Geßirer.
dicse gefunden war, so war ihm auch keine Anstren-gung zu mühsam, und sein ausharrender Fleißsiegte über alle Hindernisse. Dießmal war es ge-rade seine absichtlose Liebhaber«», welche ihn aufdie Bahn leitete, die er mit Ruhm zu betretenbestimmt war. Er hatte die Bekanntschaft H.Heideggers, eines Mannes gemacht, welcher eben-falls Liebhaber uud Kenner war, und eine merk-würdige Sammlung von Gemälden, Kupferstichenund Handzeichnungen besaß. Jener fand an demjungen geistvollen Manne Geschmack. Er hatteoffenen Zutritt ms Haus und zum Kabinette.Bald war die Freundschaft mit dem Sohne ge-schlossen ; bald einspann sich die Bekanntschaft mitder Tochter", seiner noch lebenden Wittwe. Nachseiner Heirath mit dieser vortreflichen Frau, gicnger, in Erwägung ihres beydseitigen bloß mittel-mäßigen Vermögens, reiflich mit ihr über dieQuellen zu'Rathe, aus welchen ihnen, ohne Be-lästigung der Eltern, ein anständiges Auskommenzufließen könnte. Die Feder schien ihm hierzunicht das tauglichste Werkzeug; denn er war keinerder rüstigen Schriftsteller, die ihr williges Publi-kum an Einem fort in Contribution setzen, undvon der Achtung der Nachwelt durch die Thalerihrer Zeitgenossen sich loskaufen lassen Er glaubtedaher einen sicherern, und seiner würdigern Wegeinzuschlagen, wenn er seine Zuflucht zu der Kunstnähme, und das, was er bisdahin als Liebhabereygetrieben hatte, sich nun zum ernsthaften Geschäftemachte. Die Schwierigkeiten, welche die Ausfüh-rung eines solchen Entschlusses, erst in diesemAlter gefaßt, vor sich fand, die Verirrungen inwelche er anfangs gericth, die Muster nach wel-chen er sich bildete, und die Methode, welche erhierbei) beobachtete, hat er selber in seinem be-kannten Briefe an I. « 5 . Füßl, über die Land-schaftsmalerey (1770.) äusserst lehrreich beschrie-ben; und bey Horringer (l. a.) muß man nach-lesen, welche gewissenhafte Mühe er sich gab, sei-nem eignen Ideal des von ihm ergriffenen Kunst-zweiges so nahe wie möglich zu komm, ohne Hoff-nung, es jemals völlig zu erreichen- Sein »„er-müdetes Studium war die Natur; dann die Blat-ter nach Claude, Gasparo Pouffin uud Ruysdael;vornehmlich die eigenen geätzten Arbeiten von Wa-terloo, Swanefeld und wenigen andern; für dieFigur (denn man bedenke, daß auch in der Kunstseine Gattung die Idylle wart die LippertscheDaktyliothek. «In der That" (sagt Horringer)«malte uns auch sein Pinsel jene glücklichen We-sen , welche in seinem Gesänge reden und handeln,und führt uns in die seligen Gefilde ein, die siebewohnen. Auch hier ist das Land der Natur undUnschuld, ohne Kunst veredelt, und ohne Lügeidcalistrt. Ein unaussprechlicher Reiz der Anmuth,Lieblichkeit und süßen Harmonie verbreitet sich überseine ganze physische Schöpfung, und laßt unsauch den Einklang der moralischen ahnen. Wirglauben den Bach melodischer rauschen, die Hecr-den friedlicher brüllen zu hören. Wie wird unsbey diesem Anblick heimlich und wohl, und wielehnt sich unser Geist nach diesen Thälern undHainen"! Bekanntlich bestanden seine artistischenArbeiten, theils in Gouachegemälden, theils ingrößer» und kleinern geatzten Blattern. In bey-den liebte er trauliche, von jedem Weltgcräusch ab-gesonderte zauberische Einsamkeiten, uud eine rei-zende Fülle — doch nie die llcberfülle des Details.Diese» stellte er in seinen Vor - und Mittelgrün-den, in jenen mit der Farbe, in diesen mit feinerwannen Aetznadel mit tauschender Wahrheit undder zartesten Leichtigkeit dar; schöne Lüste wolltenihm nie gelingen; auch vermißt man solche bey kei-nen beschränkten Horizonten weniger. Man hatseine Figuren verschiedentlich getadelt, die kleinernmit Unrecht; er selber war damit nie ganz zufrie-den. Wohl war eine gewisse Harte, die mandarin finden wollte, eine natürliche Folge seinerausschließenden Nachbildung aller Kunstwerke voinkleinsten Maaßstabe, so wie die Einförmigkeit sei-ner Franenköpfe eines nun einmal ihm vorschwe-
