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Dann auf der Ausstellung zu Paris von iZoZ.Bonaparrc zu Pferde, wie er einen Grenadiermit dem Ehrensäbel belohnt; ein andres lebens-großes Gemälde, das sich durch schönes Coloritdamals vor allen andern Bildern ausnahm, vonSeiten der Zeichnung aber, so wie in. Absicht aufAehnlichkeit feines Helden vieles zu wünschen übrigließ; ferner: Ebendenselben auf der Brücke zuArkole; und endlich auf dem Salon von i 8 » 4 -Ebendenselben, wie er im Hospital von Jaffa seine Hand auf die Beule eines Pestkranken legt,um der Armee des Orients dadurch Muth einzu-zößen. Don diesem letztem heißt es bey Fl'oriUoIII 48 « es sey — abscheulich, und zwinge einenjeden - die Augen wegzuwenden, um dem widrig-sten Eindrucke zu entgehen. Fast eben so, nur et-was milder, sagt eine andre deutsche Beurtheilungdesselben: »Wenn es dem Künstler nicht aufgetra-gen wurde, so beweist die Wahl seines Gegen-standes und die Komposition eben nicht viel fürseinen Geschmack." Alsdann wird Ordnung derGestalten und das Colorit zwar gelobt, die Zeich-nung aber ebenfalls fehlerhaft gefunden. Ganzanders sprachen indessen des Künstlers Landleutedavon, wie man solches hauptsächlich in der Lx-plicstion <Is8 Ouvri^es 6s ?einturs An. XII.und aus LandonAnn VI I24-—26. ersehen kann,wo er von diesem weitschichtigen Gemälde eine aus-führliche Beschreibung giebt, demselben überhauptein außerordentliches Lob beylegt, doch ebenfallsbemerkt, daß die Zeichnung im Ganzen richtigerseyn sollte, und daß es der Hauptfigur an Aehn-lichkeit fehle. Auch T E. Brunn Lsieergeard(dessen Urtheile über mancherley Dinge wir jedochnicht unbedingt beypflichten möchten) nennt diePest von Aegypten schön gedacht, schön gezeichnet,und schön gemalt, und hält überhaupt unsernKünstler für einen der ersten Coloristen der neuenfranzösischen Schule. Uebrigens weißt man, daßdieses Gemälde bey seiner Ausstellung — ob demHeld oder dem Künstler zu Ehren? — förmlichgekrönt wurde. Und Stanzen darüber von Gero-det s. man in den blouvelles lls-? Arts III. Z86.Auch im Salon von >8o6, stellte dieser Künstlerein neues großes BataiUcnstück aus. Der Gegen-stand desselben ist ein Angriffder französ. Kavallerieunter Mürat auf die türkische Armee bey Abukir .Mustapha, der General der letzter,,, läßt, an derHand verwundet, sein Schweröl sinken, welchessein neben ihm fechtender Sohn dem französischen Feldherrn überreicht; ein Bild, welches im Tübin-qischenMorqenblatt S. 85 - ausführlich beschrie-ben, und im"Ganzen, hauptsächlich des sinnigenAusdruckes wegen, sehr gerühmt wurde. Endlichwar unse'rGros unter denjenigen Künstlern, welche,dem Gutachten eines Kunstcommitkös zufolge, in,306. von der Regierung den Auftrag erhielten, fürden Salon von >8o8- eine Folge großer Bildervon den merkwürdigsten Ereignissen des deutschenFeldzugs von 1805. zu malen, welche nachher dieGalerie des Louvre zieren sollten.
* Gros, (Peter le). Die Zeichnungs - Grund-sätze lernte er bey seinem Verwandten Joh. lePautre. Sehr frühe erlangte er den ersten Preisder Akademie mir einem Basrelief, welches denEingang Noah's in die Arche vorstellt, und ge-wann sich damit die gewohnten Hülfsmittel, nachRom zu gehn. Man muß in ausführlichen Bio-graphien von ihm, bey pascoli oder d'Argens-ville nachlesen, wie dort ein Meisterwerk nachdem andern die Kenner in Bewunderung setzte.Auch sagte er eines Tags zu einem seiner Freunde:»Wir Andern in Frankreich werden in der Kunstewig nichts taugen. Wir zielen nur auf das Ar-tige , Hübsche und Zarte, und mittlerweile entfliehtuns das Schöne und Große"! Nachdem er einPaar Jahre nach Frankreich zurückgekehrt war,und sich wahrend der Zeit den Stein schneiden ließ,woran er geraume Zeit gelitten habe, gieng er umso viel lieber wieder nach Rom , da er in seinemalten Vaterland nicht eben die Aufnahme fand,die er sich dort versprechen durfte, so daß ihm z.B.
