Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
419
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Gatli.

* Gatti, (Hieronymus ). Oh derselbe gleichvon Franzeschini gebildet war, so ahmte er den-selben doch im Colorit nicht nach, sondern befließsteh vielmehr, dein Cignani zu folgen. In Kirchenmalte er wenig; Mehreres mit kleinen Figuren,und zwar sehr gut, wie z. B. in der schon im Lexangeführten Krönung Carls V. im Saal degliAnziani zu Bologna , wo er eben so gut als Ge-schichts - wie als Perspektivmaler erscheint. La»r:rII. 2. i83-

(Johann AugustinV So nennt Rar«einen Künstler, der in dem Oratorium von St.Johann Baptista zu Savona die vornehmstenThaten dieses Heiligen gemalt hatte.

* (Olivier), Maler und Kupferstecher,nach Rost lll. 520. geb. zu Parma 159z. (wahr-scheinlich zu früh angegeben). Die Anfangsgründeder Kunst lernte er bey Valesio, das Kupferste-chen aber, wie man vermuthet, bey Aug. Carracci .Seine Blatter, obschon sie diejenigen dieses letzter»nicht erreichen, haben immer viel Verdienst. DieFiguren zeichnete er richtig; nur die Aussentheilederselben waren nicht so bestimmt, als Carracci'sseine vorgetragen. Rost l. c. wo einige seiner vor-züglichsten Blätter, mehrere aber in einem Ver-zeichnis meines sel. Vaters angeführt sind. Soz. B. ein St. Franzisc Xaver, der ein Crucifixaus dem Meere rettet, nach seiner eignen Erfin-dung; ein St. Hieronymus, der ein Crucifix um-armt, nach Aug. Carracci (dieses von 1602 datirt,was eben sein weit früheres, als das oben ange-führte Geburtsjahr beweist); ein Wappenbild vonzwey Flußgöttern getragen, mit einem geharnisch-ten Schildhalter, umgeben von Jupiter, Herkul,Neptun, Apollo und Minerva, eine Thesis nachk. Carracci 1606.; eine Madonna, von dem Kindegcliebkost, nach L. Garbieri >625; vier Blatternach Pordenone's Gemälden in der St. Maria-Kirche zu Piacenza : Die Erschaffung der Welt;die Schöpfung Adams; das Opfer Abrahams ,und Judith mit dem Haupt des Holofernes. Dannin 22. großen Querfol. Blättern ein Zeichenbuchnach Guercino's Zeichnung mit der Feder, wel-ches alle Theile des menschlichen Körpers, bisauf die geringste Kleinigkeiten enthält, u. a. wasbesonders von Gandellini genau verzeichnet ist.

* (Thomas), lebte noch 1713. Lanzill. 47z. nennt ihn einen der beßten Schüler vonCarl Sacchi, der aber späterhin seine Studien zuVenedig fortgesetzt habe.

(Uriel de). So nennt Lanzi II. 356.

einen Maler der Cremonesischen Schule; nicht un-wahrscheinlich ein Bruder von Gervasius Gatti,der in der Kirche St. Sepolchro zu Piacenza einmit verschiedenen HH. umgebenes Crucifix malte,welches mit cie cl:ctu8 1601.

unterzeichnet ist; glaublich der nämliche Uriel,denRidolfi nach Crema setzt, und ihn dem CarlUrbini vorzieht.

Gavasius, (Augustin und Jacob), von Pas,canle aus dem Bergamasker - Thal BrembanaEo nennt Lanzi (II. 43.) zwey Künstler, vondenen der letztre um 1512. der erstre um 1527.geblühet habe, und bemerkt von beyden, daß sieihrem zeitgenösfi.qen Mitbürger Previtali zwar anZartheit, aber nicht an Eleganz gleichgekommenwaren

*Gavassette oder Gavasserri, (Camil-lns). Da dieser jung verstorbene Künstler vornam-licb in Fresko arbeitete (was Lanzi II 274-75.dem Lex. gerade zuwider behauptet) so war seinRuhm eben nicht sehr ausgebreitet. In Piacenza kannte man ihn besser als zu Modena seiner Ge-burtestadt, oder anderwärts Dort sah man von>hm die schöne Arbeit, deren jedoch auch das Lex.gedenkt, welche Vorstellungen aus der Apokalypseenthielt. In derselben (heißt es l. c.) herrschtrm Geist, eine Großheit, eine Wahl, mit so vielGrazie und Farbenharmonie verbunden, daß das

