Hagedorn.
Hagedorn, (Christian Ludwig von). Kunst-liebhaber, Zeichner und Kupferstecher, geb. zuHamburg 1717. starb zu Dresden 178«. Bruderdes berühmten deutschen Dichters. Da er Mit-glied voin Corps Diplomatique war, so hatte ersich an verschiedenen Höfen Deutschlands aufge-halten, wo dann der Anblick von Kunstwerkenund der Umgang mit Künstlern seine einzige Er-holung war. Von dem Churfürst Friedrich Chri stian ward er zum geheimden Legationsrath undDirektor der damals neu errichteten Kunstakademieernannt, welche unter seinem Nachfolger die größ-ten Fortschritte machte. Hagedorns Neigung undEifer für die Kunst war gränzenlos. UngefährHo. radirte Landschaften und Charakterköpfe vonihm sind alle mit einer geistreichen Nadel umu. s. f. bis 1765. verfertigt, und von treuli-cher Wirkung. Auf die Hefte derselben radirteer, nebst seinem Monogramme, den Titel versuch.Daher der lächerliche Irrthum in Basans Dic-tionnaire, den nachher Strurh auch in das stei-nige übertrug. Rost ll. 147. Einen guten Auf-satz über die erwähnten Versuche s. in MeuselsVl- Misc. IV. 400— 4 o 5 . Seine beyden Schrif-ten, deren das Lex. kürzlich gedenkt, sind: Gettosä un Amateur äe la keinture, avec iles Lclalr-oissomons bigtorigues sur un Eabinet et les-znteurs äss Nsbleaux yul le composent. 8-Dressen 755. Dann Betrachtungen über dieMalerey, zwey Theile 8. Leipzig 762. die wahr-haftig noch auf den heutigen Tag zu dem Beßrengehören, was von Deutschen über bildende Kunstgeschrieben ist. So urtheilte auch LVinkelmann(freylich schon 1755.) von der ersten, (S. dessenBrief an Berendis in der Schrift: Lvinkelniannund sein Jahrh. S. 80.). Seit dem Tode diesesverdienten Mannes gab Torkel Baden eine eben-falls sehr schätzbare Sammlung: krieks über üi«Xunst von uncl an 0. von 8.
I.eip2i§ 797. wovon seine eignen an seinen Bru-der gerichteten, welche beynahe den Drittheildieser Sammlung ausmachen, vorzüglich großerEhren werth sind.
Hagelgans,( ). Ein geschickter Tild-nißmaler von Darmstadt , der sich des VandyküManier nachzuahmen befließ. Er starb aber um1770. für die Kunst allzu frühe. Bernoulli IN.S. 70.
Hagemann, (Friedrich), Königl. preußi-scher pensionnirter Bildhauer, und ordentlichesMitglied der Akademie der Künste zu Berl-n,starb daselbst 1806. 3 Z. Jahr alt. „Sein biedererCharakter" (liest man in einem kurzen Nekrologvon ihm in Meusels Archiv. II. 1. 202.)„wird seinen Freunden unvergeßlich bleiben."Derselbe war ein verdienstvoller Schüler Scha-dow's. In seinen Kunstwerken stellte er beson-ders jugendliche Gestalten mit vielem Glücke dar.Schon auf der Kunstausstellung von 1802. sahman von ihm das sehr liebliche Bild einer lie-genden Najade. Zu Anfang von 1802. befander sich in Rom , und gedachte von dort nachParis zu gehn. Ob er diesen Entschluß vollführte,und überhaupt zu welcher Zeit er wieder nachBerlin zurückgekehrt war, ist uns unbekannt. Ein-mal auf dem Salon von 1804. bewunderte manvon ihm neuerdings mehrere Arbeiten, unterwelchen vorzüglich eine liegende Bacchantin mitSchale und Gießkanne, in Marmor, sich aus-zeichnete. Dann zwey Basreliefs, zu Verzie-rung eines Kuusttempels, von welchen das eineden Perikles, das andre den Alexander vorstellt,denen verschiedene Künstler von ihren Arbeitenzur Schau und Beurtheilung bringen. Kennerrühmten daran die geschmackvolle Kunst über-haupt, und die vortrefiiche Behandlung dor Ge-wänder insbesonders; fanden aber beyde allzusehr mit Figuren überladen, und die Köpfe allezu groß. Hall. Lire. Zeit. 1806. JnteUig. Bl.S. 5 /,8. Noch anderwerts heißt es von ihm:„Wenige Meister seiner Kunst vermögen, weib-
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liche Figuren zarter und angenehmer zu bilden,als er es that."
