Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
510
JPEG-Download
 

Zio Hahn.

in der Kais. Galleric zu Wien ei» Gcflügelstückbezeichnet findet, und welcher wahrscheinlich keinAndrer als derjenige des Lex. ist.

Hahn, (Johann Michael), ein sehr geschickterKunstdrchcr zu Schweinfnrth, geb. daselbst 1714.lernte bey Jvh. Martin Tender zu Rcgensburg,und lebte noch 1789. Meusel II. der von ihmMannichfaltigcs anführt. So z. V- neben einerMenge optischer u. a. Maschinen: Elfenbeinerne,nach der Anatomie verfertigte Körper, worinnman alle Jntestina sehen konnte; Augen und Ohrren von Elfenbein, die sich zergliedern ließen, u. s. f.

Ha iller, (Martin), ein Kupferstecher zuFrankfurt am Main um 1678. Von ihm kenntman ein Bildniß des Arztes Matth . Lilingius;dann ein Titulblatt zu //u'/okei 8/mboIa cbrl-ttians. H. S- Hüsgen S- 88.

Haimbach, ( ). So heißt irgendwo

ein Maler, nach welchem Jacob von Sandrartdas Bildniß eines Grafen von Oldenburg zuPferd gestochen hat.

Haindal. S. Heindel.

Haines, ( ), ein englischer Schwarzkunst-

Stecher, arbeitete um 1775. Von ihm kennt man:Eine Predigt von St. Paul nach Mortimer;dann eine Sammlung von 12. Blättern, Räuberund andre Ungeheuer (?) nach Ebendemselben,und endlich die Bildnisse des Königes LudwigsXVI. und der Königin Marie Antoinette , beydeohne Namen des Malers.

* Heinzeimann, (Elias und Johann),Gebrüder, Söhne eines Schulmeisters von Augs-burg . Lasen (Lll. sec.) setzt das Geburtsjahrdes Elias mit gewohntem abentheuerlichem Leicht-sinn in i 58 o. Nach dem winklerschen Katalogstarb Johann in 1700. Rost II. 1.4—18. sagtvon ihnen, ganz umgekehrt mit dem Lex. (undwir glauben richtiger) daß Elias, welcher längerals sein Bruder in Paris blieb, sich auch daselbstgroßem Ruhm durch verschiedene historische Blät-ter nach französischen und italienischen Meisternerworben (nur habe man ja an ihm seine nichtimmer richtige Zeichnung getadelt); dann daßbeyde sich die schöne Manier ihres Meisters FranzPoilly zu eigen gemacht; hiernächst von Johann(dessen Geburthsjahr er in 1641. und seinen Todebenfalls in den Anfang des XVIII. Jahrhun-derts setzt), daß er, doch nur im Zeichnen, seinenBruder übertreffen habe Dann werden von beydenihre vorzüglichsten Arbeiten, sowohl Bildnisse alshistorische Blätter angeführt So z. B. von Elias:Bildnisse nach C. C- Kretschmann, I. U. Meyer,F. de Neve, D. Savoye und A. Stech; histori-sches, nach Albano, P. Berekino, Vourdon, H.Carracci , Dominichino, Raphael und Robusti;wie z. B- die Madonna mit dem Kinde, nachCarracci , welche unter dem Namen des Still-schweigens bekannt, und auch von Lasne undSt. Picart, doch nicht so gut als von unserm H.gestochen ist; dann eine H. Familie nach Cortona ,welche Füßli (l 70.) sehr gut, so wie (III. 94.)die berühmte Kreutzigung nach Tintorett sehr sorg-fältig gestochen nennt, und in Ansehung der letz-tem bemerkt, daß man daraus die Anordnungdes Ganzen besser als in dem großen Blatte vonA. Carracci übersehen könne. Dann von Johannwieder mehrere Bildnisse nach A. ve Clerk, F.Dort, und verschiedene nach seiner eigenen Zeich-nung; wie z. B. (1686.) die drey Gesandten vonSiam am Hofe Ludwig XIV . Von Geschichtli-chem (schön und selten): Eine Verkündigung,eine Ruhe in Aegypten , eine andre H. Fa-milie nach Bourdon, und eine Madonna die dasKind umarmt, ebenfalls nach Hann. Carracci .Weit reichlicher aber ist ein Verzeichniß meinessel. Vaters, welches nach diesen beyden Brudernan die isso. Blatter anführt, welche von 1676—gZ. bezeichnet sind. Lonk. die Katalogen von

Haldenwang.