Gaüev. 4 tg

Äug eben so wohl von dem Ganzen überrascht,als von dem Einzelnen angenehm gerührt wird.Nur hin u. wieder entdeckt man eine zu wenig studirteFigur, oder eine allzuheftige Bewegung. D« erdie Eile einer sorgfältigen Ausarbeitung vorzog,kam er darüber mehrmals mit Tiarini in Streit;und in Parma wurde letztrer bey wichtigen Anlässenihm vorgezogen. In Piacenza hingegen behaup-tete, selbst wo man sie neben einander sieht, Ga-vassetti den Rang vor ihm und mehrern andernwackern Künstlern dieser Zeit.

Gauch, (Madame), eine Kunststickerin, viel-leicht bloße Dilettantin von Dresden . Auf derdortigen Kunstausstellung von 1300. sah man vonihr einen Blumenstrauß »Doch nicht ganz übelgemacht", (sagte eine Dame, welche davor stand,zu einem Künstler). » Aber doch immer übel ge-nug" (war seine Antwort)wenn man bedenkt,daß diese Stickerey Blumen vorstellen soll." Deut-sche Bunstbl. IllIV. zo.

Gaucho, ( ). So wird im ^lmrmacli

6es Leaux-^rts von 180z. ein damals in Paris lebender Baumeister genannt. Im IX. Hefte vonDetournelle's kecuoit cl'Heclutecturc: findet sichnach ihm ein Denkmal zu Ehren des General Desaix .

Gaucher, (Carl oder Carl H. auch CarlStephan), geb. zu Paris 1740. Er war ein Schü-ler von Basan, hernach von Phil. le Bas, dessenLeben und Werke er beschrieb. Er selbst hat Meh-reres , besonders eine ziemliche Anzahl angenehmerkleiner Bildnisse berühmter Männer nach verschie-denen Meistern sowohl als nach eigener Zeichnunggestochen, die sich meistens zwischen 1765 und 71.datiren, von denen sich einige bey Brandes ver-zeichnet finden. Doch muß er noch weit später ge-arbeitet haben, da sich unter seinen Blattern,neben andern : le kappe! <le ivir. Xe< ker befindet;wobey zu bemerken ist: Daß auch im /)!manaekües fteaux - Tlrts von 180z. noch ein Gaucher(ob freylich derselbe, ist uns unbekannt) unter dendamals zu Paris lebenden Kupferstechern von Bild-nissen (wie z. B eines kleinen des Dichters Cor-neille, nach le Drun) erscheint. Von den bedeu-tendsten des unfingen führt Rost VIII 281. einZehnd; dann von Gattungstücken: Is kepos nachNetscher in der Galerie des Palais Royal , undlea Joueurs sss Carres nach Tilborgh; ein Verrzeichniß meines sel. Vaters endlich, das von ihman die 20. Bildnisse kannte, noch gar einen St.Matthäus und St. Marcus , beyde nach Lanfrancound der Zeichnung von Fragonard an.

Gaudar de la verdine, ( ) Maler,

Schüler von Vincent. Schon um 1302 kannteLandon Annal. 1.257- eine Ariadne, und der-zlmanack <les ftesnx--)rt8 von 180z. einen Cypa-rissus Von ihm- In 1805. lebte er in Rom , alsZögling der dortigen Kunstakademie. Auf derAusstellung desselben Jahrs sah man von ihm inder getuschten Zeichnung einer über Lebens großennackten <akademischen) Figur einen Roland, derin seiner Raserey den Baum ausreist, auf welchemder Name Angelika und Medor geschrieben standen;ferner: Den aus Jthaca wiederkehrenden Ulyß,und endlich n. Studien nach Raphael im Vatikan .

* Gaudon. S. Godon.

Gaudy, ( ) ein englischer Maler. Auf

der Ausstellung von igoz sah man von ihm: DieWohnung aller Teufel, nachMilkon; wol ey Einige:Erhaben! Andre: Lächerlich! abscheulich' ausrüs-ten , und vielleicht beyde ein wenig Recht hatten.Lefflngs Laokoon halte der Künstler nicht gelesen.

Gauer, ( ). So heißt in Russischen

Runstnachrichren von 1804. (Meusel Arch.I V. 86.) ein Architekt, der zu dem Entwürfe einerKathedrale zu Kasan , welche Ähnlichkeit mit der

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