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benden Typus weiblicher Schönheit. Andre habenin seinen Gebäuden, ganz ohne Grund, die Re-geln einer richtigen Perspektive vermißt; weitererMikrologien sogenannter Kunstkritik nicht zu ge-denken. Von seiner Gouachezeichnung findet sicheine große Anzahl in den Sammlungen Schwei-zerscher, Deutscher , Englischer und FranzösischerLiebhaber; seine letzten und vorzüglichsten aber nochin seinem Hause, nach welchen, so wie auch nachwehren, des Auslandes, die bekannten vortreflichenBlätter von Kolbe seit 1805 geätzt werden Vonseinen eigenen Aetzarbeiren dakirte sich das frühestevon 175z. und war unsers Wissens ein Titelblart-chen zu der erste» Ausgabe von Kleist's Frühlinge.Alsdann folgten seine Blatter und kleinere Verzie-rungen zu seinen eignen Werken, wovon beson-ders diejenigen von der kleinen Ausgabe mit latei-nischen Lettern von 1770—72. (wofern man nochdas Glück hat solche vor ihrem Ausstiche zu finden),und dann die leider unvollendete Prachtausgabe in4. deren Vignetten und Culs de Lampe ganz vor-züglich ein wahres Studium für Zeichner und Aetzerdieser Gattung sind. «Das Blatt" (sagt Ware-lee >, „welches vor der Idylle Daphnis und Ehloesteht, das Basrelief am Anfange dieser Idylle,das am Schlüsse der Idylle Damöt und Milon,u. m. a. könnten von Künstlern für die ihrigenanerkannt werden, welche kein anderes Talent vonihrer Kunst abzog." Ferner: Oix <ie-
cliös ü iVir. >Var«->ethol. 1766. Zwölf andre num-merirte Landschaften im antiken Geschmacke, mitHirten und Hirtinnen, Monumenten und Gebäu-den, gr. und kl. O.u. 1767-68. und wieder zehndergleichen, mit mythologischen Figuren 1769—71.Endlich seine kleinen Blatter zu den Schweizer-Almanachen von 1780—88. für jeden Jahrgang 6.Stücke, welche seither von Meyer und Königfortgesetzt wurden; einer großen Menge Kupferund Vignetten zu den im Verlage der Societät(Qrell, Geßner, Füßl, und Compagnie er-schienenen Schriften nicht zu gedenken, worunterwir kier besonders diejenigen zu der Ueberictzungvon Shakespeare (von Wieland und Eschenburg )und von Burtiers Hudibras zahlen, aus welchenletztem erhellet, wie derselbe Mann, welcher unsdie kleinsten Schönheiten der Natur und die fein-sten Reize der Tugend und Unschuld so treu undwahr mit Worten und Griffel schilderte, aucheinen äusserst richtigen Takt für alles Lächerlichehatte. Eine so gut als vollständige Sammlungaller seiner zerstreuten Actzarbeiten wird in zweyFoliobänden bey seinen Erden verkauft Eine aus-führliche Beschreibung der noch in seinem Hausevorhandenen Gouachegemälde sowohl, als seinerBlätter (die von diesen letzter» jedoch unvol-lendet) , s. man in dem ll -lv. flournal f. Kltterskurunü Kunst. 8. 45—52. 153-61 272—8s- Werendlich töefinern als Mensch und Künstler vor-nehmlich , nach seinem ganzen Werthe kennen will,der lese seinen und seiner Gattin Briefwechselmir seinem Sohne, während dem Aufenthaltedes-letztem in Dresden und Rom von > 784 - 83 -zssach ihm gestochen, kennen wir, die schon er-wähnten vorzüglichen Arbeiten von Kolbe ^ausge»nommen , zwey einzelne Blätter von seinem ältestenKunstfreunde, A, Zingg.
GereIi, (I. G-). Nach einem Maler diesesNamens hat I. I. Hayd das Bildniß der GräfinMaria Elisabeth von Stollberg im Sarg — wirdenken in Schwarzkunsi geschabt. Mn.
Gerri, ( ). So wird im »lmunack lies
keaux-^rrs von >8oz. ein damals in Parislebender Modellirer und Stukkatur - Arbeiter ge-nannt.
Geve, (C- G-). So heißt ein Malet vonHamburg , nach welchem I. M- Dernigeroth dasBildniß von I. Gottlob Earpzov gestochen hat.Mrc.