaurationen im In-nern derselben, und den Pallast Corsini; in Neapel das sogenannte Reclusorium, das größte Spithalin Europa , welches 8«c>o Menschen fassen sollte,an dem man (,780 ) schon an die dreyffig Jahregemeißelt hatte, ohne baß ein Mensch wußte,wann es vollendet seyn würde; so daß Miliziawohl richtig bemerkt: Mit mindern Kosten undin kürzerer Zeit hatte man im Königreich Neapel der Armuth selbst abhelfen können. Damals lebteund arbeitete unser Künstler noch, als achtzigjäh-riger Greis, mit der ganzen Munterkeit eines Jüng-lings, und mit jener Energie, welche ein reiner,sittlicher Wandel, und das Vergnügen an rühm-lich vollbrachten Werken einzig so lange erhaltenkann. Den Charakter seiner Kunst schildert er-wähnter Schriftsteller kürzlich, wie folgt: „Erverstand die wichtigsten Theile derselben, Dauer-haftigkeit und Anordnung vollkommen. Zeigte erhingegen in Absicht auf Schönheit nicht allemaleinen gereinigten Geschmack, und ein lieblichesProfil, so waren seine Arbeiten doch stets zierlich,was bey der Borrominischen Schule nicht immerder Fall ist. Endlich bestand seine große Beschei-denheit nicht in leeren Worten, sondern gründetesich auf das Gefühl der Schwierigkeit seinerKunst." Jos. Vasi hat nach ihm die ermeldkeFa^ade von St. Maria maggiore, den Haupt-altar von St. Apollinare, und einen Triumph-bogen zu Ehren Benedikt XlV. B. Gabuggianiaber die Ansicht des Pallastes der Consulta zuRom gestochen.

* Fulbertus, Bischof von Charkres. EineBeschreibung seiner merkwürdigen Baute der dor-tigen Hauptkirche s. bey Milizia (L<l. ters. I.122 ). Man hält die unterirdischen Grotten der-selben ursprünglich für ein Werk der Druiden.

* Fulcarus, (Sebastian). Heineckejskachr. 1. 401. kennt von ihm ein jüngstes Gerichtnach M. Angelo, wo anstatt des Bildnisses aufdem Schlußsteine das Zeichen M8. zu sehen iß,und führt sein Monogramm an.

Fulminerto, ( ) ein, in der Künstler-

Geschichte, unbekannterMalcr, von dem man aber

-k) Die Filialion der vbstehnden Personen aus dem Geschlechte der Füßli ist somit folgende:

I. Matthias, geb. - 598 .

Matthias, sein Sohn.

Matthias , sein Sohnssohn.

II. Rudolf, lebte um 1674.

III. Melchior, geb. 1677.

iv. ^,ans Rudolf, der älteste, geb. 1630. Seine künstlerischen Nachkommen waren:

1. Caspar, der ältere, geb. >7c>8.

Desselben Söhne: Hans Rudolf der jüngste, Heinrich der jüngere und Caspar der jüngere. Töchtern:Anna und Elisabeths.

2. Heinrich der ältere, geb. 17-0.

Desselben Sobn, Heinrich der jüngste.

V- Hans Rudolf der jüngere, geb. -709. Verfasser des Küvstlerlerikons.

Desselben Sobn Heinrich, als bloßer Kunstdilettante oben nicht enthalten, ist der Verfasser gegenwärtigerSupplemente.