6zo Klenze.
würdigen Lustsaal, die Jungfer genannt. Mar-perger.
Rlenze, (Leopold), ein deutscher Architekt,gab im I. i 8 o 5 . ein Pamphlet: Entwurf zu einemDenkmale für Dr. Martin Luther , mit drey er-läuternden Kupfertafeln, zum Beßten des Denk-mals (4. Braunschweig , bey Vieweg); von demes aber hieß, daß solcher in mannichfaltigen Rück-sichten unausführbar sey.
Rlerck, (Heinrich de). Nach ihm hat I.Beckets: tke 6üt8di 8ekoc»l, M. Greuther einEcce Homo und eine Auferstehung gestochen, B.Lenz aber die vier Elemente in Schwarzkunst ge-schabt. und Msc.
— — (Jacob). Nach MeuselsMiscell.(XXX. 362.1 ein Wiener-Künstler, der um 1787.auf dortiger Akademie studirt hatte, von dem wiraber seither nichts weiter vernommen haben.
* Rlessecker, (Justus). Zu Frankfurt amMayn bekleidete dieser Bildhauer die Stelle einesBürgerkapikäns.
Riete oder Rleere, (Joh. Georg), geb. zuBesser, einem kleinen Walddörfchen, nach andernzu Suhl , im Hennebergischen, 1720. Zu Frauen-wald im Lhüringerwald lernte er zuerst bey deindortigen Schulmeister Hartleb, nebst der Musik,die Glasschneiderkunst, und war selbst zu einemDorfschulmeister bestimmt. Zufall und Geschmackführten ihn auf die Steinschneider-Kunst. In 17F0.kam er nach Dresden , und fieng nun an, dieseletztre für sich selbst nach den Antiken zu studiren.In 1762. wurde er zum Kurfürst!. Sächs. Hof- undCabinets-Steinschneider ernannt, und starb indieser Eigenschaft 179Z. Seine Werke, die sich inden Cabinetten großer Monarchen befinden, be-stehen grvßtenthcils in Figuren nach antikem Ge-schmacke, sowohl erhaben als in Vertiefung; fernerin Wappen und Bildnissen en Relief. Eine seinerschönsten Gruppen befindet sich in dem Herzogl.Mecklenburgischen Cabinekte auf einer in grünenJaspis geschnittenen Dose. JnderLipperrscheuDaktyliothek liest man, bey Anlaß eines Kopfsvon Augustus, über ihn die Bemerkung, daß erdiese Antike eben so geschickt, mit der dett Altenvorhin eigenen Politur geschnitten habe, alssolches das Original selbst war: Unter den Deutschen ist er wirklich als der Vater dieser Kunst zu be-trachten, die er alsdann auf seinen geschicktenSchüler, Tettelbach, fortpflanzte, Roller 88—89.Ausführlichere Nachrichten von ihm und seinerKunst findet man in einem sehr lesenswerthen Auf-sätze in Meusel's M Mus. S- 827— 36 .wo namentlich auch ein in die Liefe geschnittenerKopf von Cicero cn Fa^e sehr gerühmt, überhauptaber das Verdienst der Einführung eines bessernGeschmacks in Anwendung seines Kunstzweigesihm zugeschrieben wird, und endlich sein westlicher,des achten Künstlers würdiger Personalcharakterden verdienten Preis erhält.
Rleve, (T.), Kupferstecher zu Kopenhagen um 1780. arbeitete in punktirter Manier. Manfindet von ihm, neben Anderm, das sehr ähnlicheBildniß K- Christians VII. nach I. Juel.
Rlinger, (Johann Georg), Kupferstecher,geb. zu Nürnberg 176g. Von ihm kennt und rühmtman, neben Anderm, die Bildnisse des Nürnberger-Buchhändlers Raspe; Ziechen sitzend vor dem Kö-nige, eine (bessere als die Stahlische) Copie nachChodowieki's bekanntem Blatte; Hastings (beson,ders kenntliches), nach der Zeichnung des MajorsA. K. von Jnihoff, eines vertrauten Freunds jenesberüchtigten Mannes; erstres und letztres in ge-hämmerter Manier, und endlich Klopstocks nachJuel, mit dem Grabstichel. Merisel II. Eben-des Mus U1. 77. IX. 260-61. Seit 1789.haben wir nichts mehr von ihm vernommen.
