Band 
Zweyter Theil [1].
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611
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Kabel.

neben Anderm, ein größeres Tivoli mit der Villades Macen, und seinen Wasserfallen; und einKleineres: Den See bey Nemi. Das erstere fandman etwas kalt, aber alles Einzelne mit unbe-schreiblicher Liebe dargestellt. Tüb. Morg. B!.1807. S. /,22. Auch der Salon von 1807. wieszwey schöne Bilder von ihm auf. MeuselsArch. II. Z. 9 10. wo das eine derselben«ebenfalls ein Tivoli)frey, jedoch kräftig indes Künstlers eigner Manier'', genannt wird.

* Babel, auch Eabel, (Adrian van der).Da ihn van Goyen bisweilen (z. B. II. 235 .u. 354 .) Arry nennt, so hat dieses das Lex.zum Jrthnm verleitet, als wenn es auch einenHeinrich van Kabel gäbe. Wenn man etwasvon ihm haben wollte, mußte man ihn in Wein-schenken suchen. Und eben so waren Borpdonund (Zeeftigkeir beydes die Bentnamen vonAdrian, äe /l-Arr Libl. I, 135 . Seinen Kunst-charackter geben wareler und Leveque, wiefolgt, an:Seine Manier hatte nichts von derHolländischen Schule; man würde ihn eher füreinen Zögling der Italienischen halten. In sei-nen Landschaften findet man nämlich Nach-ahmung der Carracci , Castiglione, Mola undS. Rosa. Bisweilen malte er sehr nachlässig,und gerade dann lobte er seine Arbeit am mei-sten ; von seinen sorgfältiger ausgearbeiteten Bil-dern sprach er hingegen nie. Seine Manier wargroß und schön; seine Figuren sind correct; seineThiere zumal mit Geist und Wahrheit behandelt.Man wirft ihm bisweilen eine traurige braun-lichte Färbung vor. Immerhin gehört er zu denguten Landschaftsmalern. In Frankreich wurdealles von ihm s hr gesucht und geschätzt.Seinevon ihm selbst geetztett Blätter dann'* (heißtes bey ZZarrsch IV. 224.) sind mit emer festenHand und leichten Nadel groß gearbeitet, ohneVermischung mit der kalten Nadel oder demGrabstichel. Eine glänzende Wirkung von Hell-dunkel findet man daher nicht bey ihm; dafüraber den einfachen Entwurf schöner Ideen, voneinem einsichtsvollen Zeichner geordnet". Manzahlt ders lben bis auf 56 . Der unermüdeteBartsch hat ihrer bis auf 55 . ausfindig gemacht,welche er (l. c. 227 64.), nach verschiedenenFolgen, meist von 6. Blättern, aufs sorgfältigstebeschreibt und würdigt. Die meisten sind mitseinem Namen bezeichnet. Von zweyen derselben(dem St. Bruno und St. Hieronymus in derWüste) heißt es bey Rsft (VI. 200.), daß solcheselten, und von dem erstern, daß es in MelansGeschmacke geetzt sey". Gestochen dann nachihm haben" I. Coelmanns, D. Colbandvn undla Vcau Landschaften; dann (zwey Seltenheiten)I. Bouchet van Kabcl's eigenes, und A. Bouisdas Büdniß des Parfüm - Händlers Johann Cha-berk. Und endlich findet sich irgendwo, unterseiner Firma: Ulan äu Lampsmeut ste Esieva-lierg <le Xeukvills stans lv ?sre üe 1' ^rclie-vegue äs I^ou pour le prix ro^sl «le I'^r-Huvbuse 1680.

Labello, ( ), ein, wie es scheint, ge-

gen End des XVIII. Jahrhunderts noch leben-der Künstler, von Würgen, an den Gränzendes italienischen Tyrols gebürtig, von den, esin Meusels lI. Miscell (II- 2^3.) heißt:Daß er viele seiner schönen und lieblichen Hand-zeichnungen an die Kupferstecher zu Augsburg verkauft habe.

Baborek, (Johann), und dessen SohnJoseph, Bildhauer zu Prag , lebten daselbst, 1802.Oeffenrl. vlachr.

Bachlach, ( ). So nennt Basan (Lst.

See.), der Himmel weißt aus welcher Quellege chopft, einen Malabarischen Künstler,der um 1720. eine Menge großer und kleinerPagoden, mit vielen Köpfen und Acrmen, insemem Land in Holz geschnitten habe, die dann

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(doch nicht anders, als mit sehr lebhaften Saft-farben illuminirt) nach Europa gesandt wurden.

