Galletti.
nämlich der Raub der Sabinerinnen, und endlichzwo Folgen (jede von sechs Blättern) von Trophäen,alle nach Art halb erhabner antiker Arbeit zu be-merken sind, welche Füßl, (1. 201. 204. 205.)sehr geschmackvoll geatzt nennt. Von einzelen Blät-tern dann führt Rost IV. 36—37. von ihm an:Paris , derben göldnen Apfel von Merkur erhalt,nach Hann. Carracci ; Johannes im Gefängniß,nach B. Ricci, und eiwTrauergerüst des KardinalMazarin, nach dem Abbe Elpid. Benedictus, 6.U. (i66l.). Der LOmklersche Katalog aber eineApotheose des Kaisers Claudius (1657.) und einPaar schöne Medusenköpfe, auf grau Papier ab-gezogen; letztre vielleicht aus der Sammlung von
L Ägostlm.
* Gallerte, (Philipp Maria). Sein für dieGalerie zu Florenz selbst gemaltes Bildniß hat P.A- Pazzi gestochen.
* Galli-Brb iennä, (Alexanders, Ferdi-nands ältester (?) Sohn. Nach Lanzi ll. 2. 207.starb derselbe zu Wien (nach Fiorillo ll. 604.wahrscheinlicher aber in der Pfalz ) um 1760.
* — — — — (Anton), Ferdinands drit-ter (?) Sohn. Nachdem derselbe um 174«. ausDeutschland nach Italien zurückgekehrt war, hatteer dort zwar keinen festen Sitz - und gieng hin-wo er berufen ward; doch hielt er sich meistensj» Toskana auf, wo das Theater la Pergolazu Florenz » das überaus schone, ganz massive, zuBclogna nach seiner Zeichnung ausgeführt, unddiejenigen von Pistoja und Siena durch ihn aus-geziert wurden. Fiorillo II. 604. Für dasjenigezu Bologna hatte er mehrere Zeichnungen einge-geben. Ueber den gewählten dann entstanden soviele Salyren und Widerspruch aller Art, daß sol-ches dem Ganzen eben nicht zum Vortheil gereichte.
Milizia (l)6. tsr2.) II. 284 — 85 . Lanzi II. 2 .207. nennt ihn einen mehr leichten als correktenMaler. Er starb zu Mailand 1774. Von oder»ach ihm kennt man: pianta e 8paccata äel nuovolestro cii Loloxma; 2. Dl. 1 / 62 , /Z. s. v. Li-öieim.
* — — — — (Carl oder Johann Carl),Josephs Sohn Derselbe war im Auslande nochmehr als sein Vater bekannt. In Deutschland , zuDayreukh und Braunschweig . Als Friedrich der Große an erster» Ort kam, seine geliebte Schwe-ster zu besuchen, verfertigte er für die Operl'llomo (deren Text und Musik von der Markgräsfm selbst herrührte) einen Palmenwald, der demMonarchen so wohl gefiel, daß er eine Zeichnungdavon verlangte, und wahrscheinlich die Veran-lassung war, daß er späterhin, als Nachfolgerin der Stelle seines Vaters, nach Berlin berufenwurde. Um 1753. führte er Verschiedenes inBaiern aus. Fiorillo ll. 604 Alsdann scheintcr »ach England gegangen zu seyn, wo er, demkex. zufolge, bis 1763. verblieb. Wann er eigent-lich nach Berlin iwo sein Vater 1757 verstorbenwar) gekommen sey, ist uns unbekannt; wo manaber (wie eine unsrer Handschriften lautet) in derFelge seine Arbeit nur mittelmäßig fand, so daß"1766. seinen Abschied bekam; was dann bey^an;i ll. 2, 208. übersetzt wird, daß er, dessiebenjährigen Krieges wegen, Deutschland verlas-sen, und hierauf Schweden , Dänemark , Hol land , Frankreich , Spanien , dann wieder Italien ,>>nd namentlich Rom , hierauf, man sollte nachEanzi (l. o.) glauben England zum Zweytenmalbesucht, und sehr vorchcilhafte Bedinge, sich dortttstzusetzen, ausgeschlagen habe. Endlich trat erwie es wieder in oberwähnter Handschrift heißt)wik einer Besoldung von 2000. Rubeln u. s. f.in Russische Dienste, die er aber 1773. ebenfallsverließ, und in sein Vaterland zurückkehrte. SeinTodesjahr ist uns unbekannt. Nach seinen Zeich-nungen, welche Lanzi meisterhaft und zierlichnennt, wurde Mehreres von Q. P Chedcl u. a.w Kupfer gebracht. Heinecke endlich (Dick. <l.
s. V. Lrür'errn) führt von ihm — ob van ihm
Galli. 40g
selbst geätzt, ist uns unbekannt — eine Folge von7 Scenen der Oper: 1» ke§ina 6e§li Ams-20m an.
