692 Lens.
* Leus ( ), Maler von Antwerpen . Statt
dieses Art. im Lex. setze:
« — — (Andreas oder Anton), geb. zu Ant werpen 1729. malte Geschichte und Bildnisse, undwar Direktor der Kunstakademie seiner Vaterstadt.Nach ihm hatte schon 1774° P- Martinaste einschönes Blatt: Jokasta , die ihre Söhne zum Friedenermähnt, gestochen. Sramstn. In der K K. Bil-dergalerie zu Wien sieht man von ihm vier Gemälde,nach Homerischen Gegenständen. A?5c. Ein solchesnach ihm (Jupiter auf dem Berg Jda in den Armender Juno) hat um 1802. C. Pfeifer zu Wien inPunkti'rker Manier gegeben: Eines der vielen Blatterwackerer Wiener-Künstler, von denen ächte Kennerwünschen: Ihre, oder vielmehr die Wahl des dor-tigen Industrie-Comptoirs, Ware auf würdigereGegenstände gefallen. Von dem genannten gött-lichen Ehepaar heißt es z. B- in Me usels ArchivI. ll. 112—12. „Jupiter hat eine wahre Stier-gestalt. Das ganze rechte Bein von der Hüfte biszum Fuß ist verzeichnet. Ueberhaupt mißfällt dieProportion oder vielmehr die Disproportion derganzen Figur außerordentlich; und eben so, wasdie Königin des Himmels betrift, sollte man denken,ein vom Wein eingeschläferter Silen halte einWienermädchen im Arm." Dieser Künstler lebtenoch 1806 zu Brüssel , und wurde — dem Herkommennach, immerfort unter die ersten Geschichtsmalerseines Geburtlands gezählt. S. auch den untenfolgenden Artikel Lens der altere.
* — — (Bernhard), der Schmelzmaler, warauch Zeichenmeister zu London . Glaublich nachihm oder dann nach seinem folgenden Sohn oderSohnssohne haben gestochen: Simon einen Eimon(Lsritas kiomana), und N. Poilly das Bildniß desMaitre de Rcquetes, Carls de la Place.
— des obigen Sohn, glei-chen Namens, Zeichner, Schwarzkunststecher undKupferätzer, geb. zu London 1629. und gest. daselbst172h. Von ihm kennt man verschiedene geschätzteradierte Blätter. Neben dem ward er gebraucht,die Zeichnungen für Sturk und andere Stecher zumachen. Er zeichnete auch mit chinesischer Tuscheeine große Anzahl englischer Gegenden: In derSchwarzrunst war er weniger glücklich; die gleich-zeitigen Stecher in dieser Manier hatten ihn weitübcrtroffen. Zu seinen vornehmsten Stücken ge-hören: David, Ueberwinder Goliaths, nach Do minica Feti; das Urtheil Paris , nach P. Lei»;Bacchus, Venus und Ceres, nach Fr. Badens;das goldene Alter nach Berghem; zwey andre Land-schaften, nach Ebendemselben; Renald und Armida,nach van der Vart. Rost IX- 95 —96.
* _ —. —. — — des gleich vorhergehendenSohn, wieder gleichen Namens, dessen auch imLexikon unter dem Artikel seines Großvaters, desSchmelzmalers unsichere Erwähnung geschieht,Zeichner und Kupferstecher, geb. zu London um1680. und blühend daselbst seit 1710. Er war einSchüler seines Vaters, und Zeichenmeister desHerzogs von Cumberland, und der PriiizeffknenMaria und Luisa. Vorzüglich copirte er mit be-wundernswürdigem Geschmacke in Wasserfarbe»die Bilder von Rubens und van Dyck , und hatte,neben dem Ruf eines vortreflichen Künstlers, auchden eines sehr rechtschaffenen Mannes. Von ihmkennt man noch einige Folgen artig geatzter Land-schaften, und etliche radirte Bildnisse. Rost IX. 96.
N. B. Ein Verzeichnis; meines sel. Vaters führtunter Einer Rubrik von diesen zwey letzten Bernard Lens gegen 4 «- Blätter an; und nämlich nebenDingen, ;. B- nach le Brun: Die Klugheit; nachvan Dyck: Einen Christ am Kreuze, einen Bacchus,und Cupido und Psyche; nach Killegram: Venusund Adonis; nach Pinas: Tobias mit dem Engel;nach I. da Ponte: Einen Sommer; nach I vander Vaart: Aktäon und Diana (vielleicht mit schonoben erwähntem Renald und Armida verwechselt);nach I. Werner: Eine Geburt und eine Verkündi-gung; dann Bildnisse, wie z. B. den Vice-Admiral
L e n ß n e r.