R «remitier er, (E), ein Maler von Ru-dolstadr, wurde in 1795. bey dem dortigen fürst!.Gymnasium als Zeichenmeister angestellt. Vonihm finden sich eine Menge artistischer und knnst-geschichklicher Aufsätze in Meusels Vk- Mu-seum sowohl als in dessen Neuen Miscell.(somit bis i 8 c> 3 .) wovon das Verzeichniß imRegister der letztgenannten Zeitschrift enthaltenist, und von denen mehrere alle Aufmerksamkeitverdienen. In dem spärhern MeuselschenArchive erscheint er nicht mehr.

Baendler, (David), s. Bändel. Undfallt damit der Art. David Raendler, imLex. völlig weg.

* s. auch Raenrler.

Raenler, (Adelbert). So heißt irgendwoein vorzüglicher Oehl - und Fresco - Mahler zuPrag ; lebte dort 1802.

Baeseweiß, ( ). So heißt (nach ssroe-

ker S. 56 .) ohne Weiteres, ein Mahler vonGotha , der zu Erfurth gearbeitet habe.

Raentler, (Johann Friedrich), geb. 1709.zu Neukirch in Voigtland , lernte bey dem 1775.verstorbenen Kammercommiffär Kaenkler seinemVetter, (der im Lex. Ich. Joach. Aaenrlerheißt) in der Meißner-Porcellainfabrik die Mo-dellirkunst. Von da kam er in 1779. ebenfallsunter dem Titel Kommissarius, in Fürst! An-spachische Dienste, wo er bald darauf dieFabrik in Bruckberg errichten half. Lebte noch1787. Meusels Mus. I. 63 . Späteres ha-ben wir nichts von ihm vernommen.

Raeßinann, (Franz), Bildhauer von Win-disch-Feistritz in Nieder-Eteyermark; erlangtein 178s einen Preis in der Academie zu Wien .Meusels Misc. XXX. 362.

'Raestner, (Karl August). So heißt in den(elenden) deutschen Bunstblartern < 4 ° Dresden 799.) S. i 4 - ein aus Naschau bey Annaberggebürtiger sehr geschätzter Miniaturmaler, der in1798. von der Churfürst!. Akademie der bilden-den Künste, in Dresden mit Gehalt angestelltwurde. In dem dortigen Salon von 1800 u. 1801.sah man von ihm Bildnisse, an welchen in den(etwas bessern) Deutsch . Bunstbl. I. 2. 46. undII. 1. 47. die Kenntlichkeit, «wie es schien aufUnkosten ihrer übrigen Kunst, sehr gerühmt wurde.

* Rager, (Matthias). Die Kirchen undKurfürstlichen Palläste zu München beweisen seineFähigkeiten als Maler. Da er seine Freyheitliebte, so verließ er den Hof, und gieng nachAugsburg , wo er das Bürgerrecht erhielt. Inder Fresco - und Oelmalerey war er gleich stark.Nach ihm kannte man, neben einigen Bildnissen:Ealomon in seiner Sinnlichkeit (ein treflichcs sel-tenes Blatt) von F. Colignon, ein 8snrtusriumLliristianorum (17. Bl.) von L. Kilian, Reiche'sStatüe des Erzengels Michaels vor dem Zeug-hausportal zu Augsburg , nach Kagers Zeichnung,und Christus erscheint dem Jesuite Jac. Lesrbcmus, von Ebendemselben; St. Jakob schlägtdie Mohren, und der Erzherz. Maximilian alsAnführer in der Schlacht bey Prag , (dieses einschönes Blatt), beyde von W. Kilian; die zwölfMonate von Ebendemselben; eine St. ElisabethAndecensis und St. Kunigundis, von R. Sadc-ler. Dann von Ebendemselben nach R Zeichnung,nach einem Gemälde des Rem. Bozulo, einenSt. Francisc und seine Ordensbrüder, denenChristus und Maria erscheinen. Dann, nachseiner eignen Erfindung, von ihm selbst geatzt,und mit dem Grabstichel beendigt: Eine H. Fa-milie (i 6 o 5 ); eine Taufe im Jordan, und (viel,leicht > ein mit M. R. bezeichnetes Blatt: DaSdurch's Nadelöhr wandelnde Kameel.

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