* Hagen , (A. van der). I. Faber hat nachihm das Bildniß von Robert Cony, und I.Watson (1767.) einen Sturm sehr schön inEchwarzkunst geschabt. Bey Brandes heißt erJohann.
— — ( ). So heißt irgendwo, ohne
Weiteres, ein Maler, der um 1782. zu Casselstudirt hatte.
Hagen au er, (Friedrich), ein Bildhauervon Straßburg ; arbeitete um i 5 Zo. lange Zeit zuAugspurg. von Srerten.
— — oder Hegenauer, (Ioh. Baptist),
geb. 1702. ein geschickter deutscher Bildhauer,welcher auf der Akademie zu Wien , als solcheunter Meytens stand, gebildet wurde, arbeiteteum 1770. zu Salzburg , wo er einen großen Brun-nen mit vielen gegossenen Figuren zierte; auchstehet von ihm über einem Thore dieser Stadteine kolossalische Bildsäule des Kaysers Sigis-mund. Von da gieng er nach Wien , wo er zumDirector der Erzwersch neiderklasse bey der K. K.Akademie erwählt wurde. Daneben unterwies eran Sonn - und Feyertagen Nachmittags einigeHandwerker in Zeichnung von Verzierungen. Vonseiner Arbeit siehet man verschiedenes in dem K.Ä- Lustschlosse Schönbrunn. Er hatte, auch eineArt von Manufaktur von gipsenen Statüen. Die-ser Künstler starb 1802. mit dem Titel eines aka-demischen Bildhauers Schon vor mehrern Jahrenschrieb er ein Werk von allerhand GattungenOrnamenten, und 1791. ein kleines Pamphlet:Unterricht von der Proportion des Menschen,voin Perspektive, wie auch von der Lichres-und Scharrenlehre, nur 6. Rupferftichen.Füßli I. 17. scheint ihn zu schätzen. Dann sieheferner über ihn: Vlicolai Reisen IV. 5 rä.Meusel II. Ebendess. Mus. XVI. 284.Ebendess. Arch. II. 1Ü7. und Mrc.
Hagenmaier, (Johann), ein geschickterGoldschmied zu Augsburg um 1720.
* Hagens, (Christoph). Ein Verzeichnismeines sel. Vaters führt von ihm ein Zehnd Bild-nisse (des Admiral Ruyters und Friedrich Span-heinis ausgenommen"!, meist dunkeler Männeran, die von ib6Z—81. datirt sind.
Hager, (Adolph Friedrich), Landschaftsma-ler. Derselbe stand 4». Jahr als Hofmaler, undzuletzt als Gallerie-Direktor in Churfürstlich Wür-tembergischen Diensten, und starb zu Berlin 1806.in« 80. Jahr seines Alters,
— — (Joseph), ein Architektur-Maler, geb.zu Presnitz 1726. Von ihm steht man in derNicolai-Kirche der kleinern Stadt Prag , überdem musikalischen Chor, eine H. Cäcilia (1760);ein großes architektonisches Gemälde an der Vor-derseite der Domkirche zu Prag (177t.); einenSaal zu Mieschitz in Bohmen, und eine MengeProspekte in den meisten ansehnlichen Gartendieses Landes; wie es scheint Alles, oder dochgrößtentheils in Fresco. Er lebte noch 1778.Meusel >- Ebendas. II. (1789.) wird seinerkeine weitere Erwähnung gethan.
Hahn, (Adam und Conrad), von Schwein-furth, arbeiteten dort um 1789. in der Kunstihres nachfolgenden Vaters Ioh. Michaels,und zumal der letztre mit vielem Glücke. Meu-sel II.
— — (Conrad), ein deutscher Baumeister;arbeitete in Rußland unter der Regierung Peterdes Großen. Er baute das Kloster Newsky.Meusel Miscell. XI. 27Z.
* — — (Hermann). Ein niederländischerKünstler, geb. um 16Z8. mit dessen Namen man