— — (Johann Heinrich), des Obigen jün-
Klinsky.
gerer Bruder, geb. zu Nürnberg 1766. ebenfallsKupferstecher, lernte bey I. A. Schweikart, undstarb bereits in der Blüche seiner Jahre in seinerGeburtsstadt 1789. In einem kurzen Nekrologvon ihm (Meus Mus. XI. (,90-9^ ) heißt es:Er habe Blätter geliefert, welche Deutschland einender beßten Künstler versprachen. Alsdann werben(sonderbär) als eine von seinem eignen Bruderherrührende Notiz, die zwey oberwähnten Bildnissevon Ziechen und Klopstock ihm zugeschrieben; undneben denselben: Petri Erscheinung im Gefängnißnach Guido; Joseph und Maria; ein Ecce Homo,und ein St. Aloysius; die drey letztem ohne unsbekannten Namen des Malers-
Rlinger, ( ). So heißt.auch ein um
1800. zu Dresden lebender Wachsmaler, der es indieser Kunst sehr weit gebracht haben soll. Indem dortigen Salon desselben Jahrs sah man vonihm zwey Blumenstücke voll Leichtigkeit und Leben.Deutsche Runstbl. I. 2. 28. wo ihm zugleich dasschöne Zeugniß ertheilt wird, daß er nach immermehrerer Vollkommenheit strebe.
Rlinghammer, ( ). So hieß um 1765.
ein Herzoglich-Sachsen-Weimarischer Hofmebail-leur. Sammlung u. s. f. X.o 424.
Rlingner, (Johann Gottlob), geb. zu Dres-den 1726. zeichnete zuerst bey der Akademie, underhielt nachwerts nähern Unterricht in der Kunstvom Pros. Schcnau. Von ihm heißt es bey Reller(S. 8g.): » Er ist als Fresco - und Decorations-maler rühmlichst bekannt, und hat auch in derLandschaft, sowohl in Oel - als Wasserfarben, vonseinem leichten Genie geführt, glückliche Fortschrittegemacht. Seine Erfindungen haben sehr viel Ge-fälliges" Zwey von ihm selbst geätzte Landschaften,die eine (1772.) mit, die andre (eine große Bauern-hütte, auf dem Vorgrund mit zwey ReisendenstaffirV führt der O)inklersche Katalog an, derdiesen Künstler um 1802. noch unter die Lebendenzu zählen scheint.
* Rlingstett, (C. G.) Picard hat nach ihmeine Venus auf dem Meere wandelnd und einenTriumph der Galathee (wahrscheinlich sogenannteTabatiere-Blättchen) gestochen. Von meinem sel.Vater gemalt, besitz' ich eine Miniatur nach ihm(eine Zigeunerin, die einem jungen Manne wahr-sagt, mittlerweile ihr Junge ihm die Taschen leert)Grau in Grau, die Carnation in ihrer wahrenFarbe gemalt. Man kann sich, für feinen Ausdruckbesonders, nichts Schöneres denken.
Rlinskp, (I-G.), Baumeister und Hofcon-ducreur zu Dresden . Von ihm erschien in 1799.versuch über die Harmonie der Gebäude zuden Landschaften, mit 5 . (auch colorirten) Kupf.in Aquatinka. Föl. Pirna ; wovon in MeuselsG D- auch eine zweyte Auflage von 1802. undaufdcmUmschlagederDeursch.Runftbl.von 1800.auch ein zweyter Theil angezeigt wird. Dann,ebenfalls 17I9. Geschmackvolle Darstellungenzur Verschönerung der Gärren, in 58 . Platten,nebst Texte. Breit-Quart 1799., wovon in 1807.bey G. Fleischer in Leipzig (ä 2. Thlr 8. Gr.) einezweyte (?) Auflage erschienen war. Auf derDresdner -Kunstausstellung von 1806. sah man vonihm architektonische Zeichnungen, von denen esaber im Tüb. Morgenbl. 1807. S. 434. heißt:Daß sie eben nicht auf eine Betrachtung in derNähe berechnet waren. Von ihm erfunden dannwar das in 1807. im Rirrnerschen Verlage zuDresden erschienene architektonische Denkmal aufKlopstock , welches vielen Beyfall erhielt (I. 0. 547 )so wie unser Künstler übrigens in einem (sehrernsten) Aufsätze in der ZZibl. d. R. u.H R. (dieAlmanache betitelt) zu denjenigen gezählt wird:» denen man es nicht zum Verbrechen machen soll,wenn sie dem Publikum , das nun einmal betrogenseyn will, auch bisweilen ungekochte und unge-salzene Speisen auftischen". In MeuselsArch. II. 3 .10. endlich werden dann wieder sechs