§44 Hehelsdörfer
Heus.
zwey Bilder: Die Freygebigkeit, und: T»llka,dieüber ihres Vaters Leichnam fahrt, welche (beson-ders das lcgtre) in Absicht auf Erfindung, Zu-sammensetzung, Ausdruck und Schmelz des Eo-korits, den Beyfall der Kenner verdiente». Meu-sel Mus. II. 70. JndecSchrift: Winkel»,annund sein Jahrh. (S. Z20.) wird an diesem be-sonders der gewandte Pinsel gerühmt, und daß ersich bey einem für die Darstellung so ungünstigenGegenstand noch so gut aus der Sache zog. Später-hin gieng unser Künstler zum zwcytenmal nach Rom ,und sandte von dort (1796.) ein lebensgroßes Bild,welches den verstorbenen Herzog Ludwig Eugen vonWürtemberg zu Pferd vorstellt, und in dem: Jour-nal tür bilclenÜL Künste (2Z7 —) ausführlichbeschrieben, und daran Aehnlichkeit, Zeichnung,Composirion, Colorit, und eben so die dem Ganzengehörig untergeordnete Landschaft im Hintergründegleich vortreflich gefunden wird. Bald hernach wurdeHersch zum Professor und Hofmaler, und um »798.zum Gemälde-Galerie - Direktor gewählt. In einemParis und Helena von ihm auf der Akademie zuBerlin , die ihn dafür <1801.) zu ihrem Ehrenmit-glied ernannte, fand der RectorSchadow (Frep-mürh. 180Ö. X'o. Z8.) »nachte Nachahmung derAntiken in Formen und Färbung. Frcudhof hatsolches in Schwarzkunst geschabt. Späterhin giengHersch (wie es scheint) zum drittenmal *) nachItalien . Damals hieß es von ihm irgendwo:„Hersch lebt gegenwärtig (,8oö.) in Rom , wo erfür den Hof zu Stuttgard sein langes und csshohes Oelgemälde vollendete, das den Oedip vor-stellt, wie er von Theseus mit seinen zwey Töchternausgesöhnt wird, an welchem Kenner.einzig aus-setzen, daß Oedipus für seine überstandenen Leidennoch zu rüstig, und Theseus für sein Alter zu ju-gendlich dargestellt sey. Allgemein entzückte hin-gegen die Hauptgruppe, welche der erstre mit sei-nen Töchtern bildet " Noch an einem andern Ortwird der Theseus eine schlaffe, leblose Figur ge-nannt, welche Kennern keinen Geschmack abge-winnen kann. Wie dem immer seyn mag, wurdeer dafür von dem H. Kurfürsten mit röo. Louisd'orbeschenkt (Mensel Arch. II. ,09.). Eben soerhielt er von demselben in 180/,. für die Ueber-reichung eines großen historischen Gemäldes: Regu-lus, der vor seiner Rückkehr nach Karthago vonseiner Familie Abschied nimmt, das Geschenk einergüldenen Dost nilt so» Dukaten. Uns selber istvon diesem Künstler nie mchrs zu Gesicht gekommen;und wollen daher wir jene oben angeführten Urtheileüber ihn, weder zum Preig noch zum Tadel, keines-wegs verbürgen. Irgend ein bedeutendes Ver-dienst muß er wohl haben, welches ihn beyden solebhaft aussetzt. Ein schönes Blatt nach ihm:Den Tod des Papirius, hat in 1806. ProfessorSeybold in Wie» und ganz neuerlich Leybold (?) denTod des Consul Papirius für den FrauenholzischenVerlag (0 fl. 20 Kr.) gestochen. Ohne Zweifel vonseinem Oedip (wohl kaum von einem Odin, wie esimTüb. Morgenbl. S 012. heißt), soll sich einetrefliche Scizze in einer Privatsammlung zu Stutt-gard befinden.
Hetzelsdörfer, (Fritz), einMalerzuNürn-berg um 1697. welcher uns einzig durch sein Bild-niß bekannt ist.
* Heyendorf von Hohenberg, (Ioh.Ferdinand). S. Hohenberg, unter^ welchemNamen er im Lex. (doch irrig) erscheint.
Hetzer, (Ioh. Christoph), Maler, geb. inNürnberg 1640., starb zu Venedig ,66o. Derselbeist uns einzig durch sein Bildniß bekannt.
Heudelor, ( ). Derselbe hieß Johann,
oder nach Basan (Kcl. sec.) Ludwig; letztermzufolge geb. zu Montpellier 17Z0. Von ihm kenntman j. B. le Kepos des Kauekeurs nach Lingel-bach; kecröation d'Rzrver nach Molenaer ; le
Onncsrt ruskigus und ls ^eu intsrrompn nachOstade ; le Kubis sur l'OnAls nach van Staveren;und die Bildnisse des Malers van Steen und seinerFrau, nach diesem.
