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großen Platten radiert und dasigem E. E. Nachzugeeignet hat. Er malte auch schöne Prospekte inWasserfarben. In 1777. gieng er nach Amsterdam ,und machte durch eine gute Heyrath sein Glück.Seither haben wir nichts mehr von ihm vernommen.H. S- Hüsgen S- 167.
Roller, (Johann Ulrich), Maler, geb. zuWinterthur 1763. lernte bey dem ältern Schellen-berg, und brachte nachwerts bey Wüst in Zürch4 — 5 . 1 . als Flachmaler zu, wo er aber in müßigenStunden fleissig nach den Arbeiten seines Meistersund Salomo Geßners studirte. Seine schwächlicheGesundheit, und späterhin hartnäckige Krankheiten,welche er, wie einige wollen, sich selbst durch eineunbehutsame Lebensart zugezogen, hielten ihn ab,fernere Reisen zu seiner Vervollkommnung zu unter-nehmen. Seine Mitbürger, denen sein Talent un-bekannt war, beurtheilten ihn bloß nach seinemäußerlichen Ansetzn. Er hatte von seinen körper-lichen Uebeln so sehr gelitten, daß seine Händelahm schienen, und er wirklich nicht anders ar-beiten konnte, als wenn er den Arm hinter derHand unterstützte, und so den Pinsel freylich selt-sam genug halten konnte. Bey manchen erregtedieß die verkehrte Meynung, als wenn er nichtsTüchtiges liefern könnte. Dergestalt blieb er be-ständig im Dunkel, und die Noth zwang ihn, sichmeistens dem bloßen Anstreichen zu widmen, um nurseinen nothdürftigsten Unterhalt zu verdienen; dessenungeachtet blieb er, selbst in seinen übelsten Lagen,bey dem heitersten Gemüthe, und lebte einige Jahrein vergnügter Ehe, doch ohne Kinder, bis anfeinen in 1789. erfolgten Tod. Seine seltenen,aber nichts minder als unbedeutenden Kunstarbeitenwaren gewöhnlich kleine Landschaften in Del, dochmehrentheils und besser in Aquast (?): Die Gegen-stände gewöhnlich von schöner Auswahl, bald immerbey einer warmen Morgen- oder Abendbeleuchtung;daher die Farbe in seinen frühern Werken öfterszu gelbroth, späterhin aber wahr, warm undmarkigt. Seine,Lüfte und Himmel waren gut,die Fernen nicht übel. Recht angenehm wußte erseine Bilder mit artigen Fjgürchen von Menschenund Vieh zu staffiren; die ganze Behandlung warfleifflg, und dennoch meisterhaft, leicht und unge-zwungen. Von seinem Beßren besitzen die HH. Dr.Ernst, Hofrath Klaiß und Hulzer zur Sonne inWinterthur . Mensel'« lJ. Misc. IX. 56 — 5 g.
Rollmann, ( ), Professor in Berlin .
Auf der dortigen Kunstausstellung vom I. i 8 » 3 .sah man von ihm ein weibliches Kniestück in Mi-niatur, das durch seine Lieblichkeit alle Nichtkenneran sich zog, nebst mehrern andern Arbeiten, andenen besonders die steife Zeichnung und der un-sichere Ausdruck gerügt ward. Der Freymürhige1800. X.o 98.
Rollowitz, ( ). So wird irgendwo,
ohne Weiteres, ein Maler genannt, nach welchemJoh. Balzer gestochen habe.
Rollswrarh, (Franz Anton Nowochradskyvon), Reichsgraf, Herr auf Koschateck u. s. f.KK. Geheimer Rath und Kämmerer, starb im1.1802. zu Prag im 64. Jahr. Seine Verdiensteum den Staat, zumal im Bergwerks - und Münz-wesen, sind bekannt. Aber auch diejenigen umKünste und Wissenschaften waren sehr groß, be-sonders um die erstern, nachdem er im I. 1796.die Präsidentenstelle der Privatgesellschaft patrioti-scher Kunstfreunde zu Prag übernommen hatte.Don ihm sind die Aufsätze über Lucas von Leyden ,derjenige von der Beschaffenheit eines Professorsder Baukunst und die Nachrichten von s. Kupfer-sammlung (die nebst s. übrigen Kunstschätzen anseine Schwester, die Gräfin Cavriani, zu Wien kam) in Meusels Archiv 1 .1. x. 167—68.