Winkler und Brandes, wo einige derselben ge-würdigt sind, und namentlich das Bildniß desStaatsministers von Louvois , nach Voet, schöngenannt wird.

* Haibauer, (Christian). Eine Anzahl Hei-ligenbilder von ihm in KlLsoull Dncom. Coöl!-tuum, nach I. W. Baumgarkner, und eine St.Genoveva nach I. E. Nilson sind in einem Ver-zeichnisse meines sel. Vaters angeführt.

Halbeck oder Halbe»eck, (Johann). EinKupferstecher, der um 1606. zu Kopenhagen ar-beitete. Christ (S. 262. und 020.) giebr seinMonogramm. Neben Andern; kennt man vonihm ein Bildniß des Arztes I. Riolan (1600.),Heinrich lV. im Sarge (1610.), nach P. düBois Zeichnung, und eine in 1611. zu Montmar-tre gefundene unterirrdische Capelle, in N. Masthoniere's Verlage. TILc.

* Halbe»u, (Ludwigsoder Joh. Ludwig),Kupferstecher und Kunsthändler, geb. zu Paris 1700. ein Schüler von Dupuis, welcher, mit vielerNettigkeit, mehrere Gattungsstücke nach Boucher,Coquelet, Eisen dem Vater, Jeaurat (1768.),Mezu, Mieris, Murillos (nach diesem: Toiletteeines Savojarden) und Schenau, dann auch dasBildniß von Franz de Troy, nach Aved, undendlich angenehme Vignetten nach Marillier gesto-chen hat. Rost VIII. 224—20. Nach dem Al-manach llcg keaux-^rts von 1802. lebte erdamals noch zu Paris Ob es aber der nämlicheKünstler, ober vielleicht ein Sohn desselben sey,der, unter dem Namen Ludwig Michael Hal-hou, (i 8 o 5 .) für das XXX. Heft der KIu-5co kran <;oi8 eine Magdalcna von van der Werfnach Molinchons Zeichnung gestochen hat, istuns unbekannt.

Haldenstein , (Ulrich und Caspar). Soheißen irgendwo, ohne Weiteres, zwey Maler zuZürich um i 58 c».

Haldenwang , ( ). Ein junger deutscher

Künstler. Von ihm kennt man, neben Anderm,6. nach Maillards Zeichnungen, mit vielem Ge-schmack gestochene Blätter zu Hosers dstarur-schönheiren der Stadt Banden in Oestreich,Queroct. Wien 80Z. Dann 6. andre zu denIdeen aus dem Gebier der schönen Rünfte,4. Leipz. 804. und um dieselbe Zeit ein Heft An-sichten von Schlesien, besonders vom Riesenge-bürge, nach Rathe, in Aqualima. Ob die folgen-den Hefte (es waren Viere, jedes zu drey Blat-tern versprochen) erschienen sind, ist uns unbe-kannt. Damals lebte dieser Künstler in Dessau ,und arbeitete für die dortige chalkographische Ge-sellschaft. Seither erhielt er die Stelle einesHofkupferstechers zu Carlsruhe . Seine Harz-tuschmanier wird besonders gerühmt. In der-selben gab er, neben Anderm, im I. 1800.nach Hinkels Zeichnung, 16. Gegenden um Dan-zig; und in der gleichen Manier arbeitete er,nebst Andern, an der VovsZe pittorc^ne clebL3ls ä Lienne. nach Äirrmanns Zeichnung,welche aber (beyläufig zu sagen), nicht (wie esim Tübingischen Morgenblatt 1807. 4 ^-

heißt) kürzlich, sondern bereits i 8 » 5 . das fünfteHeft derselben erschienen war. Von einzelen Blat-tern werden von ihm angeführt: Wilhelm TeilsCapelle (1799.); dann von 1802. an für die er-wähnte Chalkographie: Die Strasse über den Arl-berg und die Mieminger-Gebirge, nach Molitor,und der Tempel des Sylvan, nach einer Zeichnungvon Wehle; so viel wir wissen, alle in Aquatinta.Von dem Letztem (Pr. fl. io. kr. 48.) findet sichin dem Zürcher-Journal für Litteratur undRunst S. 68—70. eine ausführliche Beschreibungund Beurtheilung: „Zeichner und Kupferstecher''(heißt es dort) „haben sich sehr wacker gehalten.Die Lust ist zwar im Tone vortrefiich; aber dieWolken, besonders die nähern, gar zu formlos;bloß glatte, dunklere, in die Länge gezogene Flecke-