Große.
von, Neid eine Stelle in der Akademie versperrtwurde. Man glaubt, daß der stete Verdruß seineLage verkürzt habe: „Und doch" (sagt Warelersehr gut) „hätte er sich überzeugen sollen, daß seinefranzösischen Kunstgenossen ihn weit besser würdenaufgenommen haben, wenn sie seiner Überlegenheitweniger Gerechtigkeit hätten widerfahren lassen"Mittlerweile sah man in Rom täglich neue vorkref-liche Arbeiten von ihm. Die wichtigsten derselbensind: Sein St. Dominikus zu St. Peter, a» wel-chem jedoch der Kopf für die kolossale Figur zuklein gefunden wurde; dann das berühmte Basre-lief über dem Altar im Collegio Roman», welchesden verklärten Ludwig von Gonzage in seiner Herr-lichkeit vorstellt, von Dandre Bardon — sehrpoetisch beschrieben, und von H. Frezza, so wieSt. Dominik von Dorigny gestochen wurde; ferner,zu St. Andreas beym Noviziate der Jesuiten , seinSt. Stanislaus auf dem Sterbebette, Kopf,Hände und Füße von weiffem , das Gewand vonschwarzem, das Bette von vielfarbigem Marmor;was achte Kenner für Spielc>ep hielten: „Denn"(heißt es bey wareler witzig und wahr genug)„wenn der schwarze Stein die Farbe des Gewan-des von einem Jesuiten darstellt, so kann doch derweisse nicht die Fieischfarbe abbilden." I» derKirche St. Giesu sieht man seine Figur von Et.Ignatz in Siber gegossen, im Verhältnisse von neunFüssen , und mit drey Engeln gruppirt, und jenesandre marmorne Grnpp, welches den Sieg derReligion über die Ketzer vorstellt, die »1 ihremFall Luthers und Calvins Werke mit sich schleppen,die dann vollends von — einem Engel zerrissenwerden; ebendaselbst das Grabmal Gregors X V.und zu St.. Maria Magaiore das von Pius IV .Noch wird eine H. Theresc in der Carmeliteikirchezu Turin unter seine Meisterstücke gezählt. InFrankreich befindet sich nur Weniges von ihm; dasBedeutendste soll seine sogeuannte Veturia, dieNachahmung einer antiken Etatüe in der VillaMedicis, und — wie de la Lande ä'un
I'rrm>,'oi5 LN Italie) und Dandrö - Bardön meynen— sogar eine bedeutende Verbesserung derselbenseyn. An ein Dutzend unbedeutendere Arbeitenfinden sich bey Thomasü'n jämmerlich abgebildet.Einen St. Bencdikt von ihm hat Desmarteaux,nach Cochins Zeichnung, wie wir vermuthen inRöthelmanier gestochen. Le Gros eigentlichenKunstcharakter finden wir bey keinem Kunstgcschicht-schreiber deutlich gezeichnet; und unsre eignenschon vierzigjährigen Erinnerungen aus Rom rei-chen nicht hin, diese Lücke gehörig auszufüllen.In der Schrift NVnkelmann und sein Jahrh.S. 261—62. heißt es von ihm: ,^Er war zumWenigsten dem Rusconi gleich zu schätzen, wenn ernicht gar den Vorzug vor ihm verdient, und alsounter den Bildhauern, welche zu Anfang des XVIII.Jahrh, blühete», die erste Stelle einnimmt." Als-dann werden von ihm ebenfalls, nebst dem St.Dominik, sein St. Bartholomäus zu St. Johannvon Lateran vorzüglich gerühmt; und von derGruppe der Religion, al Giesu, wird geurtheilc-„Formen und Falten in diesem Werk haben in derThat mehr Zierlichkeit und Geschmack, als manvielleicht in keinem andern aus dieser Zeit findet."
* Gros oder Groß, (Philipp). Sein Rath-hausbau von Nürnberg ward izz2. angefangenund IZ40. vollendet; späterhin aber (1521.) vonHans Beheim um zwey Drittthejle vermehrt.AM.
*— — ( le'i, ein Bruder von Perer, des-
sen im Lex unter des letzter« Namen kürzlich Er-wähnung geschieht. Nach ihm haben Dupuis undOuvrier , beyde das Bildniß des ältern Coustoux,und Larinefsiii dasjenige des Malers Hallö ge-stochen.
Grosch, ( ) ein dänischer Kupferstecher,
lebte zu Kopenhagen im I. >803. und lieferte ziem-lich gute Landschaften. AM.
Gross, (Francis), Mitglied der Gesellschaft