Heudier, ( ). So heißt einer, der um
1802. nebst einem andern, vialard, die Kunst,durch übersaure Salzsäure alte Bücher und Kupferzu bleichen, so wie solche der französ. gelehrte Mi-nister Chaptal erfunden . mit besonder»» Glück aus-übte. Allgem. Runstz. 272-70. nach O'rerih'sRu,,st zu bleichen, a d. Französ. (Zürich beyGeßner).
Hevelius, (Johann), Bürgermeister zuDanzig , einer der größten Astronomen, war zu,gleich ein geschickter Zeichner und atzte selbst die zuseinen Werken dienenden Kupferstiche. Derselbestarb 1687. seines Alters 76. Jahre. Lernoulli I.2Öch
* Heu mann, (Georg Daniel). Nach Gan-dellini war derselbe Königl. Englischer Hof- undGöttingisch-Akademischer Kupferstecher. In dieserEigenschaft, kannte man von ihm das Titelkupferzu Haklers Knumsrntio stirpium Idelvet.(6crucinZ. 1742.); dann mehrere Tafeln diesesWerkes, nach Huber; und eben so dergleichen indes nämlichen Verfassers Kasoiouii'z Douum ana-tomicsrum (ib. 174z. eto.). Don einzelnen Blät-tern dann ist eines seiner vornehmsten die Friedens-Mahlzeit auf dem Rathhause in Nürnberg , nacheinem Gemälde von I. von Sandrart . (Eben diesesStück hat Wolfgang Kilian hundert Jahre zuvorin Kupfer gestochen.) Heumann starb 1709. Mrc.Eine Menge Bildnisse, dann eben Titelblätter,u. a. von ihm führt ein Verzeichniß meines sel..Vaters an. Hinwieder haben auch andre nachseiner Zeichnung gearbeitet, und z. B I. I. Haiddie Bildnisse von S. C. Hollmann und G. G. Richterin Schwarzkunst geschabt.
Heunisch. S. Harnisch.
Heurrault, ( ). So wird im-Vmanacl,
äes ljeaux-^rts von ,8oZ. ein damals zu Paris le-bender Baumeister genannt, welcher die Stelle einesInspektors des Regierungspallastes bekleidete. In
Ddtournelle's Kecueil Ü'/Zrolriteoture Lall. V.sieht man von ihm den Entwurf eines Monumentesfür den Brunnen Desaix ; Lab. VI. denjenigen einerSeebörse, und in den ürands ?rix d'/zrebitec:-ture L-rü. Xl V. drey Blatter seines gekrönten Ent-wurfes einer öffentlichen Fruchthalle.
Heurrier, (JohannFranz), Königl. franzö-sischer Baumeister, lernte bey Ecuycr, und bauteum 1760. zu Versailles den dortigen Schauspiel-saal, so wie späterhin (1780.) das italienischeTheater in der Straße Richelieu zu Paris . Unbe-kannt ist es uns, ob es noch derselbe Ioh. FranzHeurtier sey, welcher zufolge des Dekrets der frän-kischen Regierung vom , 3 . Jan. , 8 c> 3 . (nach andernNotizzen schon 1801. an Antoine's Stelle) zum Mit-glied der vierten Klasse der Schönen Künste, dritterSektion (der Baukunst) des National-Jnstitus z>iParis erwählt wurde. LVorw. I. Zi.
* Heus oder Heusch, (Jacob de", geb. zuUtrecht und an den Folgen eines Falles gestorben zuAmsterdam. Er gieng zeitig nach Rom , wo ersich lange aufemhielt, und einer der beßtcn Zeichnersowohl nach der Natur als nach dem Nackten ward,was man überall an seinen eben so richtig als geist-reich toccirten Figuren bemerken kann. Die Aehn-lichkeit seiner Arbeit mit derjenigen seines OheimsWilhelm, den er indessen späterhin übertraf, er-warb ihm bey der römischen Schildcrbent den NamenAfrruck (Abdruck). Rost VI. 216.
— (Wilhelm de). Er lebte »och 1699.Barrsch (I. Z2Z—ZZZ.) kennt, beschreibt und be-
n) Ob vielleicht obiges Datum seiner ersten Jurückkunft i/«?. irrig ist, und 1797. heiße» sollte? Wie Vieleswissen wir nicht, worüber wir uns, eben des ungeheuern Details wegen, unmöglich erkundigen können.