Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
609
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Jung.

Jung, < ), Baurakh zu Aschaffenburg , seit

i 8 o 5 . Lehrer in der Bauzeichenkunst an der dortneu errichteten öffentliche» Zeichenschule,

Jungermayr, (Albert). So heißt inMeusels Mus. VI. 97. um 1788. ohne Wei-teres, ein junger Künstler, von welchem man da-mals auf dem Salon zu München gute historischeArbeit ausgestellt fand.

Iunghanß. Ein Brief- (Karten-) Maler zuNürnberg kömmt in einer Auflage des Enrchristvon 1/,72. zum Vorschein; allein, ohne daß darauszu ersehen wäre, ob er die Figuren und die in Holjgeschnittenen Buchstaben bloß gezeichnet, oder ge-schnitten, oder gar das Buch bloß verlegt habe.Heinecke Vk. LZachr. 145—46.

* Jungwierrh, (Franz Laver), Kupfer-stecher und Kupferatzcr, geb. 1720. zu München (?)lebte noch 1784. Von ihm kennt man, neben demim Ley. Angeführten: Christus, die H. Mutter unddie zwölf Apostel, »ach Piazetta; St. Expeditus,nach Palko; das Leben Petri (6. Bl.) nach I.Zimmermann; dann verschiedene geistreich geätzteBildnisse ;. B. von Künstlern: Amigoni , u. Pia-zetta, nach ihren eignen Zeichnungen, Oefele'snach Nogari , Beich's ohne Namen des Malers.Etliche andre, (wie z. B, kriegrische Kinderspiele,nach M» Hartwangers Zeichnung, gemeinschaftlichmit I N. Maag gestochen), führt der WürklerscheKatalog, und Bahrn Lci. sec. eine männliche undeine weibliche Akademie nach Albrecht an.

* Juni, (Johann de), ein geschickter Maler,Bildhauer und Architekt. Die Malerey studirteer in Italic», daher ihn auch einige für einenItaliener gehalten haben. D. Pedro Alvarez, da-mals Bischof von Oporto in Portugal , ließ ihnvon Rom dahin kommen, um den dortigen bischöf-lichen Pallast zu erbauen, und andres zu verferti-gen, das vo» Palomino und Bermudez ver-zeichnet ist. Fiorillo IV. 1Z4— 36 .

Junker, (Carl Ludwig), Pfarrer zu Ru-pertshofen bey Kirchberg im Hohenlohischen, woer im 1 .1797. verstarb. Er war aus Oehringengebürtig, und früher als Lehrer der Philosophieund der schönen Wissenschaften an dem Philan-tropin zu Hildesheim in der Grafschaft Leitungenbekannt. Ein enthusiastischer Freund der schönenKünste, wovon theils mehrere besonders gedruckteSchriften (Grundsätze der Malerey 1776. — Chri-siusköpfe 1776. — Jupiter, eine Antike 1788t)theils eine große Zahl Aufsätze in Meusels Mu-seum und den M MisceU. (s. die Register der-selben) von dem Maaß seiner Einsichten in dieseGegenstände zeugen mögen. Baun

* — — S. auch Juncker.

- — ( ), ein Schrift-und Kupferstecher

von Wien . In erstrer Eigenschaft erscheint erschon in 1792. I» 1800. arbeitete er dann andem Stich einer von dem im I. 1801. verstorbnenberühmten östreichischen Statistiker Jos. Carl Linedermami (nach einer ganz neu erfundenen Pro-jektion eines Planisphers) gezeichneten Weltchartein achtBlättern. Allg. geogr-Ephem. i8oZ.Apr.S. 479.

* Jurgersoen, (Magnus). S.Ioergersen.

Jury, (Friedrich), ein geschickter Kupfer-schmied zu Potsdam um 177h. Von ihm ist diekupferne, im Feuer vergoldete Figur eines Chi-nesers, nach dein Modell des Bildhauers Giese,die im Garten zu Sanssoucy oben auf dem chinesi-schen Pallaste stehet; desgleichen der kupferne ge-triebene große Atlas auf dem Nathhaufe zu Pots-dam. rJicolai.