Cloudesly Schovel, nach Dahl, und die FamilieKönig Wilhelms diese ohne Namen des Malers);und endlich eben so, bloß mit: Lern. Dons be-zeichnet: Einen Salvator Mundi , Corinna, Nar-ziß, Herkul und Dejanira , und: tks Dmpress «kLkina He in ecke tssachr (II. 388 .) hat voneinem dieser B- Lens eine Geburt Christi, in derFerne die Verkündigung der Engel, nach Raphael.Endlich zeigt auch der Katalog von Brandes einkleines geschabtes Blatt: Semiramis, Königinvon Babylon, mit exc. bezeichnet,
an, woraus erhellet, daß wenigstens Einer vonihnen auch Kunstverleger gewesen sey.
Lens ( ), der Aelrere genannt, von
Brüssel, welcher irgendwo von dem vorgenanntenAndreas ausdrücklich unterschieden wird. Nichtjener, sondern der mistige nämlich ward in i 8 » 3 .zum correspondirenden Mitgliede der vierten Klasseder Schönen Künste (für die Malerey) des National-Jnstituts zu Paris erkiest. Unbekannt ist es unsdann, weicher von diesen beyden es sey, denBruun-Neergaard (NSA 32 . Dnvyelop. 1806.)einen Künstler von Brüssel nennt, der in seinenhistorischen Gemälden den Styl der italienischen undflamändischen Schulen zu vereinigen (?) suchte, undein gutes (?) Colorit hatte. Wir vermuthen aber,es betreffe den Andreas, von dem schon oben, inseinem Art. eines ähnlichen Zeugnisses erwähntwird.
— — ( ) Um 1785. gab einer dieses
Namens (ob selbst ausübender Künstler ist unsunbekannt): Costume clss ancisns Veuples öcl'Hntchnitö, prouve psr les lVIonumens; ou-vruAe urils sux artistes; nouvolle eäition etc.ornse ös 19. viAnettes et 67. ostampos Ar. 4".Dresse cbss U^slcksr. Eine Uebersetzung derersten Auflage, mit Zusätzen von Llfarrini, warschon 1784. erschienen.
Lenrbe ( ). So heißt ein junger deutscher
Kupferstecher aus Mecklenburg-Schwerin. vonwelchem man auf der Dresdner - Kunstausstellung1807. das Bildniß des verstorbenen Prinzen LudwigFerdinands von Preussen nach Graßi in Schwarz-kunst geschabt sah, welches als einer seiner erstenVersuche in dieser Manier ihm Ehre machte. LN e u-sels Arch. II. 3 . i 3 . Lauf. Tüb. Morgenbl.S 422.
Lenrmann ( ). In Russischen Kunst-
nachrichten aus St. Petersburg von 180s. heißt es':»Ein Hautrelief, Tobias , wie er sein Gesicht wie-der erhält, von dem Zöglinge Lenrmann, ist inZeichnung und Anordnung vorzüglich". Jen. A L.Z. i8oj. 123 .
Lenrus oder Lenrulus, ein römischerMaler, soll nach der Ueberlieferung das Bildniß desHeilandes zu Jerusalem — nach dem Leben gemalt,und dem Rath zu Rom übersandt haben. DiesesBild zeigt man in der Tragheimerkirche zu Königs berg ; eine Kirche zu Stettin rühmt sich inzwischendas gleiche Bild zu besitzen. BernouiUi III. 90.
Lenyner (Joh. Niclaus), von Schleitz ausdem Vogtlande gebürtig, lernte bey dem älternDietrich in Weimar , und bey Hamilton, dessenManier sowohl als Wouwermanns und H. Roosen,er in Landschaften und Thieren nachzuahmen suchte.In Frankfurt am Main ließ er sich alsdann haus-hablich nieder, wo er die Tochter des Tapcten-malers Kiesenwettcr heyrathete. Er zeichnete Vielesauf die Mahl - und Krönungs-Feyerlichkeiten derKaiser Carl VII und Franz i. Eben so zu bist-ri-schen Werken, welche Tyroff und andere nach ihmin Kupfer gestochen haben. Er starb zu Frankfurt 1749. 38 . Jahre alt. H. S Hüsgen S. 1^2 Dortheißt es von ihm tauscndslustig: „ Besonders großeMuhe und Arbeit machte ihm die Zeichnung zu demaußerordentlich weiklaufcigcn Einzug des KaisersFranz, indeme ihn jeder Gesandte vorher appro-biren mußte, und bey Reinem nur Eine Personfehlen durfte."