Galli, (Elias), ein Bildnißmaler, arbeitetezu Hamburg M. Bernigeroth hat nach ihm gesto-chen. Mrc.
* Galli-Bibie na, (Ferdinand), Johann
Marias älterer Sohn. Von Einigen wird er auchfür Joh. Ghisolfi's Schüler gehalten. „Derselbe"(sagt Lanzi ll. 2 206—7.) „war für die Architek-tur geboren; was auch Eignani bald an ihm er-kannte. Sein Genie gab den Theatern eine ganzneue Form, für ihre Mechanik und die schnellenUmänderungen sowohl als für ihre Zierde. An denverschiedenen Höfen, welche er bediente, wurdeer daher weit mehr als Baumeister, wie als Ma-ler gebraucht; indessen waren seine Scenen, rmdAnderes, was er für öffentliche Festine malte,seine Perspektive für Pallaste und Kirchen, nichtminder ,vortreflich." Unter seine vornehmstenBauten dann gehören diejenigen, welche er fürden Herzog Ranuccio Farnese zu Parma errichtete;vor Allem aus die reizende Villa Colorno , mit.ihren schönen Gärten, und das so treflich gezierteTheater. Diese Arbeiten erwarben ihm einen sogroßen Ruhm, daß er nach Barccllona berufenwurde, um die Feyerlichkciten anzuordnen, welcheman dort für die Vermählung Carl V I. veranstal-tete. Nachdem dieser Monarch auch die Kaiser-krone empfangen hatte, begab er sich mit ihm nachWien , und entwarf daselbst die Plane zu den glän-zenden Festen und bezaubernden Nachtscenen, beyGelegenheit der Geburt des Erzherzogs. Erwähn-ter Monarch liebte unsern Künstler ungemein, undbeschenkte ihn mehrmals königlich Lst.
ter2. II. 282. Von ihm kennt man: l'Zcrcbitet-tura civile preparsta 8ulla 6eometria e riciottaalle prospettivbi ?ol. ?arm 711 mit 72. Fig-Dann, unter dem Namen eines Mitglieds der Cle-mentinischen Akademie, eine Streitschrift (1721.)gegen gewisse von einem Kalthäuser - Mönch ineiner Schrift: Lncomia lielle psbbncbc contra ipittori ci'^rcliltettura behauptete irrige Grundsätze.Hauptsächlich aber schon 1725. Dire^ioni nsl cli-86§no ci'^rchikettura civile. 8- öoloAna; hierauf:Oireöioni ä Oiovsnl 8tucienti <le> cll8e^no clell'-^rckitettura civile, und Oire ^ioni llell prc>8-pettivs teorica etc. 2. Vom. Parma 1731. undneue vermehrte Auflage kolo^na 745 — 53 - End-lich besitzt man noch eine Sammlung von allen sei-nen perspektivischen Vorstellungen und theatrali-schen Dekorationen, die zu Augsburg 1740 inFol.unter dem Titel erschien: Vsrie Opere äi Pro8-pettiva inventate cla Z) (?a//r - Arür'erra etc. ra-colto cla Z'. ccl intai-liate cla C B«/-
/«§rrotr. Heinecke in seinem Oicticmnaire lies^rn8te8 zeigt den Inhalt derselben näher an.Einzele Blätter, theils nach Ferdinand, theilsnach dem unten folgenden Joseph, haben Chedel-S. Kleiner, I. A. Pfeffel, E. Schaffhauser, A.Schlichten, I. Schmutzer, und Zucchi gestochen.
* — — — —- (Franz), Johann Maria'sjüngerer Sohn, ebenfalls Maler und Architekt.Lanzi II. 2. 206—7. nennt ihn einen minder tiefenDenker in der Kunst als seinen Bruder, aber gleichfertig und fruchtbar. Die Landschaften dieses letz-tem sowohl als seine eignen staffirte cr mit Figu-ren, wie man dergleichen mehrere in Bologna sieht.Die schönsten Theater-D-korationen malte er baldfür ganz Italien . Als Baumeister dann errichteteer die herzogliche Reitbahn zu Mantua . In Nea pel ordnete er die Feste wegen der Ankunft Phi lipp V. an, der ihn zu seinem Baumeister ernannte,und mit sich nach Spanien nehmen wollte, was eraber ausschlug. Dafür gieng er nach Wien , woer das große Theater aufführte Leopold I. aner-bot ihm ein Jahrgeld von 6000. fl. Er wollte8000. haben. Nach dem Tod des erwähnten Mo-narchen belohnte ihn dann Joseph l. sehr groß-müthig, und ertheilte ihm dabey die Freyheit zu