* R 0 1 m, (Johann). Nicolai nennt ihnwilhelin. Er war von Scigen an der Enz inFranken gebürtig und kam 1701. als Hofwachs-
Koningh.
bossirer in Königliche Dienste. Die sitzende FigurFriedrich I. und der kleinen Prinzen auf der Kunst-kammer zu Berlin ist von seiner Arbeit. Nach diesesFürsten Tode kam er ausser Dienst und gieng nachAmsterdam , wo er starb, A-colai.
Rolm, (Joh. Wilhelm), des folgenden LucasWilhelms Sohn, geb. zu Dresden 1716. übteseines Vaters und Großvaters Kunst zu Berlin ,wo er sich hauptsächlich beschäftigte, Gesichterlebender Personen in Gips und Wachs abzugießenund den Hinterkopf und Hals nach genommenemMaaße dazu zu bosslren, so daß dadurch ein voll-kommenes Brustbild erhalten wurde, zskicolai.Meusel II. der ihn 1789 noch unter die Lebendenzählt. Späteres haben wir nichts von ihm ver-nommen.
— — (Lucas Wilhelm), obigen Johannsoder J. Wilhelms Sohn, geb. 1693. Um 1732.gieng er nach Berlin , wo er bis ,706. blieb. DerMarggraf Carl ließ ihn nach Soldin kommen, woRolm viele bossirte Arbeit machte, wovon besonderseine liegende Venus in Lebensgröße sehr gerühmtwurde. Dort blieb er bis 1738. und gieng dannnach Stettin, Preussen, Liefland, Curland, Ham-burg , Hannover und Cassel. In 1755. kam erwieder nach Berlin , und endlich in 1767- von daüber Hamburg nach Danzig , wo er im Hospitalestarb. rJicolai.
— (Wilhelm). S. gleich oben Jacob.
Rolmann, (Desiderius ), ein Helmschmiedzu Augsburg, verfertigte i 552 . für den spanischen Prinzen Philipp einige Stück« zu einem Harnisch ,wofür ihm 600. Kronen bezahlt wurden. EineRüstung in Stahl gearbeitet, und größtentheilsvergoldet» für Mann und Pferd, worauf dieThaten des Hercules erhaben vorgestellt sind, wer-den zu Dresden im Kurfürst! Zwingergarten gezeigt,und sind vermuthlich von dieses Meisters Arbeit.Kurfürst Christian I. soll dafür i-jouv. Thlr. bezahlthaben, von Sterken S. 291.
Rolomannus, (P.), ein Benedictiner zuWien , ätzte um 1779- eine Beschneidung Christi,nach Dietrich.
Rolonitsch, ( ), ein Maler, arbeitete
um 1776 wahrscheinlich zu Wien . I. Mansfeldhat das Bildniß Mvriz Grafen von Lasky nachihm gestochen. M-c.
Rolpacof, ( ), ein Russischer Kupfer-
stecher des XVIII. Jahrh, von welchem Florillo(R. G. II. 93.) die Bildnisse der Zarinn Natalia,Mutter Peter des Großen (ohne Namen desMalers) und des Grafen Makwaeff, nach Rigaud ,anführt.
Rolpaschnikoff, (A.), ein neuerer Russi-scher Kupferstecher, von weichem man, nebenAnderm, das Bildniß des Fürsten AlexanderKurakin kennt. Fiorillo R- S. II- 9ö.
Romissarow. S. Tapilarv.
* Roning oder Coning, (C.), hieß Cor-nelius. Zeichner, Kupferstecher und Aetzer, geb.zu Harlem um 1624. Derselbe gehört unter dieKünstler, von denen man keine Nachrichten hat,deren Werke aber schon allein ihr Verdienst be-weisen. Seine Bildnisse, meisten großem Format,sind mit einem sichern und verständigen Grabstichelgearbeitet. Rost VI. 147— 48 . Dort und in einemVerzeichniß meines sel. Vaters sind mehrere der-selben angeführt. So z. B. des Buchführers Laur.Coster's, nach J. van Campen's Zeichnung; Eras-mus, nach Holbein ; Calvin, Luther (kom. ^n-ticbr. vebellator), Melanchton ; des TheologenDierck Philips «in prächtiges Blatt), und MennoSimons , ohne Namen des Malers, bloß mit0. Xom'ttS so. et exc. bezeichnet; woraus erhellet,daß er auch einenKunstverlag führte: dann eine Reiheder Grafen von Ostfrieeland, nach A. Andriessen.