— — ( ). Vielleicht des Obigen Sohn,

Kupferstecher, arbeitete, wie so viele andre wackredeutsche Künstler, um 1802. u. ff. I. (noch 1807.)meistens für die Herren Buchhändler, und sein

Juvara. 609

Name wurde in den Almanachen mit vorzüglicherLust gefunden. Doch nennt ihn ein tüchtiger Kunst-richter in der B-b!, der R. u. B-R. (II. 2. 218 )etwas steif.

* Iufte, (Johann), Bildhauer. Sein umI 5 i 7 - verfertigtes Grabmal Ludwig Xkl. findet sichirgendwo gestochen.

— — S. Egniond (Justus van).

* Iufter, (Joseph). Die noch bedeutendsten— schlechten Blatter von ihm in den elenden Va-dulis seleckls der Larher. Patina sind: EineMadonna mit dem Kind auf dcm Schooße, nachda Vinci, und dann die Familie Patin, nach Nat.Jouoenet.

* Iusttis. Das im Lex. von ihm angezogeneWerk soll, nach Sopram, das älteste Fresco-gemald in Genua , und durch die Sorgfalt derDominikaner so wohl erhalten seyn, daß noch inneuester Zeit die Farben daran so frisch anzusehenwaren, als wären sie erst vor wenige» Tagen auf-getragen worden. Und Lanzi II. 2. 277. sagt:Dieser Künstler habe Deutschland den Styl vonAlbrecht Dürer verkündet.

* Juvauis, (Franz). Von ihm führt auchder LVinklersche Katalog ein Blatt an: Saturn,der sich in einer heroischen Landschaft auf seineSense stützt; zu seiner Rechten drey geflügelteAmorine, nebst andern Figuren aus dem Alterthum.Basan (b)ä. seo.) setzt sein Geburtsjahr kecklichin i(iö 5 . zu Rom .

*Iuvanius. S. Giovannini.

* Juvara, (Franz), dessen im Lex. unter demArt. seines nachfolgenden Bruders Philipp Er-wähnung geschieht. Milizia (Dci. torx. ll. Z17.)»nennt ihn einen geschickten Bildner in Silber, dessenArbeiten besonders in Frankreich und England hoch-geschätzt wurden.

* — — auch Ivara, (Philipp), aus eineralten aber desto armem Familie zu Meffina ent-sprungen, und dort geb. 1685. Sehr jung legteer sich auf Zeichnung und Architektur, nahm dannden geistlichen Stand oder vielmehr Gewand an,gierig nach Rom , und trat bey dem Kao. Fontanain die Lehre. Das erste, was ihm dieser beymBetrachten einer seiner Zeichnungen sagte, wardieses: Wenn er seine Schule besuchen wolle, müß'er Alles bisher Gelernte verlernen. Alsdann ließer ihn Risse nach dem Pallast Farnese und andernBauten von der edlen einfachen Art copiren, undgab dem Jüngling, der sich immer zum Ueberkrie-benen neigte, die güldene Regel: Gerade im Ent-gegengesetzten könne man dem Ding' nie zu vielthun. Er versuchte es, dieser bessern Lehre zufolgen; allein, auch bey diesem übrigens wackernKünstler, der in jeder andern Rücksicht mit Einsichtund uuermüdetem Fleiß fortstudirte, hieß es nurin jener einzigen: dmtursm expellas lurcg — undwie Horazens göttlich wahres Wort weiter lautet.Dann hatte er eine geraume Feit mit Armuth undVerdienstlosigkeit zu kämpfen, bis einer seinerMitbürger/ Pellegrinl, der bey dem CardinalOttoboni in Diensten stand, ihn bey letzkerm ein-führte, wo er sich zuerst durch einige brav geätzteBlätter von Szenen, nach dieses Depurperten be-rühmten kleinen Theater di Bnraktini, ein dürftigesBrod erwarb. Endlich berief ihn der zum Königebeyder Sizilien erhobene Herzog von Savoyen nachMessina , wo Juvara in dem dortigen Hafen ihmeinen Pallast baute, der dem Monarchen so wohlgefiel, daß er ihn zu seinem ersten Baumeister er-kläre , ihm ein Jakrgchalt von 6000. Scudi aus-warf, und ihn sodann mit sich nach Turin nahm.Hier nun folgte ein neues Kunstwerk von ihm nachdem andern, worunter allerdings die wichtigstendie KircheSuperga «nicht Supe.ba, wie es im Ler.heißt) und die Hofkapelle der Königl. Villa in dex

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